Chapter 15
by
Ch3ating_Ang3l73
Was sahen die beiden?
Rot
15. Das perfekte Alibi
Als Jenna den Flur betrat, hielt die Welt für einen Moment den Atem an. Die beiden Männer starrten sie fassungslos an. Sie trug weder Weiß noch Schwarz. Sie hatte sich für das rote, bodenlange Bardot-Maxikleid entschieden. Es war der Inbegriff von Eleganz, mit tief sitzenden Schultern und einem Beinschlitz, der bei jedem Schritt gefährlich hoch saß. Es verdeckte fast alles und verriet doch genau das Richtige.
„Du siehst… umwerfend aus, Schatz“, brachte Steve heraus. Jenna lächelte geschmeichelt, trat an ihn heran und gab ihm einen sanften Kuss auf die Wange. Kyle würdigte sie keines Blickes, ihre Distanz war fast greifbar. „Danke. Wir sollten los, sonst kommen wir zu spät.“
Steve wünschte ihnen viel Spaß, doch als die Tür hinter ihnen ins Schloss fiel, fühlte er sich in seinem eigenen Haus plötzlich wie ein Fremder.
Die Fahrt begann schweigend. Das Brummen des Motors war das einzige Geräusch im Wagen, bis Kyle die Spannung nicht mehr ertrug.
„Du siehst unglaublich aus, Jen. Wirklich“, brach er das Eis.
„Danke“, erwiderte sie knapp, den Blick starr aus dem Fenster gerichtet.
„Warum der Wechsel? Ich dachte, wir hätten uns auf das Schwarze geeinigt?“
Jenna seufzte leise. „Ich will das heute einfach nur hinter mich bringen, Kyle. Keine Sorge, ich werde meine Rolle spielen. Sobald wir aussteigen, sind wir das perfekte Paar. Aber hier drin… hier müssen wir nicht schauspielern.“
Kyle umklammerte das Lenkrad etwas fester. „Wenn es wegen des Chats ist… es tut mir leid. Ich bin zu weit gegangen.“
„Schon gut“, antwortete sie, immer noch ohne ihn anzusehen. „Es war meine Schuld. Ich habe dir ein falsches Bild von mir gegeben… wortwörtlich.“
Kyle riskierte einen kurzen Seitenblick, seine Augen musterten sie. „Weißt du, das kommt auf die Perspektive an. Ich fand an den Bildern rein gar nichts falsch.“
Das erste Mal an diesem Abend suchte sie seinen Blick. „Ach ja?“
„Ja“, seine Stimme wurde tiefer, rauer. „Fandest du mein Bild denn so falsch? Ich meine… wir spielen nur eine Rolle, richtig?“
Jenna schluckte sichtlich, ihre Souveränität geriet für einen Moment ins Wanken. „Ich… natürlich ist es falsch. Denke ich. Vielleicht auch nicht… du hast recht, es ist nur ein Spiel.“
„Und selbst wenn es falsch wäre“, setzte Kyle nach, während er den Wagen an einer roten Ampel zum Stehen brachte, „heißt das doch nicht, dass es sich nicht verdammt gut anfühlen kann, oder?“
Sie starrten sich an, die Luft im Auto schien plötzlich knapp zu werden. „Vielleicht hast du recht“, flüsterte sie trocken.
„Musst du denn so oft an das Bild denken, wie ich an deines denken musste?“, fragte er direkt.
Jenna wirkte überrascht von seiner Offenheit. „Natürlich. Ich habe das nicht erwartet, Kyle. Es war ein Schock.“
„Nur der Schock?“, bohrte er weiter. „Oder gab es da noch andere Gründe?“
Jenna wich nicht aus. Ihr Blick wurde fest. „Du weißt genau, dass es auch andere Gründe gibt. Wer würde bei so einem Bild nicht ins Grübeln kommen, bei so einem…“
In diesem Moment sprang die Ampel auf Grün. Eine Gruppe betrunkener Teenager fuhr jubelnd an ihnen vorbei. Jenna wandte sich peinlich berührt ab und Kyle gab Gas. Der Rest der Fahrt verlief in einer elektrisierenden Stille.
