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Chapter 28 by Papas_Liebling Papas_Liebling

What's next?

Victor

Ich bin supernervös. Wiederholt streiche ich mit den feuchten Handflächen über den Rock, der knapp oberhalb meiner Knie endet. Auf diesem Sessel in der Hotellobby komme ich mir vor, wie auf dem Präsentierteller. Sieht man mir an, dass ich im Begriff bin, mich hier mit einem fremden Mann zu treffen?

Ist er mir wirklich fremd? Sein Name ist Victor. Ich kenne sein Bild. Ich weiß alles, was er über sich in seinem Profil preisgegeben hat, seine Interessen und Vorlieben. Kaum zu glauben: Es gibt sogar Bewertungen von Frauen, die er bereits getroffen hat. Durchweg fünf von fünf Sternen. Ich komme mir vor wie bei eBay. Unklar ist mir nur: Ist er das Produkt oder bin ich es?

Ich habe Victor ausgewählt. Alles Weitere hat Thomas gemanagt. Ort, Uhrzeit, Bedingungen. Ich bin sicher, wenn ich das selbst hätte tun müssen, hätte ich die Lust verloren. Und den Mut.

Thomas sitzt mir gegenüber und lächelt mir aufmunternd zu. Alle dreißig Sekunden checkt er auf seinem Handy den Status, als könne er die Zeit damit beschleunigen. Wir sind viel zu früh da gewesen, weil ich es zu Hause nicht mehr ausgehalten habe. Es ist mein erstes Date und ich frage mich: Ist es richtig, was ich tue?

Victor betritt die Lobby und ich erkenne ihn sofort. Sein Foto hat sich mir eingeprägt. Groß, muskulös. Ein jugendlich-freundliches Gesicht – er gibt an, Ende zwanzig zu sein –, das von einem Lächeln erhellt wird, das seine strahlend weißen Zähen blitzen lässt. Seine Haut ist schwarz wie starker Kaffee.

Auch er hat mich erkannt und steuert auf uns zu. Beim Aufstehen schießt mir der aberwitzige Gedanke in den Kopf, ob ich mich umdrehen soll, damit er mich identifizieren kann, denn er dürfte sich vor allem an meinen Arsch erinnern.

„Hallo, Victor. Ich bin Jessica.“

Als ich ihm die Hand gebe, hoffe ich, dass er mein Zittern nicht bemerkt. Es fühlt sich tatsächlich an wie mein erstes Date. Im Aufzug stehe ich befangen zwischen den beiden, rechts Thomas, links Victor.

Das Zimmer ist schlicht. Nichts deutet darauf hin, wozu wir es gemietet haben. Thomas zieht die Vorhänge zu und taucht den Raum ins Halbdunkel. In einer Ecke setzt er sich auf einen Sessel.

„Beachtet mich gar nicht. Tut so, als wärt ihr allein.“

Er hat gut reden. Er muss ja nur zusehen. Mir schlägt das Herz bis zum Hals. Was soll ich machen? Soll ich etwas sagen?

Victor tritt vor mich. Er ist groß und breit. Ich kann ihn riechen: Zedernholz und frisches Leder. Dankbar lasse ich zu, dass er meine ganze Aufmerksamkeit auf sich zieht. Langsam kann ich die Welt um mich ausblenden. Er fasst mich nicht an. Seine Stimme holt mich ins Hier und Jetzt.

„Darf ich dich küssen?“

Ich schlucke den Kloß in meinem Hals herunter und nicke. „Ja.“

Seine Hände legen sich auf meinen Rücken, groß, warm, kräftig. Wir kommen uns näher. Die erste Berührung unserer Lippen ist kurz, zaghaft fast. Dann zieht er mich an sich, presst unsere Körper aneinander. Sein Mund nimmt meinen in Besitz. Anfangs lasse ich es nur zu, bald gehe ich darauf ein. Der Kuss ist wild und dauert eine Ewigkeit.

Atemlos löse ich mich von ihm. Seine Finger suchen den Reißverschluss am Rücken meines Kleides.

„Sag es sofort, wenn du etwas nicht möchtest.“ Wir stehen so eng aneinander, dass ich spüre, wie sein Bass in seinem Brustkorb vibriert. Wortlos bestätige ich, dass ich verstanden habe.

