Wie geht es bei den anderen weiter?

Alle haben sich zusammengerauft

Chapter 274 by Hentaitales Hentaitales

Als Alex und Sandy wieder zu den anderen zurückkamen, war Tom mit der Behandlung von Pandora fertig, und sie war wieder bei Bewusstsein, wenn auch noch deutlich geschwächt. Ikarus wirkte auch etwas blass und trank gerade eine Cola, während ihn Steffen - in Ishtars Gestalt - weiterhin mit der Pistole in Schach hielt. Malia musste Teaser inzwischen wieder "freigegeben" haben, denn die beiden standen ebenfalls in der Nähe, misstrauisch beäugt von Diana, die sich wieder in eine etwa einsneunzig große "Kampfform" gebracht hatte. Steffi war inzwischen die Kabelbinder an den Händen losgeworden, indem sie sich wieder in ihre ursprüngliche Gestalt zurückverwandelt hatte - von ihren schmalen Handgelenken waren sie einfach heruntergerutscht. Sie stand zusammen mit Ishtar etwas hinter Ikarus und beobachtete die Lage.

"Dann sind wir ja so ziemlich vollzählig", sagte Steffen. "Jetzt sollten wir uns langsam mal drüber unterhalten, wie es weitergeht."

"Vollzählig?" Ikarus sah ihn irritiert an. "Mastermind fehlt noch."

Steffen sah auf. "Stimmt. Und Honeytrap ebenso. Hat jemand eine Ahnung, wo die beiden abgeblieben sind?"

Roadie musste lachen. "Das letzte Mal, als ich sie gesehen hab, sind sie zusammen in dem Wohncontainer verschwunden. Soll ich da mal nachsehen?"

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Und tatsächlich war das des Rätsels Lösung: sie fanden beide zusammen auf einem der Betten, wo sich Ria gerade von einem sehr erschöpft wirkenden Viktor von hinten durchnageln ließ. "Unnnh, seid ihr da draußen fertig?" wollte sie wissen, als Alex hereinkam.

"So ziemlich", grinste Alex, "wir warten nur noch auf euch. Komm, reiß dich von ihm los!"

"Nur noch ein bisschen", seufzte Ria, "ich hab ihn gerade soweit, dass er mich wirklich perfekt bedienen kann! Nur noch eine halbe Stunde, okay?"

Aber Alex schüttelte den Kopf. "Nicht okay. Wir fangen gerade mit Verhandlungen an, und was du da machst, könnte man als Geiselnahme verstehen. Lass Viktor gehen, hopp!"

Mit betrübtem Gesicht sah Ria zu ihm, aber kurz darauf stolperte Viktor von ihr zurück - und brach keuchend zusammen. "Scheiße", japste er, "wann bist du denn so nymphoman geworden? Da fällt einem ja der Schwanz ab!"

"Ich war schon immer so, Paps", gab Ria zurück, "aber ich hab mich bisher bei dir immer zurückgehalten. Wollte nicht, dass du dich irgendwie für unzulänglich hältst." Sie erhob sich vom Bett und streckte sich ein wenig. "Aber jetzt, wo ich Atlas wieder habe, muss ich mich nicht mehr verstellen."

"Wenn wir gleich da raus gehen", sagte Alex, "benimmst du dich bitte, Mastermind. Ich würd dich nicht gerne bewusstlos prügeln wollen, nur damit wir sicher sind, dass du uns nicht beeinflusst."

Viktor sah schwach zu ihm auf. "Machst du Witze?" keuchte er. "Ich hab keine Lust auf irgend nen Konflikt! Ich will einfach nur schlafen!"

Ria strahlte. "Und wenn er doch was versucht", sagte sie, "bin ja immer noch ich da. Er weiß ja, dass er seiner Tochter keinen Wunsch abschlagen kann!"


So ganz traute Alex dem Frieden trotzdem nicht. Er verband Viktor daher die Augen mit zusammengerolltem Bettzeug und fesselte seine Hände mit Kabelbindern, ehe er zurück zu den anderen trat. Die hatten aber offenbar schon ohne sie mit den Verhandlungen begonnen.

"Werd ich bestimmt nicht machen", sagte gerade Ikarus, "und die anderen auch nicht. Wenn du willst, dass wir unseren Kampf nicht fortsetzen, dann musst du die Pistole da schon benutzen."

"Aber so wie jetzt weitermachen, das könnt ihr auch nicht", gab Tom zurück. "Eure Aktionen machen die Lage für andere Zarathustras nur noch schlimmer. Immer dann, wenn man euch was als Terroranschlag auslegen kann, hat die Regierung einen Grund, noch mehr Repressalien zu beschließen."

Ikarus nickte. "Weiß ich. Und genau darauf hoffe ich auch."

