Disable your Ad Blocker! Thanks :)
Chapter 23
by
Mercadus
What's next?
Scham
Der Himmel war milchig, nicht mehr ganz Tag, noch nicht Nacht. Die letzten Autos auf der Landstraße klangen, als kämen sie aus einer anderen Welt, dumpf, wie durch Watte. Thomas parkte den Leihwagen neben einem knorrigen Busch, der Wind streichelte die Karosserie
Michelle stand schon draußen, die Haare lose, ein zu weiter Pullover, der ihr über die Schulter rutschte. Sie sagte nichts. Schaute. Weit unten, das Lichtermeer der Stadt. Undefiniert. Wie das, was zwischen ihnen hing.
„Du hast oft beobachtet“, sagte sie schließlich, ohne ihn anzusehen.
Thomas zuckte kaum sichtbar. „Und du hast dich oft beobachten lassen.“
Sie drehte sich um, ließ sich auf die Bank am Hang fallen. Der Wind zerrte an den Ärmeln. Ein Zug flog durch ihr Gesicht. Thomas setzte sich neben sie, der Abstand zu groß, um Nähe zu bedeuten, zu klein für Ehrlichkeit.
„Ich hab oft an Tom gedacht“, murmelte er.
„Pixie. Meine Freundin von früher...“ Michelle fuhr mit der Zunge über die Lippe, „die hat mich einmal geküsst und ich hab monatelang nicht schlafen können. So ein sauberer Kuss. Und so schmutzig.“ Sie lachte leise.
Thomas antwortete nicht sofort. In seinem Kopf liefen Bilder. Tom. Seine Hände. Die Klarheit darin. Die Wärme. Die Erlaubnis, sich aufzulösen.
„Ich hab dich gesehen“, sagte er schließlich. „Wie du mit Andreas... du warst nicht du. Du warst jemand, der dich spielt. Aber mit Tom warst du... du.“
Michelle legte ihre Hand auf seinen Oberschenkel. Ganz ruhig. Keine Einladung. Eher wie ein Beweis. Dass sie noch da war.
„Ich weiß nicht, ob ich das für dich mache oder für mich“, sagte sie. „Dieses... ausgestellt sein.“
„Ist das wichtig?“ fragte er.
Sie drehte sich zu ihm, krabbelte über ihn, saß jetzt auf seinen Oberschenkeln, drückte ihre Stirn an seine. Keine Küsse. Nur Nähe, die sich wie eine Frage anfühlte.
„Ich kann dir nicht geben, was Tom dir gibt“, flüsterte sie.
„Du gibst mir was anderes“, antwortete er.
Sie lachten. Kurz. Wie ****. Dann fiel alles zurück. Michelle streifte ihren Pullover ab, darunter nichts als Haut und Gänsehaut. Thomas legte die Hände auf ihre Taille, zögernd, als dürfe er sie nicht berühren, obwohl sie längst dort war.
Der Abend war ein Vorwand. Der Sex eine Sprache, mit der sie sich erklärten, ohne etwas auszusprechen. Er rieb sich an ihr wie ein Mann, der vergessen will. Sie hielt ihn wie eine Frau, die sich erinnert. Als sei alles Beobachten, jede Lust, jede Scham nur ein Vorhof zu dem, was jetzt war: Zwei Körper, zwei Schuldige.
Sie sprachen nicht über das, was wirklich zwischen ihnen lag. Über die Lust, gesehen zu werden. Über die Vorstellung, ausgestellt zu sein – nicht im Museum, sondern im Fleisch, in der Hitze eines Blicks, der sie beide auffraß. Michelle senkte den Blick, als könnte er ihre Gedanken lesen. Thomas lachte zu spät, zu laut – und hörte dann wieder zu abrupt damit auf."Scham," hatte Michelle mal irgendwo gelesen, "ist der Aufschrei der Seele gegen sich selbst." Sie wusste nicht, ob das Hilgers war oder nur eine feministisch aufgeladene Zeile aus einem alten Essay. Aber sie spürte sie, diese Scham. Nicht die, die man empfindet, wenn man erwischt wird – sondern die, die einem die Haut heiß macht, wenn man merkt, dass man sich etwas wünscht, das man eigentlich ablehnen sollte. Oder das man, im Licht eines gewöhnlichen Tages, von anderen ablehnen lassen würde.
Thomas ging es nicht anders. Das Bedürfnis, Michelle zu teilen, war ekelhaft. Unanständig. Und trotzdem: erregend. Wie ein Hund, der bestraft wird, aber trotzdem immer wieder an dieselbe Stelle pinkelt. Seine Fantasie war ein dunkler Garten, den er selbst nicht zu betreten wagte – außer nachts, im Schutz der Erinnerung. Nur Tom hatte ihn verstanden. Und auch ihn nicht ausgelacht, als er zugab, dass es ihn erregte, wenn jemand zusah. Oder wenn jemand anderes Hand anlegte. Vielleicht war das die Scham – nicht die Angst vor dem Entdecktwerden, sondern die Angst davor, sich selbst zu entdecken.
