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Chapter 16
by
Daemony
What's next?
Das Verhör beginnt
Der Hof war durch ein Bretterdach gegen die Sonnenhitze und neugierige Blick von oben abgeschirmt und von hohen, bröckelnden Mauern umgeben. Die stickige Luft schien dazwischen gefangen zu sein, was die bedrückende Atmosphäre noch verstärkte. Heikes Schuhe schlurften über den rissigen Betonboden, als sie vorwärts geschleift wurde, ihren Arm immer noch in Khaleds eisernem Griff. Ihr Herz pochte wild in ihrer Brust. Schweiß rann ihr in Strömen den Rücken hinunter. Die Luft roch nach Öl, Staub und etwas schwach Metallischem.
Eine kleine Gruppe von Männern stand am anderen Ende des Hofes und unterhielt sich leise, ihre Gesichter teilweise im Schatten und in den Falten ihrer Kufiyas verborgen. Sie verstummten, als Khaled mit der Gefangenen näherkam. Ihre Augen hefteten sich mit beunruhigender Intensität auf Heike. Einer von ihnen, ein drahtiger Mann mit pechschwarzen Augen, trat vor und sprach schnell auf Arabisch. Khaled antwortete in derselben Sprache, seine Stimme kurz und bestimmt.
Heike bemühte sich, irgendetwas zu verstehen, aus der Betonung oder der Körpersprache eine Bedeutung herauszulesen, aber der schnelle Wortwechsel ließ sie nur ratlos zurück. Das Einzige, was klar war, war, dass sie das Gesprächsthema war. Ihr Magen drehte sich um, als ihr klar wurde, dass sie den Männern völlig ausgeliefert war. Selbst wenn sie entgegen aller Wahrscheinlichkeit entkommen könnte, hätte sie keine Ahnung, wo sie war und wie sie zur Siedlung oder zu ihrem Mann zurückkäme.
Khaled wandte sich wieder ihr zu, sein Gesichtsausdruck hinter der verspiegelten Brille war nicht zu deuten. „Das ist Ihre letzte Chance, Heike. Sagen Sie uns, was Sie wissen, und vielleicht können wir das ohne weitere Komplikationen lösen.“
„Wissen worüber?“, rief sie mit zitternder Stimme. “Ich sage es Ihnen doch, ich verstehe nichts! Sie machen einen Fehler!“
Khaleds Kiefer spannte sich an und er warf dem drahtigen Mann einen Blick zu, den dieser grinsend erwiderte. Dann nickte Khaled fast unmerklich und zwei der Männer traten vor. Bevor Heike reagieren konnte, packten sie sie an den Armen und zogen sie in die Mitte des Hofes.
„Wartet!“, schrie sie und versuchte, sich **** aus ihrem Griff zu befreien. “Was macht ihr da? Ich habe nichts getan!“
Ihre Proteste wurden mit Schweigen beantwortet. Die Männer zwangen sie grob auf den rauen Boden, so dass sie dabei ihre Knie aufkratzte. Handschellen tauchten klirrend auf und schlossen sich um ihre Handgelenke, die links und rechts an rostigen, in den Beton eingelassenen Eisenringen befestigt wurden. Mit ihren Knöcheln wurde, nachdem man ihr die Schuhe abgenommen hatte, ebenso verfahren. Auf diese Weise wurde sie unfreiwillig mit gestreckten Armen und Beinen in einen demütigenden Vierfüßerstand ****.
Khaled ging vor ihr in die Hocke, sein kantiges Gesicht war so nah, dass sie seinen würzigen Atem riechen konnte.
„Man hat dich gesehen, wie du dich mit den Wächtern am Tor der Ausländersiedlung verbrüdert hast“, sagte Khaled mit leiser, bedrohlicher Stimme.
Heike lief leicht rot an. Das hatte sie nicht beabsichtigt. Vermutlich war es falsch gewesen, sich aus Langeweile an den Wachmann heranzumachen und sich von ihm ficken zu lassen. Dass man sie dabei offenbar beobachtet hatte, war ihr nun doch ein bisschen peinlich. Wobei das maximal auf die Erregung öffentlichen Ärgernisses herauslaufen dürfte, aber keine solche Behandlung rechtfertigte. Sie war doch keine Schwerverbrecherin.
“Wir wissen, dass gewisse Leute etwas planen", fuhr Khaled geheimnisvoll fort, "Leute, die Staatsfeinde sind. Sie planen einen Anschlag auf die ausländischen Fachkräfte, um unser Land international in Verruf zu bringen und das Projekt unseres geliebten Prinzen zu sabotieren. Du hast die Wachen abgelenkt, damit die Terroristen etwas durch den Zaun schmuggeln können, oder? Ein Paket, Waffen, eine Bombe – sag schon, was war es?“
Heikes Gedanken rasten. Sie war sich sicher, dass sie nichts mit dieser wilden Geschichte zu tun hatte. Konnte sie unwissentlich in etwas Illegales verwickelt worden sein? War das alles ein riesiger Irrtum?
„Ich weiß nicht, wovon Sie sprechen“, antwortete sie mit zitternder Stimme. “Ich habe nichts für irgendjemanden getan. Ich bin nur die Ehefrau eines deutschen Ingenieurs!“
Khaleds Gesichtsausdruck verdunkelte sich. Er richtete sich zu seiner vollen Größe auf und sah mit zusammengekniffenem Mund auf Heike herab. Nach einem kurzen Wink von ihm, lief der drahtige Mann zu einer nahe gelegenen Tür. Augenblicke später kehrte er mit einer aufgerollten Lederschlinge zurück. Er warf sie vor Heike auf den Boden.
„Wissen Sie, was das ist?“, zischte Khaled.
Heikes Herz sank. Es war eine lange, stabile Lederpeitsche.
„Ich ... ja, das ist ...“, stammelte sie, ehe ihr die Stimme versagte.
Khaled winkte einen der anderen Männer heran, der die Peitsche aufhob und ausrollte. Dann ließ er sie mit einem scharfen Knall durch die Luft sausen. Heike zuckte entsetzt zusammen.
„Ich schwöre", flüsterte sie und Tränen stiegen ihr in die Augen, “ich weiß nicht, was Sie von mir wollen. Ich habe nichts mit Staatsfeinden zu schaffen.“
Khaled lächelte wieder, kälter als je zuvor. „Du wirst noch genug Zeit haben, um dich zu erklären. Lasst sie noch ein wenig schmoren. Dann bringt sie rein.“
Mit den letzten Worten verschwand er in einem der angrenzenden Gebäude.
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Heike in al-Baha
Sie begleitet ihren Mann ins Ausland.
Heike ist alleine in dem Luxusbungalow, während ihr Mann arbeitet.
Updated on Jun 11, 2025
by Daemony
Created on Sep 3, 2023
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