Welche Probleme erwarten sie denn jetzt?
Es gibt Neuigkeiten von Ikarus' Gruppe
An einem Abend rief Steffen alle zusammen, und sie trafen sich im Konferenzraum, wo Pandora bereits wartete. "Es ist soweit", sagte sie, "die Leute von Ikarus werden aktiv. Heute haben sie es geschafft, in meinen Laptop reinzukommen und auf die Daten von der Hardthöhe zuzugreifen."
"Fuck." Jessie sah verdrießlich von dem Baby an ihrer Brust auf. "Ich dachte, wir hätten mehr Zeit."
"Ich auch", nickte Pandora, "aber damit wissen wir schon mal, dass sie in Sachen IT auch nicht ganz unbedarft sind. Und noch dazu wissen wir jetzt ganz genau, was sie vorhaben, und wann."
Alex hob eine Augenbraue. "Sie werden doch nicht so blöd gewesen sein, auf deinem Laptop alles dafür abzuspeichern."
Pandora grinste. "Nein, aber sie waren so blöd zu glauben, dass wenn sie den Rechner vom mobilen Netz trennen, ich nicht trotzdem noch über das interne Mikrofon mithören kann. Das hat nämlich ne eigene Verbindung über den Atalanta-Satelliten. Und jetzt lauscht mal, was sie heute so besprochen haben." Sie startete die Aufzeichnung, die sie mitgebracht hatte.
"Kabe Cybertronics also?" war eine sympathisch klingende Männerstimme zu hören.
"Ja, der Zuschlag ging tatsächlich an die Japsen." Eine andere Männerstimme, etwas rauer und älter klingend als die erste. "Ist für uns vorteilhaft. Ich war bereits in deren Personalakten; die haben nicht eine Frau in Führungspositionen beschäftigt. Ishtar kann da einfach so reinspazieren, wenn sie will."
Ein Unmutslaut von einer weiblichen Stimme - Annas! "Und was mach ich, wenn in der Security eine Frau ist? Oder wenn sie ne automatische Zugangskontrolle haben?"
Die raue Männerstimme lachte dreckig. "Die Elektronik lass meine Sorge sein. Und wenn's da drinnen doch Frauen gibt, kann ich dir zwar nicht helfen, aber dann schmeißt du halt eine deiner Fickpartys."
"Mick!" Die Männerstimme vom Anfang wieder. "Ein bisschen Ernsthaftigkeit, wenn ich bitten darf. Dass wir keine Zeit für so was haben, sollte doch klar sein. Nein, Anna hat recht, das ist nichts für sie. Mastermind, das ist doch eher deine Kragenweite, oder?"
"Wird nicht schwer sein", war nun Viktor zu vernehmen. "Auf wie viele Leute werd ich denn vermutlich treffen?"
Wieder die raue Stimme vom Anfang: "Wenn wir's clever anstellen, nicht mehr als zehn oder so. Kannst also schalten und walten, wie du willst."
"Na ja", war nun Anna zu hören, "eine Spur von Leichen sollten wir jetzt auch nicht hinterlassen, Teaser. Wenn hinterher jemand nachvollzieht, wo genau Mastermind war, kann er vielleicht erraten, welche Information genau wir uns besorgt haben."
"Es sei denn, wir verwischen die Spuren gut genug, mit ein bisschen Kollateralschaden." Die sympathische Stimme erneut. "Abyss, du hast das Gebäude gesehen. Denkst du, du kriegst das hin?"
Eine Antwort zu hören war nicht, aber wer auch immer Abyss war, er musste wohl seine Zustimmung signalisiert haben, denn Anna meldete sich wieder zu Wort. "Also ich weiß nicht, Ikarus - ist das echt nötig? Da drinnen arbeiten knapp hundert Leute-"
Aber Ikarus schnitt ihr das Wort ab. "Wenn es wie ein Anschlag aussieht, wird keiner ahnen, dass es uns eigentlich um Shangri-La geht. Wir brauchen nur einen guten Vorwand, warum wir ausgerechnet den deutschen Standort eines japanischen Konzerns angreifen. Hat jemand Ideen?"
Ein Moment lang herrschte Schweigen. Dann war eine andere Stimme zu hören - weiblich, und jünger klingend als die anderen. "Brauchen wir echt einen Vorwand? Wir sind doch wahnsinnige, bösartige Zarathustras. Leute wir wir brauchen doch keinen Grund, um andere umzubringen."
"Stimmt auch wieder, Copycat", lachte der Mann, den Anna vorhin 'Teaser' genannt hatte. "Wie sieht's aus, Ikarus? Passt das so?"
"Ja, das passt", stimmte Ikarus zu. "Dann schauen wir mal, wie wir das am besten anstellen..."
In den folgenden Minuten konnte man hören, wie Ikarus mit den anderen das genaue Vorgehen beschrieb, und Tom machte sich zahlreiche Notizen dabei. Aber bei allen - vor allen Dingen bei Lorena - war die Stimmung gedrückter als zuvor, denn die junge Frau, die so ungeniert vom Umbringen gesprochen hatte - Copycat, wie Teaser sie nannte - die kannten sie.
Es war Fanny gewesen.
Nachdem die Aufzeichnung fertig war, sah Tom auf. "Okay", meinte er, "dann wissen wir jetzt, was sie vorhaben, und wie sie es machen. Zeit, uns zu überlegen, wie wir sie davon abhalten."
"Das größte Problem wird sicherlich Mastermind sein", begann Steffen. "Wenn wir den konfrontieren, werden wir ihn nicht mehr aufhalten wollen. Wir müssen uns was überlegen, wie wir zugreifen, ohne uns direkt mit ihm beschäftigen zu müssen."
"Ich seh da nur eine Möglichkeit", sagte Jessie. "Ich muss ihn beeinflussen, ehe er uns beeinflusst. Ich muss ihn nicht mit meinen fünf Sinnen wahrnehmen, um ihn mir zu schnappen. Ich muss nur wissen, wo er ist, und er muss mich hören können."
Tom schüttelte den Kopf. "Er wird aber nicht der Einzige sein, der dich hören kann. Du bist leider nicht unauffällig."
Alex sah auf. "Außer, er IST der Einzige, der sie hören kann. Ich hab da eine Idee. Dieser Teaser, das ist doch denen ihr Fahrer, oder? Wenn wir den irgendwie aus dem Weg räumen, könnten wir dafür sorgen, dass Viktor und Jessie zusammen in einem Auto sitzen-"
"-und ihn so unter unsere Kontrolle bringen. Guter Gedanke", lobte Tom ihn. "Nur wissen wir nichts von seinen Kräften. Er ist wohl denen ihr Hacker. Wir wissen nicht, wie gut er sich wehren kann."
"Er hat keine Kräfte zur Beeinflussung von Frauen", warf Steffen ein, "das hat er vorhin selbst eingestanden. Was heißt, dass Titania sehr wahrscheinlich gut mit ihm klarkommt. Allerdings wird er die kommen sehen. Es sei denn..." Er überlegte. "Sag mal, Atlas..."
Tom sah zu ihm. "Mh?"
Steffen grinste "Mal eine indiskrete Frage: Auf welchen Typ Frau stehst du eigentlich?"
0 comments
No comments yet
The story has no discussion yet. Leave a note here when a branch gives you something to say.
No chapter comments yet
No one has commented on this branch yet. Add the first note above.