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Chapter 6 by RevenX RevenX

What's next?

ins Gym

Fabrikgasse 13. Niklas Koltizsch parkte seinen olivgrünen Renault Cactus im Innenhof des Gyms mit dem untrügerischen Namen "Hunk Ville" und betrat das Gebäude durch den ihm bekannten Lieferanteneingang, neben den großen Müllcontainern. Durch einen dunklen Flur, der stylish mit etwas bläulichen LED-Leuchten in atmosphärisches Schummerlicht getaucht war, gelangte er in den Bürotrakt des Gyms. In der Ferne hörte man etwas zu ambitioniert laute Musik, wohl aus den Trainingsbereichen mit den Fitnessgeräten. Stoische Loops und ein paar plumpe Textzeilen irgend einer drittklassigen „Musikerin“ passten mit ihren dauernden Wiederholungen hervorragend zu den immer gleichen Bewegungen der Übungen, die die Kunden des Studios an den Geräten ausführten.

Martin Höfner, der Betreiber des Sportzentrums, begrüßte ihn freundlich, als Niklas im Türrahmen seines Büros erschien.

„Klopf, klopf!“, verkündete Niklas sein Erscheinen beim Betreten des sauber und unaufgeregt sortierten Raumes, in dem sein Freund Martin an einem offensichtlich teuren Schreibtisch saß. Auf dem Tisch standen einige goldene Pokale, sauber poliert. Auszeichnungen für das Fitnessstudio, nahm Koltizsch an. Höfner schaute von seinen Papieren über die auf die Nasenspitze herunter geschobene Lesebrille, als er den Kopf in Richtung der Tür drehte. Sofort legte er Stift und Papier aus der Hand und stand auf, um Niklas zu begrüßen.

„Niklas! Na DAS wurde aber auch mal wieder Zeit! Wie geht es dir? Lange nichts mehr von dir gehört. Zumindest lese ich ab und an mal einen deiner Berichte im Lokalsportteil des Gretwalder Rundblicks. Gute Fotos! Dir scheint der Jugendfußball zu liegen.“ Martin Höfner tippte auf die Zeitung auf seinem Schreibtisch, bei welcher der besagte Lokalsportteil aufgeschlagen oben lag. Das Foto, eine Großaufnahme von Jeremias’ angespanntem Körper, als dieser vergeblich versuchte, den Torschuss zu halten und die Niederlage seiner Mannschaft am vergangenen Sonntag noch abzuwenden. Der Betreiber des Gyms lächelte den Fotografen wissend and und war sich offenbar sehr sicher, welchen kleinen Seitenhieb er Niklas geben konnte, damit der ihn auch versteht. Die beiden Männer kannten sich seit vielen Jahren und teilten die ein oder andere Leidenschaft.

„Jeremias Pohuber.“ Martin tippte auf das Foto in der Zeitung. „Himmel, war der sauer nach dem Spiel! Er hat es halt auch selbst verkackt.“

„Du kennst ihn?!“ Niklas wunderte sich ein wenig, dass Martin offenbar kundig im Kreisligafußball des kleinen Ortes war.

Martin grinste leicht, als er den Kopf etwas senkte, wieder über die Brille zu Niklas schaute und eine Nuance leiser antwortete: „Ich habe großes Glück, Niklas. Meine Jüngste, Vanessa, ist mit diesem kleinen Zuchthengst hier zusammen. Schon seit einem Jahr sehe ich ihn nicht nur schwitzend hier im Klub, sondern auch regelmäßig bei uns daheim. Ich kann nicht sagen, dass mir das nicht gefällt.“ Sein Grinsen wurde breiter.

„Verstehe. Was für ein Zufall.“, lächelte nun auch der Fotograf. „Nun ja, so ganz zufällig ist das wieder nicht. Wir arbeiten schon seit zwei Jahren daran, dass unsere Nessi sich den strammen Torwart angelt.“ Höfner schaute Koltizsch tief in die Augen und sagte bestimmt „Bist Du noch im Geschäft oder machst Du nun Landschaftsaufnahmen? Der Lokalsportteil sieht jedenfalls nicht nach einem Reisebericht aus.“

Der Fotograf sah sich einmal prüfend um, ob Zuhörer in der Nähe waren. Sie waren allein.

