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Chapter 88 by Uwe37073 Uwe37073

Wird Johns Mutter etwas erahnen?

Der Verdacht

POV Julia (Johns Mutter)

Die Sonne steht steil am Himmel, während ich in gebückter Haltung im Vorgarten ackere. Stück für Stück vom Unkraut rupfe ich aus dem weichen und von mir etwas gelockerten Boden. Gerade will ich wieder mal innerlich fluchen, dass mich mein Ehemann hier alleine im Garten sitzen lassen hat, während er eine gemütliche Runde Tennis spielt, da höre ich plötzlich ein Auto vor unserer Einfahrt vorfahren. Irritiert blicke ich zu dem Auto, welches mir auf Anhieb bekannt vorkommt. Es handelt sich um das neue Auto von meinem Sohn John.

Prüfend blickend gehe ich etwas auf das Auto zu, bis ich nur noch ein paar Meter entfernt zu dem Auto bin und sehe dort zwei Menschen sitzen. Auf der Beifahrerseite erkenne ich eine Frau mit langen bräunlichen Haaren, welche zu dem Fahrer gewandt ist, den ich aus meiner Position nicht erkennen kann. Einige Sekunden passiert nichts, während ich mich allerdings weiter aufrichte und nun mit vor meiner Brust verschränkten Armen neugierig auf das Schauspiel vor mir schaue.

Dann endlich nach einer schier endlosen Dauer öffnet sich die Beifahrertür und die mir zuvor unbekannte Frau steigt in einem kurzen bunten Sommerkleid aus dem Auto. Es dauert einen kurzen Moment bevor ich die attraktive Frau meines Alters erkenne. Es handelt sich um Sabrina, die Mutter von Johns besten Freund Julian.

„Guten Morgen Julia“ begrüßt sie mich mit einem Mal überschwänglich freundlich, während ich noch immer mit prüfenden Blick die fast 40jährige Frau vor mir mustere. Aus reiner Intuition kommt mir die Situation einfach komisch vor. Hier am Morgen um 10 Uhr steigt plötzlich die Mutter von Julian leicht bekleidet aus dem Auto meines Sohnes heraus. Ich weiß das John Sabrina bei dem Tanzkurs unterstützt hat und das sie vielleicht eine etwas innigere Beziehung pflegen als es für meinen unerfahrenen Jungen gut wäre, doch trotzdem passt das für mich nicht ins Bild.

„Guten Morgen Sabrina…“ begrüße ich sie skeptisch, während ich einen kurzen Moment innehaltend nach John Ausschau halte, der noch immer in dem Auto sitzen muss.

„…was genau treibt dich hier an diesem schönen Morgen zu uns?“ frage ich die erste meiner vielen Fragen ohne dabei meinen Blick von der attraktiven Mutter und Ehefrau abzuwenden, deren braune Augen für einen kurzen Moment hilfesuchend in die Luft gewandert sind, bevor sie meinen festen Blick wieder erwidert. Doch noch bevor sie meine Frage beantworten kann, hören wir Beide, wie nun die zweite Autotür aufgeht und wie aus einem Guss schauen wir zu John, der langsam um das Auto herumgeht.

Er meidet merkwürdigerweise recht auffällig meinen Blick, sodass ich meinen Jungen von oben bis unten mustere. Die selben Klamotten zieren seinen Körper, wie er gestern Abend das Haus verlassen hat. Lediglich seine Haare liegen nicht wie den Abend davor, sondern sind nun etwas verstrubbelt. Bevor ich jedoch wieder das Wort ergreifen kann, höre ich eine bekannte weibliche Stimme, sodass ich meinen prüfenden Blick von John abwende und nun wieder auf Sabrina blicke.

„Dein zauberhafter Sohn hat mich unterwegs getroffen und mir angeboten mich nach Hause zu fahren. Doch bevor er mich zu Hause absetzen konnte, wollte er hier noch kurz was abholen“ beantwortet Sabrina zwar meine Frage, doch aus einem nicht erklärbaren Grund fällt es mir schwer ihre sehr undetaillierten Aussagen zu glauben.

