Können sie da etwas machen?
Steffen hat einen Plan
"Das können wir nicht zulassen!" Lorena war sofort auf Hundertachtzig. "Wir müssen ihn vorher befreien! Wo ist er jetzt?"
"Wie ich sagte", wiederholte Steffen ruhig, "wo er im Moment ist, wissen wir nicht. Und sobald er in Marburg ist, haben wir auch keine Chance mehr, an ihn heranzukommen. Das ist einer der am besten gesicherten Orte in ganz Deutschland."
Pandora nickte. "Wenn ich ein oder zwei Monate Zeit zur Planung hätte, könnte ich vielleicht was vorbereiten. Könnte dafür sorgen, dass wir ihn dort ungesehen in Empfang nehmen können. Aber die paar Tage langen dafür nie und nimmer."
Jessie sah sie irritiert an. "Aber wir werden doch irgendwas machen können? Steffen hätte uns doch nicht hier zusammengerufen, wenn wir einfach so zuschauen würden, wie die einen von uns umbringen!"
"Und das werden wir auch nicht", gab Steffen zurück. "Zwar kennen wir seinen aktuellen Aufenthaltsort nicht, aber Pandora konnte rausfinden, wie er nach Marburg überführt wird: Sie setzen ihn in einen Gefangenentransporter und fahren ihn hin. Und wir wissen jetzt schon, welcher Gefangenentransporter das genau sein wird."
"Weil die Regierung anscheinend so viele Gefangenen zu transportieren hat, dass sie die Kapazitäten dafür im Voraus verplanen müssen", grinste Pandora. "Und die Fahrtroute ist zwar noch nicht einprogrammiert, aber sobald sie das wird, krieg ich sie auf meinen Laptop geschickt. Ich hab nen Trojaner in dem Wagen installiert, der mich auf dem Laufenden hält."
Steffen nickte ihr zu. "Das heißt, wir wissen den Tag, an dem er überführt wird, und wir wissen, wo er ankommen wird. Alles, was uns zu tun bleibt, ist in Marburg selbst darauf zu warten, dass der Transporter losfährt, und in dem Moment können wir ihm entgegenkommen und ihn abfangen, lange ehe er am Ziel ankommt. Dank Pandoras Trojaner kriegen wir den Wagen dort auch stillgelegt. Wir müssen uns nur um eine eventuelle Eskorte kümmern, und um die Wachmannschaft im Transporter selbst, insofern es eine gibt."
Lorena blickte ihn ernst an. "Die wird es auf jeden Fall geben. 'Vorbild' war unter ständiger Bewachung, und die Leute vor Ort hatten eindeutig Angst vor ihm. Die werden die höchstmögliche Sicherheit auffahren, die sie bieten können."
"Im Rahmen ihres Budgets", widersprach Pandora. "Die haben auch nicht endlos Geld, sonst hätten sie den Transport per Heli oder Flugzeug organisiert. Aber für ein paar Leute von der Zarathustra-Einsatztruppe wird es sicherlich langen, wahrscheinlich auch für Kampfdrohnen oder Ähnliches. Ich hab die ganze Aktion weiterhin in Überwachung; vielleicht kriegen wir noch mehr über die Gegenmaßnahmen raus."
"Eins ist aber klar", meldete sich Tom zu Wort, "wenn da die Zarathustra-Eingreiftruppe mit im Boot ist, haben wir nicht viel Zeit. Wir wissen noch nicht genau, wo wir zugreifen, dementsprechend können wir dort vor Ort nicht so einfach unvorbereitet das Netz lahmlegen. In dem Moment, in dem wir loslegen, schlagen die Alarm, und dann haben die binnen Minuten Verstärkung, und zwar ernsthafte. Mit Luftunterstützung und allem. Das hier kann leicht ein Selbstmordkommando werden."
Zur allseitigen Überraschung gab Malia ein Lachen von sich. "Na, dann bin ich auf jeden Fall dabei! Die werden sich noch in den Hintern beißen, dass sie mich jemals eingeknastet haben! Denen zeig ich's!"
Einen Moment herrschte Stille. Dann meldete sich Tom wieder zu Wort. "Okay, die erste Freiwillige. Wer meldet sich noch?"
"Ich", gab Pandora zurück. "Ohne mich seid ihr da verratzt. Die haben Drohnen mit Splitterbomben an Bord. Echte Kriegswaffen. Wenn es eine von denen zu euch schafft, seid ihr Hackfleisch."
"Ich bin auch dabei", sagte Jessie. "Pandora kann euch die Technik vom Leib halten, ich euch die Männer. Ihr müsst mich bloß abschirmen, wie letztes Mal. Aber Diana und Alex kriegen das sicher hin."
Diana wurde blass. "I-Ich soll da mit-"
Steffen sah überrascht zu ihr. "Na ja, das hier wird nicht ohne Kampf ablaufen, und in Kämpfen bist du extrem wertvoll. Im Vergleich zu uns anderen kann dir nicht viel passieren."
"M-Mir vielleicht nicht", sagte Diana leise, "aber m-meinem Kind."
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