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Chapter 84 by Geilspecht99 Geilspecht99

Miranda spielt

mit offenen Karten!

"Was soll das?” fragte Sieghart, nachdem sie an ihrem Schlafplatz angekommen waren und Miranda bereits die Felle ausbreitete.

“Ich dachte, wir kuscheln noch ein bisschen”, antwortete Miranda mit ihrer unschuldigsten Mine.

“Wieso sollte ich dir das glauben? Bis jetzt hast du mich auch nur getäuscht!” Er signalisierte ihr, dass er alles wusste.
Miranda sah ihm in die Augen, um herauszubekommen, wie viel er wusste, sein Lächeln wurde immer breiter.
Siegart hatte alles auf eine Karte gesetzt, aber ihre Reaktion auf diese Ansage gab ihm Recht.
Ihrem Naturell folgend, hätte sie nur das Minimum eingestanden, aber sie wollte die Warnung ihrer Göttin nicht ignorieren, darum beendete sie das Spiel, bevor sie es richtig begonnen hatte. Da Miranda bewusst war, dass Sieghart früher oder später sowieso in den Eingeweihten Kreis aufgenommen werden würde, war es auch unerheblich, wie viel er wusste.

“Tut mir leid! Es fällt mir schwer, mein Geheimnis zu teilen", sagte sie schließlich und ließ sich auf dem Fell nieder. Einladend winkte sie ihm zu, sich zu ihr zu begeben.
”Ich will Antworten!” sagte er zweifelnd. Er zog nochmals das Artefakt aus der Tasche und war auf einen Blick darauf. Erst als er zufrieden feststellte, dass sie ihn nicht verzaubert hatte, sah er sie fordernd an.
“Komm her! Ich hab dir Unrecht getan und ich will es wieder gutmachen”, sagte sie und er glaubte ihr.
Er legte sich zu ihr, wobei er deutlich mehr Abstand hielt als sie eigentlich gern gehabt hätte, aber zuerst musste sie ihm reinen Wein einschenken.

“Mit deiner Erlaubnis würde ich gerne einen Zauber sprechen, damit unsere Unterhaltung nicht mitgehört werden kann.”

“Sprich deinen Silentium”, gab sich Sieghart entspannt. Silentium war zwar die gildenmagische Bezeichnung für ihren Zauber, dennoch war sie überrascht, dass er ihn zu kennen schien, er war überhaupt nicht magisch begabt, was sie selbst geprüft hatte.

Miranda saß ich rasch um, ob sie auch niemand beobachtete, ehe sie den Zauber sprach. Die Magie bildete eine Blase um die beiden, die der Schall nicht durchdringen konnte. So verstummten sofort die Geräusche der Umgebung, aber sie konnten auch nicht mehr von außen belauscht werden. Nur die wenigsten Zeitgenossen bekamen die Möglichkeit, jemals eine Hexe beim Zaubern zu beobachten, aber Sieghart blieb so entspannt, als hätte er sein ganzes Leben nichts anderes gemacht.

Als erstes musste sie ihm genau erklären, wann sie ihn zu welchem Zweck verzaubert hatte, dieses Eingeständnis fiel ihr besonders schwer. Wobei sie sofort relativierte und versuchte, ihm ihre Sicht auf ihre Beziehung zu vermitteln. Sie schaffte den Spagat, ihm einerseits zu schmeicheln, indem sie ihm sagte, dass sie ihn sowohl körperlich als auch charakterlich höchst anziehend fand, ihm andererseits aber auch klar machte, dass sich ihr Arrangement auf die Dauer dieser Reise beschränken würde und sie Zuhause nur Freunde sein würden.

Als er erwiderte, dass er für derartige Arrangements nicht zu haben wäre, konterte sie frech, dass sie auch keine alltägliche Frau sei. Miranda fiel es dann auch nicht schwer, Sieghart das Versprechen abzunehmen, seine Vorstellungen zumindest zu hinterfragen.

Sie kuschelte sich näher an ihn und beantwortete ihm freimütig all seine Fragen.

Zuerst ging es ihm um ihre Profession, dann um ihre Fähigkeiten, ehe er ihre Vergangenheit ansprach. Er wusste bereits, dass sich die Fünfer unter die Teilnehmer dieser Expedition geschummelt hatten, immerhin war er Mitorganisator und zeigte ihr durch seine Fragen, dass er sehr viel über sie wusste. Miranda wurde klar, dass dies nicht das erste Verhör war, das Sieghart geführt hatte, wenn auch meistens wohl nicht unter derart angenehmen Umständen und sie beantwortete alles zu seiner Zufriedenheit.

Als ihm dann schließlich gestand, dass Ihr Angebot für ein echtes Schäferstündchen nicht nur so dahin gesagt war und er ihr in die Augen sehen musste, um diese Aussage zu prüfen, konnte auch er nicht mehr widerstehen und sie küssten sich.

Sieghart war gar nicht unglücklich, dass sie den Kuss relativ rasch abbrach, denn er wäre wohl nicht mehr dazu imstande gewesen.

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