„Was abholen? Was genau will er denn hier, dass er dich nicht sofort nach Hause bringen konnte?“ frage ich noch immer skeptisch nach und sehe, wie Sabrinas Gesicht etwas mehr Farbe gewonnen hat und ihr Blick für einen kurzen aber auffälligen Augenblick hilfesuchend zu John gewandert ist.

„Ich habe noch ein Abschiedsgeschenk für Sabrina nachdem ich die Chance hatte bei unserem gemeinsamen Tanzkurs soviel zu lernen“ ergreift mein Sohn nun die Initiative, um dann einige Schritte auf mich zuzugehen. Bevor ich eine weitere Frage stellen kann, schließt er plötzlich und überraschend seine athletischen Arme um mich und drückt mich liebevoll an sich.

„Und jetzt nicht mehr so viele Fragen, nicht das ich bald nicht mehr zu Julian darf“ sagt er mit einem kurzen Lachen, bevor er mich aus der innigen Umarmung befreit und sich Richtung Haus abwendet. Kurz blicke ich meinem Sohn etwas sprachlos hinterher, bis er in der Eingangstür verschwindet. Erst dann lasse ich meinen Blick zur noch immer schweigsamen Sabrina gleiten, deren Körpersprache mir deutlich signalisiert, dass sie sich unwohl fühlt.

„Dieser Tanzkurs scheint ja echt einen wahnsinnigen Eindruck bei John hinterlassen zu haben. Was habt ihr denn da so gemacht? Vielleicht ist das ja auch was für mich und meinen Mann“ kann ich es nicht lassen und bohre noch weiter nach. Ich kann es nämlich nicht ganz greifen aber irgendwas ist hier definitiv faul.

„Ach wir hatten einfach eine Menge Spaß beim Tanzen, wenn man langsam zusammen immer besser in etwas wird, macht es auch automatisch immer mehr Spaß. Gleichzeitig konnte ich John hoffentlich etwas beibringen, wie er die Tanzkünste und sein Verhalten zu seinem Vorteil bei seinen Mitschülerinnen einsetzen kann. Allerdings würde ich euch genau den gleichen Tanzkurs nicht unbedingt empfehlen…ähhhhh…der war etwas wild“ sagt Sabrina, wobei sie bei ihren letzten Worten ein wenig ins Straucheln kommt.

„Was meinst du mit wiiiiii….“ doch bevor ich meine Frage zu Ende formulieren kann unterbricht mich mein Sohn, der mit einem weißen Umschlag zurück geeilt gekommen ist und damit meine weitere Fragerunde abrupt beendet.

„Mum, ich habe doch gesagt nicht so viele Fragen. Ich bringe jetzt Sabrina weg und bin dann zum Mittagessen spätestens wieder zu Hause“ sagt John und beendet damit endgültig mein Tun ohne, dass ich wirklich zufrieden oder beruhigt wäre.

„Tschüß Julia, bis die Tage mal“ ergreift Sabrina sofort die Chance zur Flucht und bevor ich mich versehe hat sie sich auch schon auf den Beifahrersitz geschwungen und die Tür lautstark zugeschlagen.

„Bis später mein Liebling, fahr vorsichtig“ verabschiede ich noch meinen Sohn gedankenverloren, während ich noch immer auf die Stelle blicke, wo eben noch die attraktivere ältere Frau in ihrem luftigen Sommerkleid gestanden hat.

Dann höre ich wie John den Motor angeschmissen hat und sich das Auto langsam in Bewegung versetzt. Mit einem gespielten Lächeln auf den Lippen winke ich den Beiden hinterher, während aber in meinem Kopf sich viele Gedanken und Fragen überschlagen. Ein Gedanke ist absurder als der Nächste, doch das Detektivgen in mir ist definitiv zum Leben erwacht.

„Ich werde das jetzt mal genau im Blick behalten“ murmle ich leise, um mich dann mit langsamen Schritten wieder zu dem Beet zu begeben, bei dem ich vor der spannenden Unterbrechung zu Gange gewesen bin.

Was hat für ein Geschenk für Sabrina? Wie geht es weiter bei John und Sabrina?

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