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Chapter 42
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Verunsicherung
Sheikh Hamza bedankte sich nochmals herzlich bei Heike, dass sie seine Einladung angenommen hatte und bat sie in den Aufzug. Dieses Mal war sie auf die rasante Beschleunigung vorbereitet und der Magen rutschte ihr nicht in die Knie. Stattdessen nahm sie intensiv die Nähe des großgewachsenen, charismatischen Mannes wahr, der direkt neben ihr stand. Heute trug er einen schweren orientalischen Duft mit Holznoten und Untertönen von Rose und Honig. Als sich die Fahrstuhltüren zu dem weitläufigen Büro öffneten, ließ er ihr abermals den Vortritt.
„Etwas zu ****?“
„Nein, danke. Später vielleicht.“
Sie trat ohne Umweg direkt an die flächendeckenden Fenster und sah hinaus. Im Westen funkelten gerade noch die letzten Strahlen der untergehenden Sonne über den Horizont und ein zartes Orange-Rosa breitete sich über den Himmel aus.
Hamza trat von hinten an sie heran. Seine Schritte waren auf dem Teppich nahezu unhörbar und die Deutsche spürte seine Präsenz eher körperlich, als dass sie ihn sah. Seine machtvolle Aura schien sie wie ein schweres, weiches Tuch zu umhüllen. Beinahe hätte sie sich nach hinten an ihn gelehnt.
„Ein schöner Sonnenuntergang“, bemerkte er beiläufig.
Heike stimmte automatisch zu. Ihre Gedanken waren woanders. Je länger sie über die letzte Unterhaltung mit ihrem Ehemann nachdachte, desto weniger konnte sie ihren Ärger über ihn unterdrücken. Wie konnte er sich nur benehmen, als sei sie sein Besitz oder könne nicht selbst entscheiden, was und mir wem sie etwas unternehmen wollte?
Dabei war sie sich nicht ganz sicher, was sie in größerem Maß aufbrachte. Sein unangemessenes Verhalten ihr gegenüber oder sein rasches, kampfloses Aufgeben. Sie hatte den Eindruck, er habe sie vor dem Aufzug im Stich gelassen und habe feige seinen Schwanz eingezogen, anstatt sich Hamza zu stellen. Es wirkte auf sie beinahe so, als habe Klaus sie aufgegeben und dem Scheich ausgeliefert. Ein kleiner Funke in ihrem Verstand wies darauf hin, dass dies absurd wäre, dass sie sich gerade in etwas hineinsteigerte. Aber in diesem Moment war sie zu emotional, um eine naheliegende, vernünftige Erklärung seiner Handlungsweise wahrhaben zu wollen.
Nun denn, entschied sie trotzig, wenn Klaus es so leichtfertig hinnahm, dann würde sie sich dem attraktiven Araber nicht verweigern, wenn er sie wollte.
Falls er sie wollte. In was steigerte sie sich da hinein? Unsicherheit überschwemmte sie. Was sollte sie tun?
Hamzas feine Antennen nahmen ihre Konfusion auf. Beruhigend legte er ihr eine Hand auf den Oberarm und trat näher. In ihrem schulterfreien Kleid nahm sie die Berührung intensiv wahr, sie fühlte seine Körperwärme und den feinen Hauch seines Atems auf ihrer nackten Haut. Die winzigen Härchen in ihrem Genick stellten sich auf. Langsam drehte sie sich zu ihm um, ohne den Kontakt aufzugeben, so dass seine kräftige Hand dabei über ihren Rücken glitt.
Sie stand nun unmittelbar vor ihm, von seinem Arm umschlungen. Um ihn anzusehen, musste sie den Kopf in den Nacken legen. Sorge, Verunsicherung und auch Verletzlichkeit schienen aus ihren Augen. Was, wenn sie seine Signale falsch interpretierte? Machte sie sich gerade komplett zur Närrin?
Er war so gutaussehend, so anziehend, so außergewöhnlich, eigentlich zu perfekt, um ein echter Mensch zu sein. Wie könnte sie sich ihm entziehen?
Hamza beugte sich zu ihr herab. Sie schloss die Augen und öffnete leicht den Mund. Ihre Lippen trafen sich. Für Heike war es wie die Erfüllung eines langgehegten Wunsches, als habe sie ihren Traumprinzen aus dem Märchen gefunden und läge in seinen Armen. Ihre Knie wurden weich und als Antwort festigte sich sein Griff um sie. Sie schmolz dahin, ertrank in dem fortdauernden Kuss. Zurückhaltend hob sie ihre Hände und legte sie um seine Hüften.
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Heike in al-Baha
Sie begleitet ihren Mann ins Ausland.
Heike ist alleine in dem Luxusbungalow, während ihr Mann arbeitet.
Updated on Jun 11, 2025
by Daemony
Created on Sep 3, 2023
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