„Outdoor. Landschaftsaufnahmen, meistens. Manchmal auch was Indoor. Je nach dem, wer gerade in der Landschaft besonders gut aussieht.“ Niklas wechselte die Anspielung fachmännisch und gab damit automatisch zu verstehen, dass beide Männer durchaus dasselbe meinten.

„Die imposanten Arschhügel des jungen Jeremias hier zum Beispiel. Da kann sich meine Kamera kaum sattsehen. Und die Schlucht dazwischen…. Junge, Junge!“

„Mein Gott, was für ein perfekter Arsch, nicht wahr!?“, gab Martin halblaut zurück. Niklas sah das Funkeln in seinen Augen. „Mensch, Niklas! Der komplette Körper von dem Jerre ist Premium! Was für ein Jungbulle! Als ich ihn das erste Mal bei uns trainieren sah, habe ich mir direkt danach zu den Aufnahmen erst einmal heftig einen runtergeholt und meine kleine Nessi auf ihn angesetzt. Du glaubst nicht, wie hart meine Latte war, als sie nach ein paar Wochen sagte, dass sie nun mit ihm zusammen sei!“

Koltizsch zog die Augenbrauen zusammen. „Aufnahmen?“

„Selbstverständlich!“ Martin schloss die Tür zu seinem Büro und verriegelte sie. An einer Wand hing ein 60 Zoll großer Flatscreen TV. Einige Tastendrücke auf der Fernbedienung später zauberte der Betreiber des Gyms Video-Files aus einem Archiv auf den Bildschirm.

Mehrere Ordner, einer davon „Jeremias, 24“ benannt. Niklas staunte nicht schlecht als Martin eines der vielen Videos öffnete und man den hübschen jungen Torwart aus verschiedenen Kameraperspektiven sehen konnte. Jeremias, wie er sich auf einem Laufband bewegte, auf einem Ergometer-Bike strampelte oder sein Muskelspiel, während er auf der Bank Gewichte drückte. Unanständig geile Perspektiven, teils nahe heran gezoomt, auf den deutlich sichtbar ausgefüllten Schritt des hübschen Jugendfußballers, auf sein angestrengtes Gesicht. Schweiß glitzerte auf seiner Haut.

„Oh verdammt….!“ Sprach Niklas mit großen Augen und starrte mit offenem Mund auf den Bildschirm. „Du hast ihn dabei gefilmt?“

„Nicht nur ihn. Und nicht nur das. Jeremias hat einen eigenen, treuen Fanklub. Die verpassen keine Folge."

„Moment. Du Teufel! Ist das etwa eine Aufnahme aus einem Live-Stream?“ In den Augen des Fotografen spiegelte sich eine faszinierte Erkenntnis wider. „Exakt. Und auf den warten im Schnitt so 20 bis 30 treue Fans. Jeden Dienstag um 21:30 Uhr.“

Niklas malte sich aus, wie viele Hände zu diesem Schauspiel zeitgleich und aufgegeilt harte Erektionen bearbeiten mussten. „Und… weiß er das?“ Koltizsch schaute etwas nachdenklich.

„Würde das irgend etwas besser machen?“, konterte Höfner mit einer hochgezogenen Augenbraue und einem verschmitzten Lächeln. Die Jeans des Sportfotografen zeigte augenblicklich eine kaum zu ignorierende Ausbeulung.

„Siehst Du. Und wie ich unschwer sehen kann, gefällt dir, was Du siehst.“ Martin grinste wieder breiter. In einer Ecke des Screens war einer Art Info-Box eingeblendet. Zahlen tanzten auf und ab. „Gutes Auge, mein Freund! Das sind seine Vitalzeichen, hier links.“ fuhr Höfner fort. „Und dort rechts", er deutete auf den gegenüberliegenden Rand des Bildschirms, "die Einstellungen des jeweiligen Fitnessgerätes, welches er gerade beackert. Welche Leistungsstufe eingestellt ist, wie viel Watt, also gegen welchen Widerstand unser kleiner Zuchthengst gerade arbeitet. Hier seine Körpertemperatur, hier die Raumtemperatur." Höfner war sichtlich ein wenig stolz auf diese perfekte Umsetzung seiner versauten Ideen.

