Disable your Ad Blocker! Thanks :)
Chapter 2
by
Papas_Liebling
What's next?
Ins Schlafzimmer
Daniel wandte sich wieder dem technischen Problem zu, auch wenn er sich des Eindrucks nicht erwehren konnte, dass seine neueste Kundin eine ganz andere Hilfe dringender benötigte. Etwas persönlichen Beistand.
Aber das ging ihn nichts an. Also hockte er weiterhin neben dem Router auf dem Teppichboden, überprüfte die Anschlüsse und führte mehrere Tests durch, ohne der Ursache der Störung näher zu kommen.
„Hmm? Strom ist da. Software ist aktuell, Konfiguration stimmt... aber das Signal kommt nicht durch“, sagte er zu sich selbst und beobachtete die blinkenden Anzeigeleuchten. „Die Leitung draußen ist in Ordnung, das haben meine Kollegen schon geprüft – aber irgendetwas blockiert das Signal, bevor es hier ankommt. Als Nächstes müsste ich die Anschlussdose überprüfen.“
Er zupfte etwas ratlos an den Kabeln, die hinter der Bodenleiste verschwanden. Samiras Stirn runzelte sich leicht, sie verstand vermutlich noch nicht mal die Hälfte von dem, was er versuchte zu erklären.
„Wo … ist was?“, fragte sie verunsichert.
„Die Anschlussdose. Normalerweise ist sie dort, wo auch der Telefonanschluss liegt“, beschrieb er und blickte zu ihr auf. „In der Wand, vielleicht in einer Ecke oder hinter einem Schrank. Sieht aus wie eine Steckdose, aus der Kabel kommen, aber nicht für Strom, sondern für Telefon, Computer und so weiter.“
Er sah sich suchend im Zimmer um und bemerkte aus den Augenwinkeln, wie sich ihre Haltung veränderte – sie verkrampfte sich und zog sich nach innen zurück. Ihr Mund öffnete und schloss sich mehrmals, ohne dass verständliche Worte herauskamen.
"Wie bitte? Ich habe Sie nicht verstanden", hakte Daniel nach.
„Im Schlafzimmer?“, fiepte sie, ihre Stimme leise und quietschend, als wäre das Wort gefährlich für sie.
„Das kann ich mir sogar gut vorstellen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass man den Anschluss in diesen Altbauwohnungen dort installiert hat", sagte er leichthin, ohne weiter auf ihr offensichtliches Unbehagen einzugehen. In der Hoffnung, dass es beruhigend wirkte, fügte er hinzu: „Es dauert nur eine Minute nachzuschauen.“
Sie zögerte. Er wurde ungeduldig.
"Hier kann ich nichts weiter tun", schob er ein, "natürlich kann ich später noch einmal wiederkommen, wenn Ihr Mann zuhause ist. Aber ob wir dafür kurzfristig einen Termin hinbekommen, kann ich nicht garantieren."
Die Stimme ihres Mannes klang ihr noch in den Ohren, bestimmt und streng: „Lass das reparieren, Samira. Ich brauche es, wenn ich zurückkomme.“
Sie wurde unruhig, hin und her gerissen zwischen der Pflicht, ihrem Mann zu gehorchen, und der anerzogenen Sittsamkeit, nicht alleine mit fremden Männern in einem Raum zu sein. Schon gar nicht in ihrem Ehe-Schlafzimmer. Schließlich siegte ihre Angst vor den Konsequenzen, die drohten, wenn ihr Mann zurückkehrte und unzufrieden feststellen müsste, dass das Problem nicht behoben war. Dies wäre schlimmer als das bloß unbehagliche Gefühl, mit einem Fremden in ein privates Zimmer zu gehen. Sie nickte zurückhaltend.
„Hier entlang“, sagte sie, kaum hörbar. Sie führte Daniel einen kurzen Flur entlang. Die Tür zum Schlafzimmer war geschlossen. Ihre Hand verharrte einen Moment über der Klinke, bevor sie sie hinabdrückte.
Der Raum wirkte anders als der Rest der Wohnung – irgendwie weicher. Weiblicher. Cremefarbene Vorhänge. Ein niedriges Doppelbett mit einer ordentlich gefalteten Tagesdecke. Ein kleiner Nachttisch mit einem Koran und einem Glas für Wasser. Die Luft roch süßer, sauberer. Daniel trat vorsichtig ein, er hatte das Gefühl, ein verbotenes, verwunschenes Land entdeckt zu haben. Er schaute sich nachdenklich um.
„Ah, hier ist sie ja“, sagte er und entdeckte die kleine beigefarbene Steckdosen-Verkleidung in Bodennähe. Er hockte sich wieder hin und öffnete sie mit einem Schraubenzieher.
Sie schwieg, aber er konnte ihr Atmen hören, das etwas schneller und aufgeregter klang als zuvor. Es war nicht unbedingt Angst – eher ein Unbehagen, weil jemand, den sie nicht kannte, in diesem Raum war, der nur ihr und ihrem Gemahl vorbehalten sein sollte.
„Ein korrodierter Kontakt“, murmelte er. „Ich müsste eigentlich die ganze Dose tauschen. Diese alten Modelle werden heute nicht mehr verbaut. Die neuen haben aber einen anderen Querschnitt. Dazu müsste ich die Wand ein Stück aufstemmen. Das wird was Größeres.“
Sie hielt die Luft an. Obwohl er sich nicht umdrehte, um sie anzusehen, nahm er dennoch wahr, wie tief sie diese Auskunft erschütterte.
"Kann man da gar nichts mehr machen?" Ihre Stimme klang besorgt und zittrig. Daniel dachte nach.
"Ich weiß nicht. Ersatzteile gibt's da schon längst nicht mehr. Ich müsste in der Firma suchen, ob wir zufällig noch sowas da haben. Bis dahin... Moment. Ich versuch mal was."
Er ließ sich im Schneidersitz nieder, baute die Anschlussdose auseinander und bearbeitete die Kontakte mit feinem Schmirgelpapier. Dann setzte er sie wieder ein und schloss die Kabel an. Als er fertig war, stand er auf und klopfte sich die Hände an der Hose ab.
„So könnte es gehen“, meinte er, sichtlich mit sich selbst zufrieden, „Lassen Sie uns den Router noch einmal überprüfen.“
„Ja“, sagte sie schnell, froh, sich wieder auf das sicherere Terrain des Wohnzimmers begeben zu können. Kurz begegneten sich ihre Blicke und zum ersten Mal sah sie ihn offen an. Sie sagte nichts. Dann errötete sie und wandte schnell die Augen ab.
What's next?
Samira und das Internet
Muslima entdeckt Neues
Die verheiratete Muslima Samira scheut den Kontakt zu fremden Männern und moderner Technik, doch eine für sie außergewöhnliche Situation eröffnet ihr neue Welten. Dabei hilft ihr der junge IT-Techniker Daniel.
Updated on Oct 7, 2025
by Papas_Liebling
Created on Sep 28, 2025
by Papas_Liebling
- All Comments
- Chapter Comments
