Eine ganz normale Ehefrau

Eine ganz normale Ehefrau

Zumindest wie ich es definiere.

Chapter 1 by Jan1974 Jan1974

Hallo, mein Name ist Sonja.
Und auch wenn man Frauen so etwas angeblich nicht fragt – ich bin Anfang 50. Aber was bedeutet schon die Zahl? Man sagt ja immer, man ist so alt, wie man sich anfühlt. Und bis jetzt habe ich noch keine Beschwerden bekommen von den Leuten, die mich angefasst haben. Ich bin nicht ****, aber lebendig. Und ich weiß ziemlich genau, was ich will.

Ich bin verheiratet mit Jan – meinem Mann, meinem Vertrauten, meinem Spiegel. Wir sind seit über dreißig Jahren ein Paar, und obwohl das nach Routine klingen mag, fühlt es sich für mich ganz anders an. Unsere Ehe ist nicht grau geworden. Im Gegenteil: sie schillert. Mal sinnlich, mal verspielt, mal aufregend unanständig. Aber vor allem: ehrlich.

Jan ist mein Fels. Er ist der Mann, der mir nicht nur Liebe schenkt, sondern Freiheit. Und das ist es, was unsere Beziehung so besonders macht: Er hält mich nicht fest – er lässt mich fliegen. Und er liebt es, mir beim Fliegen zuzusehen.

Ja, ich liebe Sex. Mit Männern. Mit Frauen. Und nicht nur mit meinem Mann – auch wenn Jan immer mein Zuhause bleibt. Ich suche keine Eroberungen um jeden Preis, aber wenn sich die Gelegenheit ergibt und die Chemie stimmt, dann brauche ich keine lange Anlaufzeit. Ich war nie der Typ Frau, der sich lange bitten lässt, wenn sie spürt, dass sie etwas – oder jemanden – wirklich will.

Ich genieße es, zu provozieren. Mich zu nehmen, was mich reizt. Mich zu zeigen, wenn mir danach ist. Und manchmal entstehen daraus spannende Begegnungen, in denen Lust und Intimität in einem ganz neuen Licht erscheinen.

Bevor du dich jetzt fragst: Weiß mein Mann davon?
Oh ja. Jan weiß alles.

Wir reden über alles. Immer. Das ist unsere stille Übereinkunft – und unsere größte Lust. Wenn ich nach Hause komme – nach einer Reise, einem Abend, einem besonderen Erlebnis – dann wartet er oft schon mit dieser ganz bestimmten Erwartung in den Augen. Er fragt nicht direkt. Er braucht das auch nicht. Er sieht es mir an, wenn etwas passiert ist. Und wenn ich dann beginne zu erzählen, wenn ich jedes kleine Detail ausbreite – wie es angefangen hat, wie es sich gesteigert hat, wie ich mich gefühlt habe – dann sehe ich, wie sehr ihn das erregt. Wie sehr ihn das fesselt. Manchmal legt er dabei nur seine Hand auf meinen Oberschenkel, manchmal muss er sich wirklich einen runterholen, während ich rede. Und ich genieße das. Dieses Nachbrennen. Dieses Wiedererleben.

Unsere Ehe ist vielleicht keine „normale“ Ehe. Aber sie ist unsere. Und sie funktioniert. Mit einer Mischung aus Liebe, Vertrauen, Lust – und einer ganz besonderen Form von Offenheit.

Warum ich jetzt hier eine eigene Geschichte erzähle?

Weil ich oft allein unterwegs bin. Beruflich. Privat. Manchmal durch meinen Verein, manchmal durch Seminare oder Messen. Und weil auf solchen Reisen nicht selten Dinge passieren, über die man vielleicht lieber schweigt – oder eben nicht. Ich bin kein schüchternes Mädchen. Und wenn mich etwas reizt, wenn jemand meine Lust weckt, dann frage ich nicht erst lange nach Erlaubnis. Ich weiß, dass Jan sich darauf freut, davon zu hören.

Ich möchte noch den Hinweis auf die Geschichte "Eine ganz normale Ehe" geben, die Jan geschrieben hat. In dieser Geschichte beschreibt er viele der Dinge, die wir zusammen erleben und welche Dynamik unsere Beziehung ausmacht. Es ist eine sehr persönliche Erzählung, die vieles von dem, was ich hier beschreibe, noch weiter vertieft. Falls du mehr über uns erfahren möchtest, kann ich dir diesen Text nur empfehlen.

Ich bin Sonja. Und das ist meine Sicht der Dinge.
Unsere Ehe mag anders sein – aber sie ist vielleicht ehrlicher, als viele andere es sich je trauen würden.

Natürlich gibt es auch bei mir Tabus – wenn auch nur wenige. Aber die, die es gibt, sind klar und deutlich.

Ein Tabu ist die ****. Und ehrlich gesagt: Das ist für mich völlig selbstverständlich. Ich verspüre nicht das Geringste Interesse an Verwandten, in welcher Form auch immer – also stellt sich da auch kein Konflikt.

Das zweite klare Tabu betrifft Kolleginnen und Kollegen aus dem Job. Ja, ich gebe zu: Auch dort gibt es den ein oder anderen Menschen, den ich nicht von der Bettkante stoßen würde. Aber das führt am Ende nur zu Komplikationen, und genau darauf habe ich keine Lust. Die Arbeit ist mein berufliches Umfeld – und das bleibt auch so. Punkt.

Dass ich im Job oft unterwegs bin – beruflich bedingt – macht es natürlich trotzdem spannend. Neue Orte, neue Begegnungen, neue Impulse. Aber eben nicht mit Menschen, mit denen ich montags wieder im Meeting sitzen muss.

Und was das Vereinsleben angeht… sagen wir es mal so: Das ist kein Tabu. Aber ich bin da durchaus vorsichtiger. Es hängt eben immer vom Moment ab – und von der Dynamik. Ausschließen würde ich da jedenfalls nichts.

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