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Chapter 11 by Meister U Meister U

What's next?

Eine plötzliche Stille breitete sich aus

Ebba bemerkte sie nicht sofort.

„Ich hab ihr sogar deine alte Jogginghose geliehen, Liv, die war sauber. Sie wird es dir morgen danken, wenn sie…“

Sie stoppte mitten im Satz. Ihr Blick glitt von Livs ausdruckslosem Gesicht zu Bernd, dann zurück zu Liv. Die Information ratterte in ihrem lebhaften Kopf. Gästezimmer. Bernd. Livs plötzlicher deutscher Besuch.

Ihr Mund öffnete sich langsam.

„…wenn sie… aufwacht…“, beendete sie den Satz mit einem Hauch von Stimme. Dann: „Helvete.“

Liv hob eine Augenbraue. „Das Gästezimmer ist ab jetzt Bernds Zimmer, Ebba.“

Ebba starrte Bernd an, als sähe sie ihn zum ersten Mal. Die Heiterkeit war aus ihrem Gesicht gewichen, ersetzt durch entsetzte Verblüffung. „Oh. Oh nein. Jävlar.“ Sie presste eine Hand auf ihren Mund. „Aber… sie schläft doch schon. Sie war so fertig. Ich dachte… du warst doch weg, Liv, und du hast nie…“

„Korrekt“, unterbrach Liv sie. „Eine logische Schlussfolgerung deinerseits, basierend auf unvollständigen Daten.“

Ebba ließ die Hand sinken. Ihre Verlegenheit war nur von kurzer Dauer, schnell mischte sich wieder Neugier hinein. „Was machen wir jetzt? Sollen wir sie wecken? Sie ist total **** und voller… naja, guter Laune.“ Ein Grinsen kehrte zurück. „Stell dir vor, sie wacht auf und da liegt ein deutscher Mann neben ihr! Sie würde einen Herzinfarkt kriegen. Oder… etwas anderes.“

„Ebba“, sagte Liv mit einem warnenden Unterton.

„Was? Ich sage nur!“ Ebba hob die Hände. „Ich geh schon, ich geh. Gute Nacht, Bernd! Willkommen im Irrenhaus!“ Sie wirbelte herum, ihr pinker Bademantel flatterte, und verschwand in ihr Zimmer, ließ eine Wolke aus Wein, Lachen und verbrauchter Partystimmung zurück.

Liv seufzte leise. „Ebba ist… ungefiltert.“

„Ich hab’s gemerkt“, sagte Bernd. Er ging zur Tür des Gästezimmers, legte die Hand auf die Klinke. Ein leises Schnarchen war von drinnen zu hören. Er öffnete leise.

Im dämmrigen Licht vom Flur sah er die Umrisse einer jungen Frau, die sich in eine Bettdecke gewühlt hatte. Ein dunkler Haarschopf ragte hervor. Auf dem Nachttisch stand ein halbvolles Wasserglas und – er konnte es schwach erkennen – ein lila, glänzender Vibrator. Er schloss die Tür von innen.

Er stand einen Moment im Dunkeln, ließ seine Augen sich an die absolute Schwärze gewöhnen. Nichts. Nur der regelmäßige, tiefe Atem von Maja und der leise, metallische Nachhall des Schnarchens. Das Rascheln des Bettes, als er sich vorsichtig auf die freie Kante setzte, war ohrenbetäubend laut.

Er zog sein Hemd aus, ließ es leise zu Boden gleiten. Die Jeans folgten, dann die Boxershorts. Die kühle Luft des Zimmers traf seine nackte Haut. Es war eine praktische Entscheidung – seine Kleidung waren Reisekleider, sie rochen nach Flugzeug und Schweiß. So war es einfacher. Und bequemer.

Vorsichtig, Zentimeter für Zentimeter, schob er sich unter die Decke. Das Leinen war kühl. Die Matratze federte unter seinem Gewicht, und Maja murmelte etwas Unverständliches, drehte sich von ihm weg auf die Seite. Ihr Rücken war jetzt eine warme, weiche Barriere, nur Zentimeter von seiner Haut entfernt.

Seine Müdigkeit, die von der Reise, der Sauna, dem Eiswasser und dem emotionalen Wirbelwind des Tages zurückgehalten worden war, überfiel ihn nun mit voller Wucht. Seine Gedanken verschwammen.

Ein letztes, waches Bild blitzte auf: Er lag nackt in einem fremden Land, in einem fremden Bett, neben einer völlig fremden, betrunkenen Frau, während die Mutter seines ungeborenen Kindes im Zimmer nebenan schlief und eine schüchterne Mitbewohnerin in ihrem Bett von ihm träumte. Die Absurdität war so grenzenlos, dass sie jenseits von Komik oder Angst lag. Sie war einfach nur Fakt.

Sein Atem vertiefte sich, synchronisierte sich fast mit Majas rhythmischem Ein und Aus. Die Wärme ihres Rückens strahlte auf seine Schulter. In der alles umhüllenden Schwärze und Stille verschwamm die Grenze zwischen seinem Körper und dem ihren, zwischen Fremdheit und Vertrautheit, zur Bedeutungslosigkeit.

Einmal, im Dämmern zum Schlaf, bewegte er sich im Halbschlaf, und sein Handrücken berührte leicht die Seide von Livs Jogginghose an Majas Hüfte. Die Berührung war weich, fremd, unbeabsichtigt. Er zog die Hand nicht weg, aber er bewegte sie auch nicht weiter. Sie blieb einfach dort, ein Punkt zufälligen Kontakts in der schwarzen Unendlichkeit.

Dann übermannte ihn der Schlaf vollends, und er fiel hinab in ein traumloses Nichts, während neben ihm eine fremde Frau, gesättigt von Spielzeug und Wein, weiterschlief, ahnungslos darüber, wer sich in ihr Refugium geschlichen hatte.

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