What's next?
Eine Odyssee
Wir suchten Wochenlang. Die Eltern mussten wieder zurück nach Deutschland. Ich blieb. Die Uni musste warten. Immer einen Detektiv an meiner Seite bereiste ich die Wüste kreuz und quer.
Ich versuchte die Sprache der Einheimischen zu lernen. Es ist schwer. Aber es wurde immer besser. Doch es dauerte. Über ein Jahr brauchte ich, um die ersten Spuren zu finden.
Ein Zufall war es. LKW-Fahrer hatten berichte, eine Frau gesehen zu haben, die auf meine Beschreibung passte. Unser Flugzeug bracht mich hin. Der Scheich lud meine Begleitung ein und ich durfte dabei sein. Er prallte mit seiner schönen Sklavin. Weiße Haut. Und dann hielt er ihr Baby in den Armen. Der Rest war geschickte Verhandlung und viel Geld. Wir hatten Lili zurück. Sie war wieder schwanger und ihr Baby musste sie dalassen. Aber wir haben sie mitgenommen. Die Freude war groß und unbeschreiblich. Sie hatte sich zwar schnell angepasst und kam bei den Arabern ganz gut zurecht. Aber glücklich war sie nie. Sie hatte resigniert und die Hoffnung aufgegeben. Was blieb ihr auch anderes übrig.
Ich brachte sie nach Tunis, wo wir uns mit ihren Eltern trafen. Überglücklich konnte ich die erste Familie wieder zusammenführen.
Ella fand ich auf einem Basar. Trotz ihrer 2 Kinder war ihr Besitzer sehr unzufrieden mit ihr. Man hätte sie täglich vergewaltigt. Doch niemals hätte sie ihre Beine freiwillig geöffnet. Desweben sollte sie erneut verkauft werden.
Abgemagert und von Narben gezeichnet machte sie ein erbärmliches Bild. Doch ihre Augen leuchteten, als sie mich in der Menge erblickte. Wir kauften sie für Kleingeld frei, und brachten sie zu einem Arzt. Es war allerhöchste Zeit. Die vielen Schläge hatten innere Organe beschädigt. Eine Operation rettete ihr das Leben. Sie hat noch 2 Jahre gebraucht um wieder so lächeln zu können, wie ich sie in Erinnerung hatte. 2 Jahre, die sie in Deutschland in einer Psychiatrie verbracht hat. Trotz allem vermisste sie ihre Kinder, war depressiv und traute keinem Menschen mehr. 2 Jahre war sie in Gefangenschaft. 2 weitere Jahre hatte sie gebraucht die Ketten wieder abzulegen. Sie hat danach nie wieder einen Mann an sich gelassen und vertraut niemandem mehr.
Diese 2 Jahre brauchte ich um Maria zu finden. Sie war die ganze Zeit über in der Oase, in der sie auch verkauft wurde.
Ein reicher Mann hatte sie sich dort als Sexspielzeug gehalten. Nicht zur Zucht. Nicht diesen Körper. Sie sprach mittlerweile fließend die Sprache und wohnte nicht mehr im Dienstbotentrakt, sondern im Harem des Herren. Maria hatte sich ihm hingegeben und sich seine Liebe verdient. Sie war Scheherazade. Mehr als 1001 Nacht hatte sie ihren Herrn glücklich gemacht. Zum Missfallen seiner anderen Frauen.
Auch da hat der Koran ein paar komische Zeilen. Ein Mann muss alle seine Frauen gleich behandeln. Macht er das nicht, dann darf sich die vernachlässigte Frau vom Mann trennen. Die Mitgift nimmt sie dann wieder mit. Ein Mann vernachlässigt seine Frau nach 4 Monaten ohne Sex. Maria hat die anderen Frauen eine nach der Anderen rausgekegelt. Bis auf eine.
Ihr Mann hat sie behütet wie seinen größten Schatz. Und leider auch genauso bewacht. Erst als sich die andere Ehefrau die Belohnung, die ich ausgesetzt hatte verdienen wollte, tauchte Maria wieder auf. Heimlich konnte ich Kontakt aufnehmen und ein Handy zu ihr schmuggeln. Groß war die Freude und noch größer die Hoffnung. Doch ich brauchte noch etwas Zeit ihre Flucht zu organisieren.
Die Polizei wollte uns nicht helfen. Wir würden keine Frau befreien wollen, sondern eine Ehefrau stehlen.
Die deutsche Botschaft meinte, Gewallt wäre keine Lösung. Geld würde immer gehen. Doch Maria war anderer Meinung. Ihr Mann hatte alles, was er sich vorstellen könnte. Wozu noch mehr Geld.
Also holten wir sie mit einer kleine Privatarmee da raus.
Die letzten 4 Jahre, in denen ich rastlos durch die Wüste gezogen bin, haben mich erwachsen werden lassen. Ich fühle mich alt und verbraucht. Meine Suche hat Unsummen an Geld verbraucht. Unsere Eltern haben das Finanziert. Jeder zu gleichen Teilen. Lili konnte mir erst nicht wirklich helfen. Erst bekam sie ihr zweites Kind, und dann eine Depression. Aber das letzte Jahr hatte sie mich begleitet.
Wir waren, wir sind und werden es immer bleiben. Beste Freundinnen.
Mahl sehen, wann wir uns wieder trennen um zur Uni zu gehen.
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