Irritiert hob Tom eine Augenbraue. "Weil...?"

"Weil sie früher oder später zu weit gehen werden", gab Ikarus zurück. "Weil irgendwann der Druck so groß wird, dass es einen Aufstand gibt. Und dann erheben sich die Unterdrückten gegen ihre Unterdrücker, und den Kampf werden sie gewinnen. Sie sind auf der richtigen Seite, und sie sind gewöhnlichen Menschen überlegen. Und dann, wenn sie gewonnen haben, sind wir endlich alle frei."

"Und dabei werden tausende- Nein, eher hunderttausende sterben!" warf Steffen ein. "Ist es dir das wert?"

Ikarus nickte. "Die Freiheit ist jeden Preis wert."

Alex räusperte sich leise, um die Aufmerksamkeit der anderen auf sich zu ziehen. "Ihr seid aber auch anderen Ideen gegenüber offen, oder? GiGi hat mir vorhin erzählt, was ihr mit dem Transfinium vorhattet-"

"Sie hat was?!" Ikarus sah wütend zu GiGi. "Wie kannst du es wagen-"

"Komm mal runter, Jens", unterbrach ihn überraschend Ishtar. "Du warst als einziger dagegen, dass wir Lorenas Gruppe deinen Plan mitteilen. Vielleicht hätten sie uns nicht mal aufgehalten, wenn wir das getan hätten."

Steffen seufzte. "Doch, hätten wir", gab er zu, "weil eure Methoden für unseren Geschmack zu viele Menschenleben kosten."

Das sorgte bei Ikarus für Augenrollen. "Es sind nur Soldaten, Eidolon! Die werden fürs Sterben sogar bezahlt!"

"Aber trotzdem", ergriff Alex schnell wieder das Wort, ehe Steffen zu einer neuen Tirade ansetzen konnte, "würdet ihr wohl nicht töten, wenn's auch anders möglich wäre. Oder seh ich das falsch?"

"Natürlich nicht", sagte Ikarus. "Ich hab nichts gegen 'normale' Menschen" - er setzte mit den Fingern Gänsefüßchen um das Wort 'normale' - "solange sie nicht im Weg stehen. Über kurz oder lang werden sie eh aussterben, wenn sich das Zarathustra-Erbgut durchsetzt. Daher auch der Plan, mit dem Transfinium gezielt Menschen in Machtpositionen zu Zarathustras zu machen."

Tom presste die Lippen zusammen. "Geht das überhaupt? Ich bin jetzt kein Experte für Gentechnik, aber die Weitergabe von Zarathustra-Kräften an normale Menschen ist noch größtenteils unerforscht. Roadie hier ist meines Wissens nach der erste Fall eines Nicht-Zarathustras, der nachträglich Kräfte bekommen hat. Habt ihr Forschungen gesehen, dass das Transfinium so was bewirken kann?"

Ikarus schüttelte den Kopf. "Soweit ich weiß, hat man daran noch nicht geforscht. Aber das Transfinium müsste das eigentlich können. Normale Menschen haben es nicht, Zarathustras schon. Wenn man es also normalen Menschen verabreicht-"

"Du vermutest das einfach nur?" GiGi fiel die Kinnlade herunter. "So wie du das dargestellt hat, ist das doch eine gesicherte Erkenntnis!"

"Es ist mehr als nur ne Vermutung", meldete sich Viktor zu Wort. "Da, wo sie mich eingesperrt hatten, gab's auch Leute, die keine Zarathustras waren. Trotzdem hat man an ihnen Experimente gemacht. Kann eigentlich nur drum gegangen sein, ihnen auch Kräfte zu geben."

Tom seufzte. "Aber keiner von euch weiß es sicher", sagte er, "und schon gar nicht wisst ihr, wie man das anstellen könnte. Mann. Ihr tut echt die Dinge in der falschen Reihenfolge."

Steffen nickte. "Und auf die falsche Art und Weise. Wenn ihr bereit wärt, etwas weniger brachial vorzugehen, könnten wir eigentlich gut zusammenarbeiten."

"Vergiss es", gab Ikarus zurück. "Ich werd mich nicht nochmal von einem von euch kastrieren lassen. Auch nicht in meinen Methoden."

"Also, ähm, Ikarus..." Überraschend erhob Teaser das Wort, der bisher noch völlig stumm geblieben war. "Über das mit den Methoden hatten auch wir schon mal gesprochen."

Ikarus sah zu ihm. "Ja, und?"

Teaser atmete einmal tief durch. "Ich bin auch kein Freund von Leichenbergen. Wenn's gar nicht anders geht, okay, aber wenn wir andere Optionen hätten...?"

"Was willst du damit sagen, Mick?"