Das Restaurant war das exklusivste der Stadt, gelegen an der Schnittstelle zwischen moderner Zivilisation und unberührter Natur. Ihr Tisch bot einen atemberaubenden Blick auf einen beleuchteten Teich. Kyles Eltern, Jonathan und Evelyn, warteten bereits. Jenna zog sofort alle Register. Ihr Lächeln war strahlend, ihre Manieren makellos. Die Tarnung war nicht nur gut, sie war perfekt.
Beim Nachtisch lehnte sich Jenna lachend zu Kyle. „Warte mal, Schatz, du hast da noch was…“ Sie strich ihm mit dem Finger ganz langsam über den Mundwinkel, nahm einen Klecks Eis auf und leckte ihn vor den Augen seiner Eltern provokant langsam ab.
„Ihr glaubt nicht, was uns diese Woche passiert ist“, wandte sie sich schmunzelnd an Jonathan und Evelyn. „Wir lagen im Bett, haben einen Film geschaut und Eis gegessen. Ich war völlig vertieft in die, und als es gerade richtig spannend wurde, schaue ich zu Kyle rüber…“ Sie hielt kurz inne und brach in ein perfekt gespieltes Lachen aus. „Ihr hättet ihn sehen müssen! Sein ganzes Gesicht war voll mit Eis, und dazu dieser schockierte Blick wegen des Films. Er sah aus wie ein süßes, kleines Kleinkind.“
Die Eltern brachen in Gelächter aus. Kyle spielte den Verlegenen und grinste Jenna an.
„Also wirklich, Jenna“, sagte Jonathan bewundernd, „was kannst du eigentlich nicht? Du tanzt, du schauspielerst…“
„Und du bist wunderschön“, fügte Evelyn mit einem warmen, anerkennenden Blick hinzu.
„Und du kannst fantastisch erzählen“, beendete Jonathan. „Kyle, mein Junge, du hast sie endlich gefunden. Wann ist die Hochzeit?“
Ein amüsiertes Lachen ging durch die Runde. Jenna strich Kyle zärtlich über die Handfläche und sah ihn an. „Wer weiß? Vielleicht schneller, als ihr denkt.“
„Wer weiß“, stimmte Kyle mit einem vielsagenden Lächeln zu.
Als Jonathan sich kurz entschuldigte, um zur Toilette zu gehen, und Evelyn in ihrer Tasche nach ihrem Portemonnaie suchte, lehnte sich Kyle zu Jenna.
„Sag mal“, raunte er ihr ins Ohr, die Stimme ein Hauch, „hast du heute eigentlich auch das schwarze Set drunter?“
Jenna funkelte ihn an, ihre Augen blitzten vor spielerischem Trotz. „Wer weiß?“ Sie stand auf. „Ich muss mir nur kurz die Nase pudern.“
Nur zwei Minuten später vibrierte Kyles Handy in seiner Tasche. Er holte es unter dem Tisch hervor und traute seinen Augen kaum. Es war ein Foto aus dem Restroom. Jenna stand vor dem großen Spiegel, in genau derselben provokanten Pose wie in jener Nacht, den Rücken zum Glas, der Blick über die Schulter. Doch diesmal hob sie mit einer Hand den Saum des roten Seidenkleides an ihrer Kehrseite hoch. Eine Hälfte ihres Hinterns war komplett entblößt, und nur der hauchdünne schwarze String an ihrer Hüfte verriet, dass sie sein Verlangen nicht vergessen hatte. Sie hatte es getan. Sie hatte ihm die Bestätigung geschickt.
Draußen vor dem Restaurant war die Luft kühl. Die Verabschiedung war herzlich, doch Evelyn war noch nicht fertig. „Ach, schaut euch an! Ihr seid so ein schönes Paar. Jonathan, haben die beiden sich heute eigentlich schon geküsst? Ich glaube nicht!“
Jonathan lachte. „Na los, ihr Turteltäubchen!".