Nachdem das Kleid am Boden liegt, nimmt Victor zwei Schritte Abstand und betrachtet mich ausgiebig. Ich kann nicht anders als scheu erröten. Ich bin keine Zwanzig mehr und habe ein Kind zur Welt gebracht. Auch die feine Spitzenwäsche, die ich extra für diesen Anlass gekauft habe, kann die Unzulänglichkeiten meiner Figur nicht kaschieren.

Victor pfeift leise durch die Zähne. „Du bist schön. Noch schöner als auf den Videos. Ich will dich.“

Ich frage mich, ob ich ihm glauben kann. Doch als er sein T-Shirt und die Jeans auszieht, kann ich sehen, dass er nicht lügt. Der gewaltige Abdruck unter dem enganliegenden Slip beweist seine Absichten. Ich schlucke trocken. Es stimmt, was man über die Größe von Schwarzen sagt.

Er setzt sich auf die Bettkante und streift sein letztes Kleidungsstück ab. Meine Augen kleben an seiner Erektion, die stolz und groß vor ihm aufragt. Er steht Dirk in keiner Weise nach, im Gegenteil.

„Jessica?“

Mein Blick schnellt nach oben. Hitze färbt mein Dekolleté und meine Wangen. Wie peinlich. Was muss er nur von mir denken?

Er winkt mich näher zu sich heran.

„Du hast in deinem Profil geschrieben, dass du es magst, wenn man dich dominiert und grob behandelt. Ist das wahr?“

Ich kann ihm nicht in die Augen sehen. Ein zustimmendes „H-hm“ ist alles, was ich herausbringe. Es stimmt, aber ich bringe es nicht über mich, es laut auszusprechen.

„Knie dich hin!“

Er deutet auf den Boden zwischen seinen Füßen. Seine bisher sanfte, einfühlende Stimme hat jede Wärme verloren und schneidet wie scharfer Stahl. Ich sinke vor ihm auf die Knie. Seine Hände packen meinen Kopf, vergraben sich in meinem Haar.

„Mund auf.“

Ich habe kaum Zeit, einen letzten Atemzug zu nehmen, da schiebt er seinen dicken Schwanz schon in meine Kehle. Ich würge hilflos, gegen die Umklammerung komme ich nicht an. Sekunden hält er mich fest, in denen mein Puls immer lauter gegen meine Schädeldecke klopft.

Endlich zieht er sich zurück. Ich sauge Sauerstoff ein. Er stößt wieder zu. Wieder und wieder. Er macht mir klar, dass ich sein Spielzeug bin, mit dem er umgeht, wie es ihm beliebt. Speichel läuft über mein Kinn.

Ich hasse es. Und gleichzeitig macht es mich unheimlich heiß.

Ohne Vorwarnung lässt er von mir ab und wirft mich neben sich bäuchlings auf die Matratze. Er steht hinter mir. Seine Füße drängen meine auseinander.

„Arsch hoch.“

Bevor ich gehorchen kann, hebt er mich an der Hüfte nach oben. Mein Höschen reißt er gewaltsam zur Seite. Ich spüre und höre, wie die empfindliche Spitze reißt.

Ohne Zögern oder Vorbereitung dringt er mir seinen Rammbock in meine enge Spalte. In einem brutalen Stoß bis zum Anschlag. Zischend atme ich aus. Das Ding ist dicker als alles, was jemals in mir steckte. Ich könnte schreien. Gleichzeitig stelle ich überrascht fest, wie leicht er in mich hineinflutscht. Ich hatte nicht bemerkt, wie klatschnass ich schon bin.

Mit der Kraft und Geschwindigkeit eines Presslufthammers nagelt er mich aufs Bett. Ich vergesse Zeit und Raum. Mein Denken und Fühlen verengt sich auf das eine. Victor dehnt und füllt mich unglaublich. Ich weiß nicht mehr, was ich bin, wer ich bin, wo ich bin. Ich weiß nur noch: Ich will, dass er mich nimmt. Ohnmächtig ausgeliefert nehme ich alles hin, was er mir gibt.

Er kommt. Ich kann es spüren, hören und fühlen. Und dieses Gefühl reißt mich mit ihm in den Abyss. Sterne explodieren.

Es wird dunkel.

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