Samira und das Internet
Muslima entdeckt Neues
Chapter 1
by
Papas_Liebling
Als Daniel an der Tür mit dem Namensschild "Fam. Rahman" klingelte, hörte er leise Schritte hinter der Tür, dann eine Pause. Eine Sekunde verging. Zwei. Drei. Er war sich sicher, dass eine Person auf der anderen Seite stand; ein Schatten hinter dem Türspion. Aber diese zögerte zu öffnen. Er meinte, die herrschende Unsicherheit fast durch das Holz spüren zu können. Schließlich öffnete sich ein Türspalt gerade so weit, dass er dahinter ein Gesicht erkennen konnte, das in weichem beigem Stoff eingerahmt war. Ihre dunklen Augen – groß, vorsichtig – trafen für einen Moment seine, bevor sie sich wieder sittsam zu Boden senkten.
„Internet-Notdienst“, sagte er und hob seine Werkzeugtasche ein wenig an, als wäre sie ein Ausweis, der seine Identität bestätigte. "Sie sind Frau Rahman?"
Rahman war sein erster Kunde an diesem frühen Montagmorgen. "Eilt! Sofort. Notfall" war auf seinem Arbeitsplan gestanden, der ihm immer über Nacht automatisch auf das Techniker-Laptop synchronisiert wurde. Ein merkwürdiger Widerspruch zu de zögerlichen Verhalten der Kundin.
Sie nickte einmal als Antwort auf seine Frage, ihre Lippen fest aufeinandergepresst. Kein Lächeln. Sie trat schweigend beiseite und hielt die Tür mit ihrer Handfläche offen. Als er an ihr vorbeiging, errötete sie, als sei es etwas Unanständiges, einen Mann in die Wohnung einzulassen.
Daniel war schon in vielen fremden Wohnungen gewesen. Er hatte den Job direkt nach seiner Ausbildung zum Fachinformatiker vor über zwei Jahren angenommen. Anfangs fand er es noch komisch, quasi in die Privatsphäre anderer Menschen einzutreten, aber inzwischen hatte er sich daran gewöhnt. Es sah irgendwie immer gleich aus: Hinter der Wohnungstür standen Schuhe in einer Reihe oder lagen auf einem Haufen an der Wand, durch offene Türen sah man ungemachte Betten oder gestapeltes schmutziges Geschirr. Meist hing der Geruch der letzten Mahlzeit noch in der Luft.
Aber hier? Hier war alles ordentlich, fast zu ordentlich. Die Wohnung war makellos aufgeräumt. Die Luft duftete schwach nach Kardamom und etwas Blumigem. Ein dicker gemusterter Teppich dämpfte seine Schritte.
„Wo steht der Router?“, fragte er und sah sie an. Sie blickte verlegen zu Boden. "Das Gerät, mit dem die Verbindung zum Internet hergestellt wird. Es steht meist in der Nähe des Computers", erläuterte er weiter.
Nun erhellte sich ihr Gesichtsausdruck. Sie deutete auf eine Tür, die ins Wohnzimmer führte. Ihre Stimme war leise, als sie sprach, als würde sie sich selbst fragen, ob ihre Antwort richtig sei: „Da drin ... bitte.“
Der Router stand auf einem niedrigen Tischchen an der Wand, die WLAN Antennen ausgeklappt, die Leuchtdioden dunkel. Auf einem kleinen Schreibtisch daneben ein Monitor und eine Tastatur. Der PC, ein älteres Modell, darunter. Ein paar ineinander verschlungene Kabel führten an der Wand nach unten und verschwanden hinter der Sockelleiste.
Daniel hockte sich vor dem Tischchen hin und machte ein paar kurze Tests. Es fiel ihm ungewöhnlich schwer, sich darauf zu konzentrieren. Er spürte die Anwesenheit der Frau hinter sich – nicht nah, aber auch nicht weit weg. Es kribbelte in seinem Genick, wie wenn man etwas Verbotenes tut und hofft, dabei nicht erwischt zu werden.
„Was genau ist das Problem, Frau Rahman?“, sagte er, hauptsächlich, um die unangenehme Stille zu füllen.
Sie schwieg. Daniel drehte sich um, die Augenbrauen fragend hochgezogen. Für einen Sekundenbruchteil trafen sich ihre Augen, dann wandte sie rasch wieder ihren Blick ab, als sei es ihr peinlich.
"Mein Mann hat doch deswegen gestern bei Ihnen angerufen und alles erklärt? Ich kenne mich mit technischen Dingen nicht so gut aus", antwortete sie ausweichend. Ihre Stimme wechselte dabei von einem leicht anklagenden hin zu einem entschuldigenden Ton.
„Ja. Sicher. Aber es hilft normalerweise bei der Fehlersuche, wenn sie es nochmal mit eigenen Worten schildern. Dann bin ich schneller fertig.“
Diese Begründung leuchtete ihr ein. Anscheinend war ihr Daniels Anwesenheit unangenehm und die Aussicht, dass er bald wieder verschwinden könnte, war eine große Erleichterung für sie. Sie runzelte die Stirn im sichtlichen Bemühen, sich an Einzelheiten zu erinnern.
„Mein Mann hat gestern festgestellt, dass er mit seinem Computer nicht mehr ins Internet kann“, fing sie stockend an zu erzählen, "er rief dann beim Notdienst an und bekam die Auskunft, dass man ihm nicht sofort helfen kann und ein Techniker vorbeikommen muss. Mein Mann hat dann sofort den Auftrag dazu erteilt, aber er war... sehr verärgert."
So wie sich die Frau bei den letzten Worten unwillkürlich duckte, konnte sich Daniel vorstellen, dass 'verärgert' eine deutliche Untertreibung dessen war, was sich abgespielt hatte. Vermutlich hatte er seine Wut an ihr ausgelassen. Ohne ihn persönlich getroffen zu haben, konnte Daniel Herrn Rahman schon jetzt nicht leiden.
„Er braucht das Internet dringend für seine Arbeit. Er muss viel am Wochenende zuhause erledigen, denn unter der Woche ist er geschäftlich unterwegs.“ Die Art, wie sie das sagte, klang fast wie eine Rechtfertigung dafür, dass sie allein zuhause war. Sie schien nicht begeistert darüber zu sein, aber keine Alternative zu sehen.
Dennoch bemerkte er hin und wieder ein Flackern in ihren Augen – etwas das nicht zwischen Unsicherheit und Besorgnis schwebte, sondern... war es Neugier?
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Die verheiratete Muslima Samira scheut den Kontakt zu fremden Männern und moderner Technik, doch eine für sie außergewöhnliche Situation eröffnet ihr neue Welten. Dabei hilft ihr der junge IT-Techniker Daniel.
Updated on Oct 7, 2025
by Papas_Liebling
Created on Sep 28, 2025
by Papas_Liebling
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