Wie wird Asha auf den Besuch reagieren?
Zunächst höflich, aber dann...
Jessie und Alex folgten ihrer Aufforderung und traten ein. Das Restaurant war wirklich winzig, gerade einmal eine bessere Imbissstube mir nur zwölf Sitzplätzen an vier kleinen Tischen und einem Verkaufstresen, an den sich direkt die Küche anschloss. Es roch bereits betörend nach exotischen Gewürzen, und die Beleuchtung war eher schummrig, passend zur Gestaltung des Raumes mit Wandteppichen, indischen Bildern an den Wänden sowie einer Miniatur des Tadsch Mahal auf der Theke.
"Wollen sie lieber mit dem Lager oder mit der Küche anfangen?" fragte Asha. "Oder einfach von vorne nach hinten?"
"Eigentlich", sagte Alex, während er die Tür hinter sich schloss, "wollten wir erst etwas anderes besprechen. Wir sind nämlich nicht zur Lebensmittelüberprüfung gekommen."
Asha sah ihn überrascht an. "Geht es ihnen dann um die Buchhaltung? Ich hatte ihnen doch schon geschrieben, dass ein paar meiner Zulieferer keine standardisierten Rechnungen-"
Jessie hob die Hand. "Es hat nichts damit zu tun", sagte sie. "Wir sind wegen Shorty hier."
"Sie-" Einen kurzen Moment lang sah man in Ashas Gesicht einen Anflug von Erschrecken, dann aber wechselte ihre Miene sofort zu Verwirrung. "Wegen was sind sie hier? Wegen Shorty? Keine Ahnung, was das ist; ich serviere es jedenfalls hier nicht."
"Keine Sorge", nahm Alex den Faden auf, "wir können ganz offen miteinander reden. Es geht um Shorty, mit richtigem Namen Malia. Sie kennen sie von früher."
Alex' Worte hatten lediglich den Effekt, dass Asha nun tatsächlich besorgt wirkte. "Ich- Ich kannte eine Malia, ja", bestätigte sie vorsichtig, "aber sie ist vor fast einem Jahr verhaftet worden. Seither hatten wir keinen Kontakt mehr. Was wollen sie wissen?"
Mit einem freundlichen Lächeln versuchte Alex, ihr Misstrauen zu zerstreuen. "Wir wollen nichts wissen, im Gegenteil", sagte er. "Wir möchten ihnen etwas mitteilen: Shorty ist wieder frei."
"Sie- Sie ist-" Ashas Augen weiteten sich überrascht.
"Und sie würde sich freuen, sie wiederzusehen", fügte Jessie hinzu. "Wir sind hierhergekommen, um ihnen das zu sagen."
Asha schluckte. "Sie sind keine Gesundheitsinspektoren", sagte sie.
Mit einem Nicken bestätigte Alex das. "Ich bin Roadie, das hier ist Syren. Shorty ist jetzt bei uns. Wir sind-"
"Gehen sie!" stieß Asha hervor. "Los, gehen sie!"
"Äh-" Alex sah sie verwirrt an. "Wir wollten eigentlich-"
Aber Asha schüttelte energisch den Kopf. "Gehen sie", wiederholte sie, "ehe man sie beide auch noch schnappt!"
Jessie hob beruhigend die Hände. "Es ist in Ordnung, Asha", sagte sie, "niemand wird uns schnappen. Shorty hat uns gebeten, nach ihnen zu sehen, ob es ihnen gut geht. Und wenn sie wollen, werden wir sie auch zu Shorty führen."
"Sie verstehen nicht!" Asha reagierte nun sichtlich aufgebracht. "Dass man damals Shorty verhaftet hat, daran war ganz alleine ich schuld! Und ich werde immer noch überwacht! Wenn jemand rauskriegt, dass Freunde von Shorty hier sind-"
"Es ist alles unter Kontrolle", beruhigte Jessie sie. "Wir haben das Treffen hier genau durchgeplant. Es besteht kein Risiko, dass-"
In diesem Moment erklang ein tiefer Brummton aus ihrer Jacke, da wo sie ihr Handy stecken hatte. "Leute, ihr seid aufgeflogen!" sagte Pandora. "Meldung über Zarathustra-Aktivität ist eben bei der Behörde eingegangen! Macht, dass ihr da rauskommt!"
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