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Chapter 19

Wie wird das Match?

Verschwitzt, aber erfolgreich!

Javi holt mich ab und wir unterhalten uns im Auto wieder. Der Vorfall vom Vorabend bleibt aber zum Glück unerwähnt! Das wäre mir auch einfach nur unangenehm gewesen. Die Fahrt ist durch den wirklich dichten Verkehr rund um Palma und El Arenal ziemlich lang. Wir fahren heute jedoch nicht an den gleichen Strand wie gestern, sondern an einen beliebten Sandstrand, der in einer weniger dicht bebauten Gegend liegt. Hier lässt mich Javi aus dem Taxi und ich zahle per Kreditkarte. Für den Abend vereinbare ich mit ihm, dass ich ihn anrufen kann und er mich dann abholt.

Ich stehe nun auf einem überfüllten Parkplatz. Viele **** und auch Erwachsene laufen umher. Ich habe einen kleinen schwarzen Rucksack von Kapten & Son auf den Rücken. Darin befindet sich mein Portemonnaie, ein Handtuch, Sonnencreme, eine Flasche stilles Wasser und was man halt sonst noch so in der Handtasche einer Frau findet. Am Ende des Parkplatz ist ein Weg aus Holzbolen. Der Weg führt durch Dünen und Sträucher zum Strand, den ich noch nicht sehen kann. Ich gehe den Weg entlang und plötzlich öffnen sich die Sträucher und geben den Blick auf einen scheinbar endlosen weißen Sandstrand in Mitten eines Naturschutzgebietes frei. Einfach wunderschön! Ein breites Grinsen bildet sich auf meinem Gesicht. In einigen hunderten Metern Entfernung kann ich mehrere Beachvolleyballfelder sehen. Ich grinse noch mehr. Ich ziehe meine Schuhe aus und binde die Schnürsenkel zusammen. Ich kann den warmen Sand unter meiner Füßen spüren. Immer wieder ein einfach großartiges Gefühl! Dann schlendere ich hinüber zu den Beachvolleyballfeldern.

Aus einiger Entfernung winkt mir bereits ein strahlender, muskelbepackter, dunkelhäutiger Mann zu. Das kann nur Bakari sein. Ich winke glücklich lachend zurück und lege ein bisschen an Tempo zu. Endlich kann ich in die gleichen strahlenden Gesichter von gestern schauen. „Hola Jana“, grüßen mich alle fröhlich und ich grüße zurück. Ein fremdes Gesicht schaut mich an. Auch dieses wird natürlich mit einem Lächeln von mir gegrüßt und ich stelle mich als „Jana aus Deutschland“ vor. Bakari grinst: „Jana, das ist mein guter Freund und Geschäftskollege Andrés.“. Ich schüttele dessen Hand und er mustert mich von Kopf bis Fuß, bevor er zu Bakari gerichtet sagt: „Bakari, du hast nicht zu viel versprochen. Jana ist wunderschön! Wenn sie jetzt noch wirklich so gut im Volleyball ist wie du sagst, besitzt sie die perfekte Grundlage um als Modell für meine Kollektion zu arbeiten. Lass uns loslegen!“. Bakari grinst mich an, ohne dass wir weiter über das schon irgendwie komische Gespräch unterhalten. Dann beginnen wir uns auf das Spiel vorzubereiten. Zunächst pritschen wir den Ball nur ein wenig hin und her, dann stelle ich mich als Zuspielerin ans Netz und stelle den Jungs die Bälle zu und anschließend üben wir ein paar Angaben. Schon hier knipst Andrés fleißig Fotos von mir.

Unsere Gegner ziehen ein ähnliches Aufwärmprogramm durch und die Jungs sind ziemlich durchtrainiert, aber auch wirklich arrogant. Sie machen sich darüber lustig, dass in unserem Team ein Mädchen spielt. Und dann auch noch so klein und nichtmal aus Spanien. Dass ich sie verstehen kann, denken die wohl nicht. Bakari nimmt mich kurz zur Seite: „Die werden sich noch wundern. Wer zu letzt lacht, lacht am besten.“, und grinst über beide Ohren. Ich bin nicht nur sauer, ich bin wütend. „Was für Idioten!“, denke ich mir. „Die werden schon noch lernen ihre dämlichen Mäuler zu halten.“. Ich bin nun richtig angestachelt.

Dann beginnt das Spiel. Endlich. Unsere Gegner legen mit einer Angabe los. Diese ist sehr druckvoll, doch Javier kann sie annehmen und ich leite weiter auf Bakari, der zum Schmetterball ansetzt. Leider wird auch dieser angenommen, gestellt und hinüber in unser Feld gespielt. Bakari versucht den Ball anzunehmen, doch er ist zu druckvoll gespielt und springt aus dem Feld. Ich ahne das, mache ein paar Schritte und hechte los. Dann schlage ich den Ball mit der Faust im Flug über das Netz und rolle mich im Sand ab. Direkt wieder hoch und der nächste Ball segelt zurück über das Netz. Ein sicherer Punkt, doch immernoch wütend hechte ich wieder los und kann auch diesen Ball mit der flachen Hand auf dem Sand abwehren. Javi donnert den Ball nach meiner Abwehr mit Dampf ins gegnerische Feld und punktet. Unser Jubel ist groß und Bakari hebt mich vor Freude hoch. In der Folge ist das Spiel eine eindeutige Sache. Große Rettungsaktionen braucht es nicht mehr. Ganz im Gegenteil: Durch eigene Angriffe kann ich noch einige Punkte erzielen und nach einem Punktgewinn durch einen Schmetterball genau in die hintere linke Ecke des Feldes, jubele ich per Rückwärtssalto. Am Ende des Spiels geht es um den letzten Punkt. Die meisten Punkte haben wir schön ausgespielt. Block oder Annahme: „Uno, dos, tres“, der Schmetterball zum Abschluss. Für diesen letzten Punkt hatte ich mir jedoch etwas besonderes überlegt: Javier nimmt den Ball an, spielt ihn auf mich und ich täusche eine Ablage an. Ein Trick. Ich sehe, wie die Gegenspieler sich auf einen weiteren Schmetterball von Bakari einstellen und am Netz hochspringen, doch ich drehe die Hand und lege den Ball gekonnt in die Feldmitte. Punkt; Sieg; Ende. Ich lasse mich zu einem weiteren Jubel hinreißen. Ich drehe mich in Richtung meiner Gegner, beuge mich mit gestreckten Beinen vornüber, sodass meine Haare den Sand berühren und wackele mit dem Po. Ein schöner Twerk, den ich nach einigen TikTok-Videos vor langer Zeit in meinem Zimmer vor dem Spiegel geübt habe. Die Kamera habe ich total vergessen, gebe mir selbst einen Klaps auf die rechte Pobacke, drehe mich um, richte mich auf, strecke meine Zunge hinaus und sage dann auf spanisch: „Schon peinlich gegen ein kleines Mädchen zu verlieren.“. Javier und den anderen Jungs, abgesehen von Bakari, der nur grinst, ist unterdessen die Kinnlade hinuntergeklappt.

Was folgt auf den Sieg?

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