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Chapter 4
Wer öffnet mir die Tür?
Eine höflich nette Anna
Ich musste nur kurz warten bis sich die Haustür öffnete. In der Tür stand ein hochgewachsenes und sehr sportliches Mädchen mit langen schwarzen Haaren. Das Mädchen war mindestens 1,80m groß, wodurch ihre nicht gerade kleinen Brüste genau auf meiner Augenhöhe waren. Verwundert schaute das Mädchen auf mich herab und fragte mich freundlich: "Kann ich ihnen helfen?" Ich antwortete daraufhin mit einer Gegenfrage: "Bist du Anna?" Sie bestätigte es mit einem knappen "Ja".
"Sind deine Eltern auch Zuhause?"
"Ja, sicher. Kommen Sie bitte herein."
Anna trat zur Seite, um mich einzulassen und schloss die Tür hinter mir. Irgendwie überkam mich das Gefühl, in die Höhle des Löwen gestürmt zu sein, ohne recht zu wissen, was ich eigentlich beabsichtigte und wie ich hier heil wieder herauskommen sollte. Aber der feste Wille, mein kleines Mädchen vor weiteren Übergriffen zu beschützen, stärkte meine Entschlossenheit und gab mir den Mut, tiefer in den Flur zu treten.
Anna führte mich in ein großes Wohnzimmer, dass modern und geschmackvoll mit einer bequem aussehenden Sitzgruppe aus Stahl und Leder eingerichtet war. Auf Kommoden und in Regalen standen gebundene Bücher und Gegenstände, die ich als zeitgenössische Kunst einordnete. Vermutlich waren sie teuer, entsprachen aber definitiv nicht meinem Geschmack, der eher gutbürgerlich war. In meiner Welt verortet war dagegen der riesige TV-Bildschirm, der gegenüber des Sofas an der Wand angebracht war und mir Respekt abnötigte. Seine Bildschirmdiagonale übertraf geschätzt die Breite meines Wohnzimmers und vermutlich wäre das Stück mehr Wert als meine alte Karre draußen auf der Straße.
"Nehmen sie doch bitte Platz. Ich hole meine Eltern." Anna wies mit der Hand auf einen Sessel und verließ das Zimmer.
Ich setzte mich. Obwohl der Platz wirklich so bequem war wie vermutet, konnte ich mich aber nicht entspannen. Ich saß starr aufrecht, die Beine fest zusammengepresst, die Hände auf die Knie gelegt. Aufgeregt sah ich zur Tür, bis durch diese eine ältere Version von Anna trat. Ihre Tochter folgte ihr auf dem Fuß.
Die Herrin des Hauses war groß und schlank, vermutlich Anfang vierzig und hatte die gleichen langen, glänzenden schwarzen Haare wie ihre Tochter, die mit einer silbernen Spange im Nacken zusammengehalten wurden. Ich vermutete, dass die glitzernden Steine auf der Haarspange kein billiger Strass waren. Ihre Haut war leicht gebräunt und ihre Gesichtszüge wirkten etwas exotisch. Sie trug ein nicht ganz knielanges Etuikleid, dessen Farbe je nach Lichteinfall zwischen Silber und Hellblau changierte, sowie halbhohe cremefarbene Pumps. Die Aufmachung wirkte formell und geradezu festlich, so dass ich annahm, dass sie entweder Gäste erwartete oder ausgehen wollte.

Ich schnellte hoch wie eine Sprungfeder. Noch nie hatte ich mich so fehl am Platz gefühlt, wie in diesem Moment. Mein billiges Shirt und der Jeans-Minirock wiesen mich unübersehbar als ein Fremdkörper in dieser Welt aus.
Ich reichte ihr meine Hand. "Guten Abend, Frau Stein. Ich bin Marion Huber, die Mutter von Emilia. Meine und ihre Tochter Anna gehen in dieselbe Klasse. Aber ich fürchte, ich komme ungelegen?"
Sie erwiderte meinen Gruß. "Guten Abend, Frau Huber. Ich bin Sophia von Stein. Bitte setzen sie sich doch wieder. Was kann ich für Sie tun?"
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Die Mobberin meiner Tochter
Was tut eine Mutter, damit ihr Tochter nicht mehr gemobbt wird?
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