Disable your Ad Blocker! Thanks :)
Chapter 45
by
kleinehexe
What's next?
Hinter dem Tor
Ein leises Knacken kam aus der Sprechanlage und ließ sie unwillkürlich zusammenzucken, obwohl sie genau darauf gewartet hatte.
„Ja, bitte?“, fragte eine sachliche Frauenstimme erwartend.
Caroline räusperte sich kurz. „Ähm… Feldmann hier. Wir hatten für zehn Uhr einen Termin.“
Für einen Moment blieb es still, dann antwortete die Stimme wieder.
„Natürlich. Kommen Sie rein.“
Mit einem metallischen Summen löste sich das Schloss und das riesige schmiedeeiserne Tor setzte sich nach innen in Bewegung. Noch einen Moment blieb sie stehen und beobachtete, bevor sie langsam das Grundstück betrat. Es war, als würde sie eine unsichtbare Grenze überschreiten. Langsam schritt sie über das Pflaster unter ihren Füßen und sah sich um.
Das Grundstück wirkte fast schon pedantisch gepflegt. Der akkurat getrimmte Rasen war eingefasst von wunderschönen Blumenrabatten. Mehrere alte Bäume spendeten Schatten, in deren Mitte sie zwei große Steinfiguren ausmachte, deren Bedeutung sie nicht ganz einordnen konnte. Nichts daran erinnerte an die Bilder, die sie sich im Zug noch ausgemalt hatte.
Das Haus selbst wirkte noch größer, als es von der Straße aus erschienen war. Die hohen Fenster in der hellen Fassade erinnerten an Baustile vergangener Zeiten. Langsam schritt sie die breite Treppe empor auf den Eingang zu. Noch bevor sie klingeln konnte, öffnete sich die schwere Holztür und eine Frau trat heraus.
Die vielleicht Ende dreißig oder Anfang vierzigjährige Blonde trug ein schlichtes, aber trotzdem elegant wirkendes schwarzes Kleid. Sie wirkte ruhig und selbstbewusst, während ihr Blick Caroline kurz prüfend musterte und sie dann lächelnd begrüßte.
„Frau Feldmann, nehme ich an.“
Caroline nickte schnell. „Ja… genau.“
„Ich bin Bianca Winter.“ Die Frau trat einen Schritt zur Seite und machte eine einladende Bewegung in Richtung Tür. „Dann kommen Sie doch bitte herein.“
Ihre Stimme hatte denselben unaufgeregten Ton wie eben noch aus der Sprechanlage. Kein Zögern, keine Unsicherheit. Als wäre es das Normalste der Welt, Journalisten für ein Interview zu empfangen. Caroline folgte ihr ins Haus. Drinnen war es angenehm kühl. Ein breiter Flur führte in das Gebäude hinein, die hohen Decken und die alten, etwas knarrenden Holzdielen unter ihren Füßen verrieten, dass das Haus schon viele Jahre auf dem Buckel hatte. „Wenn diese Wände reden könnten“, dachte sie sich noch und folgte ihr weiter.
Ihre Gastgeberin blieb plötzlich vor einer der Türen stehen und öffnete sie. „Hier können wir uns in Ruhe unterhalten.“
Caroline versuchte, sich ihre Nervosität nicht anmerken zu lassen. Sie trat hinein und blieb automatisch einen Schritt hinter der Schwelle stehen. Durch die halb geschlossenen Vorhänge fiel nur gedämpftes Licht und tauchte den spärlich möblierten Raum ins mysteriöse Halbdunkel. Der Zweck einiger der wenigen Möbelstücke im Zimmer erschloss sich ihr nicht sofort, wobei sie es sich bei anderen nicht vorstellen wollte. Dennoch war es auch nicht der düstere Kerker aus ihren Vorstellungen. Amüsiert über ihre Unsicherheit lächelte ihre Gastgeberin.
„Keine Sorge“, sagte sie gelassen. „Hier findet gerade keine Sitzung statt“ und nur einen Augenblick später fügte sie „Noch nicht!“ mit einem Augenzwinkern hinzu. Überrascht zog Caroline die Augenbrauen hoch, entspannte sich jedoch gleich wieder, als sie den Scherz durchschaute.
Lächelnd deutete sie auf zwei Stühle an einem kleinen Tisch. „Setzen wir uns. Möchten Sie ein Wasser?“
„Gerne“, bestätigte sie und war froh, dass sie beim Interview nicht auf einem der Gestelle hocken würde. Sie zog ihren Notizblock aus der Tasche und nahm Platz. Für einen Moment spürte sie noch dieses leichte Kribbeln in der Magengegend, aber dann legte sie den Stift auf das Papier.
„Also“, sagte sie schließlich. „Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für mich nehmen.“
Ihre Gastgeberin setzte sich ihr gegenüber und verschränkte ruhig die Hände.
„Kein Problem. Sie wollten etwas über meine Arbeit wissen.“ Sie wirkte tiefenentspannt und Ihr Blick ruhte dabei aufmerksam auf Caroline. „Dann fragen Sie!“
What's next?
Disable your Ad Blocker! Thanks :)
News-News-News
Von den Abenteuern einer ehrgeizigen Reporterin - Wie weit ist sie bereit zu gehen?
Von den Abenteuern einer ehrgeizigen Reporterin - Wie weit ist sie bereit zu gehen? Storyupdate 15.02.2026 -> jetzt Public
Updated on Apr 15, 2026
by Papas_Liebling
Created on Aug 3, 2023
by kleinehexe
- All Comments
- Chapter Comments