Jenna und Kyle sahen sich an. Für einen Moment schien die Zeit stillzustehen. Dann tat Jenna das, was sie am besten konnte. Sie ging voll in der Rolle auf. Sie legte ihre Hände in seinen Nacken und zog ihn sanft zu sich herab. Kyle packte sie fest an der Hüfte und zog ihren Körper gegen seinen. Der Kuss war nicht flüchtig. Er war langsam, innig, romantisch und so echt, dass Kyle für fünf Sekunden vergaß, dass seine Eltern zusahen, und dass er eigentlich Steves besten Freund spielte. Es war elektrisierend.
Nachdem sich die Eltern beeindruckt verabschiedet hatten, stiegen beide schweigend ins Auto. Die Stimmung war nun nicht mehr nur geladen, sie war hochexplosiv!
„Das war unglaublich, Jen“, lachte Kyle, während er den Wagen lenkte. „Meine Eltern haben dir jedes Wort abgekauft. So gut gelaunt habe ich sie noch nie gesehen. Danke.“
„Du musst dich nicht bei deiner Freundin bedanken, Süßer“, antwortete sie und ihre Stimme hatte jetzt diesen rauchigen Unterton, den er seit den Fotos so sehr liebte.
„Ich würde mich aber gerade am liebsten ganz anders bedanken“, gab er zurück.
Jenna sah ihn von der Seite an. „Soso?“
„Ja… aber unser Bett ist leider nirgends zu sehen.“
Jenna legte ihre Hand auf seinen Oberschenkel. Ihre Finger glitten langsam von der Außenseite nach innen, ein zarter, rhythmischer Druck. „Schade… dann muss es wohl die Rückbank tun.“ Sie sah ihn mit einem Blick an, der vor Herausforderung nur so strotzte, bevor sie die Hand wieder wegzog.
„Mach so weiter und ich halte sofort am Straßenrand an“, knurrte Kyle.
Jenna antwortete, indem sie seinen Oberschenkel fest drückte. „Dann tu es doch, Kyle. Worauf wartest du? Aber…“ Sie ließ wieder locker. „…dann wird sich Steve wohl fragen, warum wir so lange gebraucht haben.“
„Vielleicht haben wir Glück und er schläft schon“, grinste Kyle, doch sie waren bereits in der Einfahrt.
Steve war noch wach und begrüßte sie euphorisch. Sie tranken noch ein Bier zusammen und ließen den Abend Revue passieren, wobei sie die riskanten Details natürlich verschwiegen. Gegen elf Uhr war Steve sichtlich erschöpft.
„Kyle, es ist spät und der Weg ist weit. Penn doch nochmal hier, wenn du willst“, bot er an.
Kyle nahm dankbar an. Er war zwar hellwach, aber die Aussicht, im selben Haus wie Jenna zu sein, war zu verlockend.
Steve schlief schnell ein. Dunkelheit legte sich über das Haus, doch in zwei Zimmern brannte noch ein unsichtbares Feuer.
Was würden die anderen beiden in dieser Nacht tun?
Die geliehene Ehe
Manche Dinge sollte man nicht teilen
Steve und Jenna führen die perfekte Ehe, , glücklich und seit einem Jahr unzertrennlich. Doch als Steves bester Freund Kyle in der Klemme steckt, bittet er um einen Gefallen, der alles verändert. Um seine konservativen Eltern zu beruhigen, braucht der Player Kyle für einen Abend eine vorzeigbare Freundin. Sein Idee, Jenna. Was als harmloser Gefallen und ein bisschen Schauspielerei unter Freunden beginnt, entwickelt schnell eine gefährliche Eigendynamik. Um die Lüge aufrechtzuerhalten, müssen sie tiefer gehen. Ab wann ist es noch Schauspiel, und ab wann Realität? Steve wollte seinem Freund nur aushelfen, doch wie weit wird Kyle gehen, um die Rolle zu Ende zu führen? Und wird Jenna am Ende überhaupt wieder ganz zu ihm zurückkehren?
Updated on Apr 6, 2026
by Ch3ating_Ang3l73
Created on Feb 20, 2026
by Ch3ating_Ang3l73
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