"Dass du den Gedanken vielleicht nicht völlig verwerfen solltest." Teaser sah zu Eidolon. "Denk mal an die Aktion, bei der sie Mastermind befreit haben. Sogar du hast zugegeben, dass das mit den Heldenrüstungen eine sehr coole Idee war."

Müde winkte Ikarus ab. "Die Aktion hat aber nur aufgrund von Masterminds überlegenen Kräften überhaupt geklappt."

GiGi wirkte nachdenklich. "Aber in der Tat ohne Blutvergießen. Obwohl Mastermind dabei war."

"Ja, er ist sonst immer ein bisschen schnell mit dem Umbringen", stimmte auch Fanny zu. "Und er hat auf Pandora geschossen, obwohl du gesagt hast, wir bringen keine anderen Zarathustras um."

"Ich tu, was nötig ist", gab Viktor kalt zurück. "Pandora war drauf und dran, Ikarus zu foltern. Und ich hab ihr immerhin nicht gleich in den Kopf geschossen."

Ikarus sah zwischen seinen Leuten hin und her. "Wollt ihr etwa behaupten, Eidolon hätte recht mit seiner Mimimi-Herangehensweise?"

Teaser blickte ernst zurück. "Ich sag's mal so: Ich wär lieber bei jemandem, der für Konflikte auch alternative Lösungen in Betracht zieht."

"Ich auch", pflichtete ihm GiGi bei. "Vor allem hätt ich gerne ein Team, das auch mal nachschaut, ob ein Plan überhaupt funktionieren kann!"

"Soll das heißen-" Ikarus' Gesicht verfinsterte sich. "Ihr wollt mich verlassen?"

Sofort trat Ishtar zu ihm und legte ihm eine Hand auf die Schulter. "Das haben sie nicht gesagt", beruhigte sie ihn, "und wahrscheinlich auch nicht so gemeint. Ihr wollt das doch als konstruktive Kritik anbringen, oder?"

GiGi nickte. "Klar, schon. Mir hat's bisher bei dir gut gefallen, Ikarus. Aber, na ja, vielleicht solltest du mal daran denken, dass die Leute unter dir theoretisch auch Alternativen zu dir hätten."

"Dann hab ich einen Vorschlag für Ikarus", sagte Alex. "Wenn Eidolon damit einverstanden ist."

"Lass hören", nickte Steffen.

Alex sah Ikarus direkt an. "Du hast uns zwar ein paar Leute ausgespannt, aber wir werden dir das nicht weiter krumm nehmen, wenn du in Zukunft deine Methoden änderst. Zum Beispiel, indem du keine unnötigen Opfer verursachst wie bei Kabe Cybersecurity."

Den Vorschlag quittierte Ikarus nur mit einem müden Lächeln. "Und wenn ich das nicht tue? Versucht ihr mich dann wieder aufzuhalten?"

"Das auch", nickte Alex, "aber vor allem bieten wir jedem deiner Leute ein neues Zuhause an, der deinen Weg nicht mitgehen will. Verstehst du? Wenn du dich nicht änderst, hast du nicht mehr lange ein Team."

"Ah." Ikarus spuckte nach links aus. "Das meinst du also mit 'nicht weiter krumm nehmen'. Ihr zahlt es mir mit gleicher Münze heim."

Aber Alex schüttelte den Kopf. "Das Angebot an deine Leute gilt nur, wenn du so weitermachst wie bisher. Wenn wir merken, dass du zukünftig Außenstehende bei deinen Plänen verschonst, bleiben unsere Türen für alle hier verschlossen." Er sah zu GiGi. "Und wenn du denkst, das wäre unfair euch gegenüber: ihr habt euch damals für Ikarus entschieden, obwohl ihr gemerkt habt, wie es bei ihm läuft. Es ist nicht fair ihm gegenüber, wenn ihr ihn grundlos im Stich lasst."

Steffen sah zu Tom. "Klingt wie eine ziemlich gute Idee von Roadie, oder was meinst du?"

"Ja, das ist ein cleverer Ansatz", nickte Tom und sah zu Pandora. "Erspart uns auch ne Menge Arbeit, jedem einzelnen Neuzugang genau auf die Finger zu schauen. Was meinst du, Ikarus?"

"Respekt", gab Ikarus zurück. "Das ist tatsächlich der erste faire Vorschlag, den ich von euch höre. Ich bin einverstanden." Er stand auf. "Können wir jetzt gehen, oder willst du noch länger mit der Pistole auf mich zielen, Eidolon?"

Eidolon ließ die Waffe sinken. "Plötzlich so eilig?" fragte er interessiert.

Ikarus nickte ernst. "Wenn ich mich nicht langsam auf den Weg mache", sagte er, "komme ich zu spät, um Abyss noch aufzuhalten."

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Schafft er es noch rechtzeitig?

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