Kann Sie bei dem Sturm schlafen?
Die Flucht im Sturm
Der Sturm tobte draußen wie ein lebendiges Wesen – Wind heulte durch die Ritzen, Regen prasselte gegen die Scheiben. Anna lag auf dem Bett, die Decke halb über ihr, der Körper schwer von der zweiten Dosis. Alles drehte sich leicht, ihre Gedanken waren zäh wie Sirup. Viktor hatte gerade die Spritze weggelegt, stand am Tisch und goss sich Wasser ein – Rücken zu ihr, abgelenkt für einen Moment.
Anna spürte die Panik wie einen Blitz: Das ist nicht richtig. Er berührt mich. Er will mehr. Ich muss weg.
Ihr Bein pochte, aber der Schmerz war dumpf, gedämpft von den Mitteln. Sie wartete, bis Viktor den Becher ansetzte. Dann – mit aller Kraft, die sie aufbringen konnte – rollte sie sich zur Seite, warf die Decke ab, schwang die Beine raus. Der Boden war kalt, sie taumelte, griff nach ihrem Handy (lag auf dem Nachttisch), steckte es in die Tasche ihrer Jogginghose.
Viktor drehte sich um. „Was machst du?“
Anna humpelte zur Tür – zwei Schritte, drei. Der Schmerz explodierte im Oberschenkel, aber Angst trieb sie an. Sie riss die Tür auf – eiskalter Wind schlug ihr ins Gesicht, Regen peitschte rein.
„Bleib!“, rief Viktor, kam auf sie zu.
Anna stolperte raus, in die Dunkelheit. Der Sturm verschluckte alles – sie sah kaum die Hand vor Augen. Sie humpelte den Pfad runter, den sie beim Herkommen gesehen hatte, ignorierte den Schmerz, der bei jedem Schritt wie Feuer brannte. Viktor rief hinter ihr her, aber der Wind trug seine Stimme weg.
Sie lief – oder humpelte – Minuten, vielleicht eine Stunde. Der Regen durchnässte sie bis auf die Haut, das Shirt klebte an ihren Titten, der Slip an ihrer Muschi. Das Handy in der Tasche war nass, aber sie hoffte auf Signal weiter unten. Kein Netz. Kein Licht. Nur Dunkelheit und Kälte.
Irgendwann gab das Bein nach. Sie fiel in den Schlamm, kroch weiter, dann brach sie zusammen – keuchend, zitternd, halb bewusstlos.
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