Chapter 12
by
Papas_Liebling
What's next?
Von oben herab
Ich kauere weiter im Schatten hinter den Kisten. Kann nichts sehen, will auch nichts sehen. Ich kann aber nicht verhindern, dass ich alles höre, was zwischen Kathy und Dirk passiert.
„Gar nicht schlecht“, lobt er sie. Für mich klingt der Satz überheblich. Oder kommt das nur daher, dass ich ihn für ein Arschloch halte?
Ein Klapsen, Hand auf Haut. Auf ihren Po? Die Wange? Ich weiß es nicht.
„Gehen wir wieder rein?“ Kathys Stimme. Seine Antwort ist ein Brummen, unverständlich.
Eine Tür öffnet sich, die Musik aus dem Club ballert heraus, als habe sie nach einem Ausgang gesucht, um ihre volle Lautstärke zu entfalten. Dann knallt die Tür zu und alle Geräusche sind nur noch gedämpft.
Scheiße, was mache ich jetzt? Ihnen folgen und so tun, als sei nichts geschehen? Unmöglich.
Einfach abhauen geht auch nicht, wie sollte ich erklären, dass ich gegangen bin, ohne mich zu verabschieden?
In was habe ich mich da nur hineingeritten? Ich sitze zwischen allen Stühlen. Als sei die Situation nicht schon kompliziert genug gewesen.
Und jetzt?
Es gab zu viele UNDs: Dirk und Papa. Dirk und Mama. Dirk und Kathy. Dirk und … ich?
Gab es ein ‚Er und ich‘ überhaupt?
Ich glaube: Nein. Da ist nichts zwischen uns. Zumindest nichts Ernstes und schon gar nichts Körperliches.
Und doch wünsche ich es – irgendwie.
Meine Augen brennen. Ich will nicht ****. Wische mir mit dem Handrücken über den Nasenrücken.
Knirschende Schritte nähern sich.
Was? Wer?
Ich mache mich noch kleiner, erstarrt wie das Kaninchen, das fürchtet, dass sich der Fuchs nähert.
Eine Kiste wird verschoben. Eine große Gestalt ragt über mir auf.
Dirk.
„Was machst du denn hier?“
Ich blinzel zu ihm hoch. Das Außenlicht des Clubs leuchtet genau hinter ihm und macht ihn zu einem Schattenriss.
Er hat seinen Satz als Frage formuliert, aber ich bin fast sicher, dass er ganz genau weiß, wie lange ich hier sitze und dass ich Kathy und ihn beobachtet habe. Ich nage an meiner Lippe.
Er streckt mir seine Hand entgegen, um mir aufzuhelfen. „Komm.“ Die Geste wirkt nicht nur rein wörtlich von oben herab, weil er größer ist als ich und über mir steht.
Ich schlage seine Hilfe aus und drücke mich beim Aufstehen von der rauen Wand hinter mir ab.
„Ich will heim.“ In meiner Stimme mischen sich kindlicher Trotz und peinliche Scham.
„Natürlich willst du das.“
Seine Hand legt sich auf meine Schulter. Kurz erstarre ich und leiste Widerstand, ehe ich mich von ihm zum Tor schieben lasse, das aus dem Hinterhof zur Straße führt.
Ein Gedanke schießt mir in den Kopf. „Was ist mit Kathy? Sie wird sich fragen, wo wir abgeblieben sind.“
„Ich rufe sie später an. Sie hat mir ihre Nummer gegeben.“
Als ich mich auf dem Beifahrersitz anschnalle und er sich hinters Steuer setzt, denke ich: ‚Wohin fahren wir? Nach Hause?‘
What's next?
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Papas bester Freund
Er schläft in meinem Zimmer
Ich komme fürs Wochenende von der Uni nach Hause zu meinen Eltern und muss feststellen, dass sie einen Gast in meinem Zimmer einquartiert haben. (Ein Spinoff der Geschichte "Sein bester Freund")
Updated on Apr 29, 2026
by Papas_Liebling
Created on Dec 22, 2025
by Papas_Liebling
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