Was wird Alex mit den neuen Einsichten anfangen?
Erst mal nicht viel
Mit diesen Worten im Kopf begab sich Alex zurück auf sein Zimmer. Es war für ihn ein langer Tag gewesen, ein Tag mit viel Geficke und einigem Stress, und eigentlich hatte er sich darauf gefreut, ein bisschen Ruhe zu bekommen. Aber noch war sie ihm nicht vergönnt, denn auf dem Weg fing ihn Diana ab.
"Hast du kurz Zeit?" fragte sie ihn leise und scheu. "I-Ich will nichts Besonderes, nur kurz reden."
"Ein paar Minuten bestimmt", nickte Alex. "Komm kurz mit aufs Zimmer."
Sie folgte ihm, und als die Tür geschlossen war, sah sie ihn mit leicht bedrücktem Gesicht an. "Es geht um die Mission", sagte sie. "Ich m-mache mir Sorgen. Wenn wir- Wenn du und ich etwas f-falsch- Was, wenn jemand von den anderen verletzt wird?"

Alex nickte. "Ja, das ist ein anderes Kaliber als das im Gefängnis. Da hatten wir's nur am Ende mit Schusswaffen zu tun, und das auch nur, weil es nicht glatt lief. Diesmal stellen wir uns mitten in die Schusslinie. Und eine Kugel will ich mir nicht unbedingt einfangen."
"Das geht eigentlich", sagte Diana zu seiner Überraschung. "Es tut nicht sehr weh, wenn du groß bist. Aber w-wenn Jessie- oder Tom-"
"Die werden auf sich aufpassen", gab Alex beruhigend zurück. "Tom ist ja noch nicht mal in der Nähe, und Jessie weiß, dass sie nicht kugelsicher ist. Ich mache mir mehr Gedanken um mich selbst. Vielleicht heile ich schnell, aber ein Loch im Kopf bringt mich wohl noch schneller um."
Erneut überraschte ihn Diana. "Wenn du so bist wie ich", sagte sie, "kann das nicht passieren. Deine Knochen werden extrem hart, wenn du wächst. Kugeln prallen einfach daran ab. Der Bauch ist ein bisschen ein Problem, weil du da keine Knochen hast, aber der Schmerz ist eigentlich zu ertragen, und sobald du ein Stück wächst, verheilen die Wunden auch gleich wieder. Nur-" Sie seufzte. "Ich m-mache mir echt Sorgen um die anderen. W-Wie sollen wir auf die aufpassen, wenn es r-richtig viele werden?"
So hatte Alex die ganze Sache noch nicht betrachtet. "Weiß ich auch nicht", sagte er nach einem Moment des Nachdenkens. "Wir haben Shorty dabei; die ist auch ziemlich kugelsicher. Vielleicht kann die schauen, dass sie ein bisschen mithilft? Aber das meiste werden wohl du und ich abkriegen. Wir sind ziemlich auffällige Gestalten. Und wir müssen uns echt gut einteilen. Nicht zu schnell zu geil werden. Wenn einer von uns beiden kommt, haben wir ein wirkliches Problem."
"J-Ja, wir müssen vorsichtig sein." Sie seufzte leise. "D-Darf ich dich noch was fragen? Beziehungsweise, um was b-bitten?"
"Ja?"
"Schläfst du schnell eine Runde mit mir?"
Alex sah sie an. "Oh. Also doch mehr als nur reden."
Diana errötete leicht und sah zu Boden. "Ich- Ich will nur diese Sorgen ein b-bisschen aus dem Kopf bekommen. Es hilft, wenn ich w-wachse."
"Der Gedanke ist gut", nickte Alex, "und ich würde dir gerne helfen. Leider bin ich gerade erst vor ein paar Minuten gekommen. Ich brauche wohl noch ein bisschen, bis ich wieder kann."
"Oh." Diana presste die Lippen zusammen. "D-Dann entschul-"
Alex legte ihr eine Hand auf die Schulter. "Aber", sagte er, "das heißt nicht, dass ich dir nicht helfen kann. Wirst du gerne geleckt?"
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