"Wir haben einen Deal mit den Sportvereinen vor Ort. Unsere Abos sind für deren Mitglieder unschlagbar günstig. Also kommen alle zu uns ins „Hunk Ville“. Dieses breite Grinsen legte sich wieder auf das Gesicht des mittelalten Mannes, der nun auch etwas auffällig seinen Schritt mit der Hand sortierte.

"Jeder der Jungs bekommt einen Schlüssel mit einem eigenen RF-ID Chip, um das jeweilige Gerät freizuschalten und um im Hintergrund seinen eigenen Trainingsfortschritt aufzuzeichnen. So haben wir es ihnen zumindest verkauft, um eine Erklärung für die Daten zu liefern, hehe. Für Jeremias haben wir seinen Chip mit einer Art „doppelter Buchführung“ programmiert: wenn er damit ein Gerät freischaltet, eine Stufe auf dem Laufband oder dem Ergometer oder so auswählt, ist es für ihn 20 % schwerer als für die anderen. Das weiß er natürlich nicht. Aber sein viel zu großes Ego verbietet ihm natürlich jeden Zweifel oder gar eine Nachfrage.

Wenn vor ihm jemand das Laufband auf Stufe 4 genutzt hat, dann sagt sein Stolz ihm, dass er das natürlich auch locker kann. Ohne zu klagen oder sich als schwächlich auszugeben. Und... natürlich ohne zu ahnen, dass das Gerät für ihn extra schwer läuft. Die Ergo-Bikes zum Beispiel zeigen bei ihm generell 3 km/h weniger an, damit er umso fester strampelt und sich anstrengen muss. Wir fordern seinen fitten, schönen, geilen Körper immer noch ein Bisschen mehr, lassen ihn stärker schwitzen und sich richtig abmühen. So optimieren wir ihn und freuen uns natürlich daran, ihn richtig rackern zu sehen.

Natürlich ist auch die Flatrate für die Protein-Shakes vorn an der Bar Teil unseres Abo-Pakets. Du kannst dir sicher denken, dass Jerres Shakes immer noch einmal etwas... Tuning von uns bekommen.“

Der aufgegeilte Fotograf schaut den Gym-Betreiber ungläubig und mit immer noch leicht offen stehendem Mund an. „Ist das geil! Aber... was für ein Tuning meinst Du, Martin?“

„Nahrungsergänzungsmittel. Oftmals etwas besonders Schweißtreibendes. Und natürlich Zink.“

Höfner sah in die offenbar verständnislosen Augen des Fotografen und fuhr ungefragt mit einer Erklärung fort. „Das steigert seine Spermaproduktion. Mit jedem Protein-Shake hier pumpen wir ihm quasi die jungen, prallen Eier auf. Was meinst Du, was der für einen Druck hat! Und ich sage dir, meine Vanessa gibt sich alle Mühe, Jeremias dabei zu helfen. Das hört man gut, wenn ich mal unerwartet früher nach Hause komme. Ich liebe es, mich leise hineinzuschleichen und etwas zuzuhören. Es ist wunderbar, sein teils verzweifeltes Grunzen und Stöhnen zu hören, wenn sie ihm seine Latte bearbeitet und diesen Druck löst!

Aber auf sie allein verlassen wir uns dabei natürlich nicht. Wir spielen dem hübschen jungen Fußballgott immer mal wieder eine schwanzgierige Kleine aus dem Nachbarort zu. So eine richtig rattige junge Schlampe, die auf Moral pfeift und sich gern etwas nebenbei verdient. Die macht das gern gegen etwas Bezahlung. Und Jeremias denkt, er habe eine geheime Fickbeziehung nebenbei laufen. Dabei ist alles minutiös von uns geplant. Alles, um ihn vorzubereiten.“

„Uns?“ Niklas schaute planlos und mit einem sehr gut sichtbaren Zelt in seiner Hose wieder in Martins Gesicht. Dann wieder auf das Video von Jeremias auf dem großen Bildschirm, auf dem der hübsche junge Mann gerade verschwitzt auf einem Ergo-Bike kämpfte. Die Anzeigen in der Bildschirmecke zeigten, wie der Puls und die Körpertemperatur des potenten Torwarts anstiegen.

„Ja, uns.“ Grinste Martin bestimmt.

Wer ist "uns"?

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