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Chapter 11
by
Papas_Liebling
What's next?
Auf dem Sofa
Den ganzen Tag suche ich nach einem Moment, in dem ich Thomas endlich allein erwische. Nur ein paar Minuten. Ein Gespräch unter vier Augen, mehr als flüchtige Worte im Vorbeigehen. Aber Dirk klebt an ihm wie ein Schatten. Weiß er, was ich vorhabe? Dass ich Thomas vor die Wahl stellen will: Ich oder sein bester Freund? Fast wirkt es, als hätte er Angst, uns unbeobachtet zu lassen.
Angst? Nein. Ich schnaube zynisch. Nicht Dirk. Er kennt so ein Gefühl nicht.
Oder will er einfach nur kontrollieren, was ich sage – wie ich es sage – und Thomas gleich wieder auf seine Seite ziehen?
Ich beiße mir auf die Innenseite der Wange. So oder so: Ich brauche Klarheit. Spätestens heute Nacht, wenn wir im Schlafzimmer sind.
Am späten Nachmittag hocken die beiden vor dem Fernseher, laut lachend, kommentierend, als gäbe es nichts Wichtigeres auf der Welt als diesen lächerlichen Sport. Ich sitze in der Küche, den Kopf auf meinen verschränkten Armen, und starre auf die Maserung des Holztisches, als könnte ich dort die Lösung finden. Aber mein Kopf ist leer. Und gleichzeitig viel zu voll.
Meine Augen brennen. Ich schlucke schwer. Nicht jetzt, sage ich mir. Nicht ****. Nicht vor ihm.
Thomas' Stimme hallt durch die Wohnung, ungewohnt laut, bestimmend. Fast befehlend. So kenne ich ihn gar nicht. Er spielt eine Rolle, das höre ich. Nur für Dirk. Nicht für mich. Ihn will er beeindrucken.
„Schatz, kommst du mal bitte?“
Seine Stimme reißt mich aus meinen Gedanken. Mein Herz zieht sich zusammen. Was kommt jetzt? Trotzdem stehe ich automatisch auf und gehe ins Wohnzimmer, als würde ein unsichtbarer Faden mich ziehen.
Thomas strahlt mich an, unnatürlich begeistert. Dirk hingegen lehnt sich zurück, ein schiefes Grinsen auf den Lippen, als würde er ein Schauspiel genießen, dessen Ausgang er schon kennt. Mir wird unwohl.
„Dirk hat vorgeschlagen, dass wir morgen was gemeinsam unternehmen“, sagt Thomas. „Sonntag, nur wir drei – klingt doch gut, oder?“
Seine Augen suchen meine. Ein strenger Zug um seinen Mund. „Setz dich doch zu uns, dann planen wir, was wir machen.“
Ich zögere, doch er klopft aufs Sofa. Unverkennbar das Zeichen "Setz dich."
Ich kenne ihn. Er wird keine Ruhe geben und quengeln, bis ich tue, was er will. Also bewege ich mich langsam zu ihnen, mit dem stillen Plan, so weit wie möglich von Dirk entfernt zu sitzen.
Doch bevor ich ankomme, rückt Thomas zur Seite. Gezielt. Berechnend. Und plötzlich gibt es nur noch diesen einen schmalen Platz – genau zwischen ihnen.
Mein Magen zieht sich zusammen.
Was soll das?
Ich sehe Thomas an, suche in seinem Gesicht nach einem Funken Verständnis, nach einem Hinweis, dass er merkt, wie unangenehm mir das ist. Doch er lächelt nur, abwesend, fast stolz auf seine „gute Idee“. Kapiert er denn gar nichts?
Also lasse ich mich nieder.
Kaum sitze ich, beugt sich Dirk zu mir. Zu nah. Ich spüre seine Körperwärme, seinen Atem, und dann – wie selbstverständlich – seine Hand auf meinem Oberschenkel.
Mein ganzer Körper gefriert. Eine Gänsehaut läuft mir über den Rücken. Ein Stich in meinen Magen, scharf wie ein Messer.
Thomas lächelt weiter, als wäre nichts geschehen.
Sieht er es nicht? Oder will er es nicht sehen?
Dirks Hand rutscht höher, immer höher. Ich weiß, wo das enden wird.
Ich will meine Beine schließen. Ganz fest denke ich daran. Aber stattdessen spreize ich sie weiter als zuvor. Rutsche tiefer ins Polster.
Ein letzter um Hilfe heischender Blick zu meinem Ehemann, der weiterredet, als führten wir nur eine harmlose Unterhaltung. Meine Augen schließen sich, mein Mund öffnet sich.
Die Hand hat ihr Ziel erreicht. Finger drücken sich in den Schritt meiner Jeans, reiben darüber, massieren mich durch den Stoff hindurch. Feuchtigkeit breitet sich in meinem Slip aus.
Ich stöhne leise. Meine Gedanken schweifen ab. Nur noch wie von fern höre ich Thomas’ Stimme. Saunaclub – privat – Worte, die aus seinem Mund keinen Sinn ergeben. Über so etwas haben wir noch nie gesprochen. Das passt doch gar nicht zu ihm. Ich erkenne meinen Mann nicht wieder. Hat Dirk ihm das eingeredet?
„Und? Was meinst du dazu?“
Es dauert eine Weile, bis ich kapiere, dass die Frage an mich gerichtet ist. Bevor ich den Mund aufbekomme, antwortet schon Dirk.
„Ja, klar machen wir das. Jessica wird es lieben.“
Wieso behauptet er so etwas? Woher glaubt er zu wissen, was mir gefällt?
Die Antwort darauf geben mir seine Finger. Er weiß ganz genau, was ich brauche, was mir guttut. Ich kann spüren, wie klatschnass ich schon bin. Bei der Vorstellung, dass die Nässe durch die Hose sickert und er feststellt, wie sehr ich ihm verfallen bin, werden meine Ohren heiß.
„Deine Frau hat einen absolut geilen Body, Thomas. Alle werden sie bewundern.“
„Meinst du wirklich?“ Ich höre deutlich aus seinem Tonfall, dass die Frage nicht ernst gemeint ist, sondern Thomas einfach nur stolz darauf ist, dass sein bester Freund mich attraktiv findet.
„Aber unbedingt! Zeig uns doch gleich mal, wie heiß du im Bikini aussiehst, Jessica.“
Jetzt. Jetzt ist eine Grenze erreicht. Jetzt muss Thomas Stopp sagen, denke ich.
Die Rückenlehne des Sofas bewegt sich leicht, als er sich aufrichtet.
‚Sag nein. Mach dem ein Ende!‘, schreie ich in Gedanken. Spreche ich es auch laut aus?
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Sein bester Freund
Es ist ja nur für ein paar Nächte
Mein Mann bringt seinen besten Freund zu uns nach Hause. Natürlich soll er bei uns übernachten, obwohl ich das nicht möchte.
Updated on Jan 20, 2026
by Papas_Liebling
Created on Nov 9, 2025
by Papas_Liebling
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