Geht's jetzt los?
Die Mission beginnt nun richtig
Tom sah noch kurz zu, wie Steffen und Pandora sich daran machen, am Seil nach oben zu klettern, dann aber wandte er sich an die anderen. "Okay, los mit euch", sagte er und nahm das große Gewehr aus dem Kofferraum, das er für seinen Part brauchte. "Lasst euch Zeit mit dem Aussteigen, damit ich in Position komme, aber dann muss es fix gehen. Und nicht vergessen: die müssen uns abkaufen, dass wir total fanatisch drauf sind. Wenn die auf den Gedanken kommen, wir könnten nur eine Ablenkung sein, hat Team Zwei ein Problem."
"Kriegen wir hin", gab Jessie zuversichtlich zurück und stupste ihn mit der Schulter an. "Spätestens, wenn ich singe, halten die uns für vollkommen durchgeknallt."
"Erinner mich nicht an dein Lied", schauderte Alex. "Los, bringen wir es hinter uns!"
Er setzte sich zusammen mit Diana auf die Rückbank des Wagens und begann sich auszuziehen, während Jessie auf den Fahrer- und Malia auf den Beifahrersitz setzte. Sie steuerten das Auto rückwärts hinaus aus der Gasse, schwenkten wieder auf die Straße ein und fuhren die letzten Meter vorbei am Block, auf dem sich nun Pandora und Steffen aufhielten. Ihr Ziel, das Gesundheitsministerium, war direkt auf dem Nachbargrundstück, ein weiteres vierstöckiges, etwas moderneres Gebäude, recht hell erleuchtet, und am Eingang sahen sie auch schon die ersten Wachen - Soldaten in voller Montur, die es beschützen sollten.

Jessie lenkte den Wagen zum Parkplatz. Wenn das bereits die Aufmerksamkeit der Wachen auf sich zog, so ließen sie es sich jedenfalls nicht anmerken und verharrten auf ihrer Position. "Okay", sagte sie, während sie ihren Gurt öffnete, "dann lassen wir es mal krachen. Wartet, bis Shorty und Kontakt aufgenommen haben, dann kommt ihr zwei nach, und zwar hurtig. Noch Fragen? Nein? Dann ist Showtime!"
"Du alte Rampensau", grinste Alex, als sie ausstiegen und öffnete das Fenster an seiner Seite einen kleinen Spalt, um hören zu können, wann es losging. Er sah konzentriert zu, wie Jessie und Malia auf die Wachen zuliefen, und nachdem sie sich ihnen einige Schritte genähert haben, löste sich dann auch einer der Soldaten und trat auf die beiden Frauen zu. Sie waren schon zu weit weg, um zu hören, was genau er zu ihnen sagte, aber es klang nicht sonderlich freundlich. Jessie wechselte einige Worte mit ihm, er schien verwundert, dann hob er eine Hand in ihre Richtung und machte eine abweisende Bewegung. Malia sagte jetzt etwas, das wütend und enttäuscht klang, und von hinten löste sich eine zweite der Wachen vom Eingang und trat zu seinem Kollegen. Jessie wich etwa einen Meter zurück, hob beide Hände - und dann begann sie zu singen.
"Wie eine Blume am Winterbeginn..."
"Los geht's!" sagte Alex zu Diana, zog seine Sturmhaube auf und stieg aus dem Auto aus, nackt wie er war. Er lief schnell zum Kofferraum und öffnete ihn, während sich Diana schon einmal auf den Weg zum Eingang machte.
"Und so wie ein Feuer im eisigen Wind. Wie eine Puppe, die keiner mehr mag..."
Alex griff sich die große Sporttasche, die sie vollgepackt hatten und nahm sie über die Schulter. Dann griff er mit der freien Hand nach den beiden Feldflaschen, öffnete eine davon und nahm einen tiefen Schluck von Ashas Milch. Sofort führte er Hitze in seinem Unterleib aufsteigen, spürte Blut in seinen Schwanz strömen, und nur Sekunden später begann er dann auch schon zu wachsen.
"Fühl ich mich an manchem Tag."
Inzwischen war Diana bei Jessie und Malia angekommen. Die beiden Wachen vor ihr waren vollkommen erstarrt und hatten die Arme sinken lassen, und Diana trat zu ihnen, nahm ihnen die Gewehre ab und verbog bei jedem davon den Lauf, ehe sie sie auf den Boden warf. Alex, der bereits etwa zwei Meter groß war, unterdrückte den Impuls, seinen Schwanz wichsen zu wollen, verschloss die Feldflasche, nahm noch die zweite im Kofferraum und lief dann zu seinen Gefährten.
"Dann seh ich die Wolken, die über uns sind und höre die Schreie der Vögel im Wind..."
Auch die beiden anderen Soldaten am Eingang, die zurückgeblieben waren, schienen bereits in Jessies Bann zu sein; jedenfalls rührten auch sie sich nicht vom Fleck. Vielleicht hatte man im Gebäude schon bemerkt, dass hier irgend etwas Seltsames vorging, aber bisher tat sich noch nichts. Alex hängte sich eine Feldflasche um und reichte die andere Diana, die sich diese ebenfalls um den Hals hängte. Dann reichte er die Sporttasche Malia, die diese sofort öffnete und zwei Farbsprühdosen hervorzog. Mit den Dosen bewaffnet rannte sie nun zum Ministerium und begann, die erste Fensterscheibe in Grellrot zu besprühen.
"Ich singe aus Angst vor dem Dunkel ein Lied und hoffe, dass nichts geschieht."
Von innen sah ein Mann im Anzug, der in einem Büro saß, verblüfft zu Malia, die gerade seinen Ausblick mit Farbe verzierte. Er sprang auf, verließ sein Büro und rannte zum Gebäudeeingang, wo er die Tür aufriss. "Was zum Teufel geht hier-" Dann hörte auch er Jessies Lied und erstarrte.
"Ein bisschen Frieden, ein bisschen Sonne für diese Erde, auf der wir wohnen..."
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