Müssen sie denn später andere Saiten aufziehen?

Vorerst scheint er mitzumachen

Chapter 214 by Hentaitales Hentaitales

Am nächsten Morgen begann dann Steffen ganz offiziell das Verhör ihres "Gastes". Zunächst einmal tat er das alleine, einmal, weil er offensichtlich Erfahrung in solchen Dingen hatte, aber auch aus dem ganz praktischen Grund, dass Dr. Arnim nicht noch mehr ihrer Gesichter sehen sollte. Dass Viktor bei ihnen war, wussten ihre Gegenspieler ja bereits, und Steffen konnte sein Aussehen bei Bedarf ändern, dementsprechend spielte das keine große Rolle.

Als er gegen Mittag aus dem Keller wieder nach oben kam, wirkte er ganz zufrieden. "Unser Herr Doktor ist grundlegend mal bereit zu kooperieren", berichtete er den anderen in großer Runde. "Er meint zwar, so ziemlich alles, was er weiß, wäre zu kompliziert, um es Laien wie uns verständlich zu machen, aber er hat sich jetzt nicht wirklich dagegen gesträubt, sein Wissen mit uns zu teilen."

"Irgendwas dabei gewesen, das wir sofort nutzen können?" wollte Tom wissen. "Standorte, die wir angreifen können? Server, von denen Pandora Wissen abzapfen kann?"

"Danach hab ich noch gar nicht gefragt", gab Steffen zurück. "Ich will ihn langsam darauf vorbereiten, dass er uns unterstützt. Wirklich relevante und auch verlässliche Infos werden wir nur kriegen, wenn er schon fast auf unserer Seite ist."

Viktor verzog das Gesicht. "Lass mich mal eine Stunde mit dem alleine, und dann wissen wir alles, was wichtig ist", schlug er vor.

Wenig überraschend schüttelte Steffen den Kopf. "Ich dachte, das hätte ich schon im Auto klargemacht - wir gehen anständig mit ihm um."

"Allzu viel Zeit sollten wir uns aber trotzdem nicht nehmen", warf Pandora ein. "Dass wir ihn in unserer Hand haben, wissen seine Kollegen längst, und mit Sicherheit funktionieren seine Passwörter und Zugangscodes bereits nicht mehr. Oder sie führen jetzt zu Honeypots. Je länger wir brauchen, desto weniger ist er für uns wert."

"Das seh ich ähnlich", stimmte Tom zu. "Irgendwie Druck aufbauen müssen wir schon, sonst war der ganze Planungsaufwand für seine Entführung für die Katz. Vielleicht deuten wir an, dass er nicht mehr zu seinen Leuten zurück kann, weil die glauben, er hätte uns schon verraten?"

Steffen presste die Lippen zusammen. "Da kenn ich ihn nicht gut genug, um zu wissen, wie er darauf reagiert. Ist riskant."

Alex seufzte. "Was, wenn wir auf Viktors Idee aufbauen? Zeig ihm doch, dass er ihn am liebsten zu Mus verarbeiten würde, und er kann sich nur retten, indem er mit dir zusammenarbeitet und du ihm vor dem unberechenbaren Schläger beschützt. Ist nicht persönlich gemeint, Viktor."

"Alles gut."

"Du meinst, das gute Bulle - böser Bulle - Spiel?" Steffen schüttelte erneut den Kopf. "Das ist so abgedroschen, das durchschaut er sofort. Nein, wir müssen ihn anders rankriegen."

Auf Annas Gesicht zeigte sich ein Grinsen. "Eventuell kann ich ja helfen. Ich habe meine Mittel und Wege, Männer zu überzeugen."

Tom sah sie zweifelnd an. "Liebes, der Kerl ist fast sechzig. Wenn du alles mit ihm anstellst, was du so draufhast, kriegt der einen Herzinfarkt."

"Aber vorher spuckt er bestimmt alles aus, was er weiß."

"Zu unsicher." Toms Stimme ließ keinen Widerspruch zu. "Du bist definitiv zu viel Frau für ihn."

Aus dem Raum ertönte ein vorsichtiges Räuspern. "Ich hätte vielleicht eine Idee", meldete sich eine fast schüchterne Stimme.

Alle blickten sich um und sahen überrascht, dass Dao ihre Hand erhoben hatte. "Wenn ich darf", fügte sie leise hinzu.

"Natürlich", sagte Tom. "Alle Vorschläge sind uns willkommen."

"Lasst mich mit ihm reden", sagte Dao. "Ich würde ihn gerne fragen, warum er das mit mir gemacht hat."

Einen Moment lang sahen alle sie verwirrt an. Schließlich meldete sich Pandora zu Wort. "Und was soll uns das bringen?"

Dao blickte zu ihr. "Ich will, dass er versteht, was er angerichtet hat", sagte sie. "Wenn er erkennt, wie falsch das war, wie unmenschlich die Leute auf seiner Seite sind, will er uns vielleicht helfen. Um sich selbst von seiner Schuld reinzuwaschen, verstehst du?"

"Interessanter Ansatz", überlegte Steffen. "Das kann sogar klappen... Aber ich glaube, du hast noch nie in deinem Leben jemanden verhört, oder?"

"Natürlich nicht", gab Dao leicht entrüstet zurück. "Wofür hältst du mich?"

Steffen lächelte. "Dann brauchst du dabei ein bisschen Unterstützung. Zum Glück hab ich Mittel und Wege, wie wir das hinkriegen können." Er sah in die Runde. "Aber ehe wir loslegen, hat jemand eine bessere Idee als Dao?"

Niemand meldete sich.

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Wie läuft das jetzt genau ab?

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