Wie ging das so schnell?
Eine einfache Erklärung
Jessies' Augen weiteten sich. "Was? Wie konnte das passieren? Ich dachte, du hast ein Auge auf uns!"
"Mein Restaurant wird abgehört", sagte Asha fast verzweifelt. "Hier sind überall Mikrofone installiert. Los, gehen sie jetzt!"
"Sie hat recht", sagte Pandora, "haut ab! Ich deaktiviere die Rotodrone draußen auf dem Platz, dann könnt ihr unbemerkt verschwinden, ehe-"
Alex unterbrach sie. "Pandora, wenn wir jetzt gehen, was passiert dann mit Asha? Die haben doch gehört, dass sie uns warnen wollte! Da ist sie doch mindestens wegen Kollaboration dran, und wenn sie dann rauskriegen, dass sie eine von uns ist-"
Da war er aber bei Pandora an der falschen Adresse. "Fuck, Roadie, genau davon hatten wir es vorhin! Ich sage, wo's lang geht, und ich sage, ihr verschwindet jetzt!"
"Nicht, wenn Asha dabei draufgeht!" Er blickte zu der üppigen Inderin. "Wir haben dir das hier eingebrockt, wenn du willst, holen wir dich hier raus. Willst du mitkommen?"
"Ich-" Asha sah ihn unsicher an. "Aber ich bin ein Risiko für euch! Deine Freundin hat recht - ihr solltet jetzt gehen, sonst-"
Jessie packte sie fest am Handgelenk. "Und wie sollen wir das dann Shorty erklären, hm? Wir sind nur hier, weil sie ihre beste Freundin nicht zurücklassen wollte! Soll sie jetzt schuld daran sein, was mit dir passiert?"
Aus dem Handy klang jetzt deutlich erregt Pandoras schrille Stimme. "Ey, wird's bald? Raus jetzt!"
"Asha?" Jessie sah sie intensiv an. "Letzte Chance. Kommst du mit?"
"Ich..." In Ashas Gesicht mischten sich Angst, Verwirrung und noch einige andere Emotionen, und ein paar Sekunden lang starrte sie Jessie nur an. Dann endlich nickte sie. "Okay. Ich komme mit."
Alex riss schwungvoll die Tür auf. "Dann los, gehen wir! Einfach mir nach!"
Er wollte schon lostraben, als sich Pandora nochmals meldete. "Aber unauffällig! Bloß nicht rennen jetzt! Sonst werdet ihr von jeder KI-Bilderkennung sofort als verdächtig getaggt!"
"Geht klar." Er atmete einmal durch und trat dann ruhig auf die Straße, und Jessie und Asha folgten ihm. "Wir haben es nicht weit. Nur ein paar Minuten."
"Mein-" Asha hielt kurz inne. "Mein Herd ist noch an", sagte sie dann. "Aber ich vermute mal, das spielt jetzt auch keine Rolle mehr."
Jessie lächelte schwach. "Eher weniger. Du wirst wohl nicht mehr hierher zurückkommen."
Alex nickte und deutete auf die große schwarz-gelbe Helikopterdrohne, die reglos im Springbrunnen lag. "Spätestens jetzt gibt's kein Zurück mehr. Machen wir uns auf."
Mit Asha im Schlepptau passierten sie den Platz, nicht im Laufschritt, aber durchaus zügig. Und wären sie eine Minute früher gegangen, hätten sie auch ohne Probleme die andere Seite erreicht. Aber sie hatten ein ganz klein wenig zu viel Zeit im Restaurant verschwendet, und Pandora war ausgerechnet gerade jetzt damit beschäftigt, eine mögliche Fahndung nach Asha im System der Polizei zu verzögern und ihnen etwas mehr Zeit für ihre Flucht zu verschaffen.
Und so waren alle mehr als überrascht, als in der Gasse vor ihnen plötzlich einer der fliegenden Kampfanzüge der Zarathustra-Einsatztruppe landete, nur wenige Meter entfernt.

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