Thomas stand plötzlich auf, trat einen halben Schritt zurück, als müsste er sich selbst aus dem Griff seiner Gedanken reißen. Die Dämmerung färbte den Himmel, rostiges Violett.
Er sah Michelle an, nicht sanft, sondern forschend. Als prüfe er, ob das, was zwischen ihnen war, wirklich war. Dann trat er näher, hob ihr Kinn an. Kein Lächeln. Nur die Frage in seinen Augen, ob sie bereit war. Bereit, mit ihm tiefer in das zu tauchen, was sie beide kaum auszusprechen wagten.
Seine Hand fuhr in ihren Nacken, fest, beinahe schroff. Dann drückte er sie langsam nach unten, bis sie auf den Knien war, mitten im weichen Gras. Ihr Blick ging nach oben, Madonna von der Gnaden. fucking schön nass wie weihwasser
"Du willst das", sagte er leise, fast tonlos. Sie nickte kaum sichtbar. Öffnete ihren Mund und stopfte ihn in sich hinein, in dieser unbeholfenen Art wie Mädchen Schwänze blasen. Eine Sprache ohne Worte
Nichts war zärtlich. Nichts verspielt. Nur ein Drang, ein gemeinsames Fallen. Sie nahm ihn zwischen ihre "Scham", langsam erst, dann gieriger, als würde sie die Schuld aus ihm ****. Sein Penis war wie gemacht für ihre Enge, keiner war je dort wo er ist. Seine Finger vergruben sich in ihrem Haar, und der Druck seines Beckens rammte ihr Innerstes gegen die Bauchdecke.
Als er kam, stützte er sich an ihrer Schulter ab, schwer atmend, rau. Michelle wimmerte und keuchte. Seelig
Thomas fuhr in der Dunkelheit zurück. Die Landschaft flog am Fenster vorbei, aber in seinem Kopf war es nicht still. Michelle roch noch an seinen Fingern, eine Mischung aus Gras, Ficken und Hitze.
Er erinnerte sich an Rolfs Stimme – tief, schleppend, immer einen Hauch zu nah. An die Art, wie seine Blicke länger verweilten, als sie sollten. Hand auf ihrer Schulter, Finger an ihrem Arsch Und doch... da war mehr. Eine flirrende Spannung, die Thomas hasste, weil sie ihn nicht losließ. Er verachtete diesen alten Bock. Und trotzdem – die Vorstellung, dass Michelle unter dessen Blicken schwankte, zwischen Abwehr und Reiz, war wie ein glühender Splitter unter Thomas’ Haut.
Er hatte es gesehen. Wie Rolf mit den Augen fraß, wie er sich in ihren Raum schob, durch Türen, durch Glas, durch seine Gedanken. Und Thomas? Er hatte nichts gesagt. Er war zurückgewichen. Zum Beobachter geworden. Wieder.
Im Rückspiegel sah er sich selbst. Diese Mischung aus Neid, Kontrolle und – ja – Erregung. Er schämte sich für das, was Rolf in ihm auslöste. Für die Härte in seiner Hose, wenn er an Michelle dachte, nackt im Poollicht, Rolf im Schatten. Für den Moment, als Rolf seine Hand nahm – nicht fest, aber bestimmt – und Thomas sie nicht zurückzog.
Thomas’ Hand ruhte reglos am Lenkrad. Die Straße floss unter ihm dahin, aber in seinem Kopf bewegte sich nichts außer einem Satz, den er einst im Studium überflogen, nie vergessen hatte:
„Sexuelle Scham ist immer auch kulturelle Scham – ein Echo .... " undsoweiterirgendwieund Brückner .... oder ? er wusste es nicht mehr
Er spürte es jetzt – dieses Echo. Von dem, was sich nicht gehören sollte. Von dem, was ihn trotzdem hart machte. Das Schamgefühl – warm, rot – saß wie ein Mitfahrer im Nacken.
What's next?
Disable your Ad Blocker! Thanks :)
1 Verborgen und Versteckt
Thomas und Michelle
Die ersten Wochen ihrer Beziehung waren wie ein Spiel. Thomas wusste, dass sie war, unerfahren. Doch in ihr spürte er das Drängen nach mehr, nach Erfahrungen jenseits der gewöhnlichen Grenzen. Und er wusste, dass er sie formen konnte – langsam, fast unmerklich. Sie war bereit, so schien es ihm. Sie war bereit, sich zu verlieren, ohne es zu wissen.
Updated on Jul 30, 2025
by Mercadus
Created on May 2, 2025
by Mercadus
You can customize this story. Simply enter the following details about the main characters.
- 99 Likes
- 12,603 Views
- 15 Favorites
- 7 Bookmarks
- 34 Chapters
- 33 Chapters Deep
Comments moved below the chapter.
Comments