Überfall?

Der uneingeladene Gast

Chapter 34 by JackTheWolf JackTheWolf

Jana sprang aus Reflex und Schrecken auf die andere Seite des kleinen Balkons. Die Stimme war verstellt und durch das Flüstern kaum zu erkennen. Aber sie hatte etwas Vertrautes. „Wenn ich doch nur etwas da hätte, mit dem ich leuchten könnte“, dachte Jana, aber da sie nicht einmal Kleidung trug, war an etwas zum Verteidigen aus der Tasche ziehen einfach nicht möglich. Eine Gestallt im schwarzen Umhang löste sich aus dem Schatten. Viel war, durch eine große Kapuze, nicht zu sehen, nur, dass das Gesicht eine Tätowierung hatte, eine Schlange zog sich über das Gesicht, schlängelte sich vom Auge zum Hals mit einem Schlenker über die Wange.

„Caro?“, Jana sah ungläubig in die Augen ihrer besten Freundin. „Da mache ich mal früher Feierabend und sehe gerade noch, wie ihr zwei auf der Insel aus dem Wasser klettert. Ich bin euch dann mit einem Kanu gefolgt. Natürlich erst einmal falsch abgebogen. Als ich euch dann gefunden hatte, sah ich dich, wie du einen supergeilen Striptease in den Saal gezaubert hast. Verdammt, ich

lief aus vor Geilheit. Dann geht ihr auch noch in den Raum, in dem ich mich versteckte und vögelt euch das Hirn aus dem Schädel. Kann man dich denn gar nicht alleine lassen?“ Caro zog sich den Schleier aus dem Gesicht. Jana war sprachlos. „Aber … ich“, stammelte sie, als Caro plötzlich frech grinste und ihr zuzwinkerte.

„Was hälst du von etwas Körperpflege? Du riechst nach Sex und Moschus, die kleinen Schwimmer von meinem Opa laufen dir am Bein runter: Ich denke, wir sollten das Badezimmer hier mal benutzen, denn auch mich hat das alles nicht so ganz unberührt gelassen.“ Caro nahm ihr nackte Freundin an die Hand und ging mit ihr durch das Schlafzimmer, querte den Tanzsaal, wo die Puppen immer noch ihren Rauch in die Luft pusteten. Hinter einem Springbrunnen öffnete sich ein Gang in deren Mitte das Wasser des Brunnens entlanglief. Die Wände hinter dem Brunnen waren mit einer Dschungel-Landschaft bemalt worden und auch der Brunnen selber sah aus, als wäre er von Pflanzen überwuchert worden. Die beiden Damen folgten dem kleinen Bach der nach ein paar Metern in der Badelandschaft mündete. Während schon der Gang mit erotischen Bildern geschmückt war, prangte nun auf einer großen Wand ein weibliche Interpretation eines nackten Bacchus, über dem Bild prangte der Schriftzug „Scriptorium Aventuris“, was auch immer das zu bedeuten hatte.

Caro zog sich aus und stellte sich unter eine in die Wand eingesessene Dusche. Jana nahm ebenfalls einer der Duschen die wie ein Alkoven in die Wand eingelassen waren. Nach einer gründlichen

Reinigung ließen sich die beiden Frauen in einen Whirlpool gleiten. „Dich kann man wirklich nicht alleine lassen, ohne dass du irgendeinen Schwanzträger anspringst, …“, Caro grinste Jana zu als sie das Gespräch eröffnete. „Als wenn ich jeden …“ „Es waren drei in diesem Monat“, schmetterte Caro dazwischen. „Nein, es war nur … und … woher weißt du …?“, Jana war verwirrt. „Ich telefoniere oft mit meinem Opa. Aber sag mal, mein Opa Hermann fällt doch etwas aus deinem

Beuteschema, sonst waren es doch immer Männer die jung, manipulativ

und mit kleinen Schwänzen sind.“ „Du meine Güte, dieser Penis ist göttlich. Cora, ich hatte mich ja schon in deinen Großvater verliebt, aber dass er dann auch noch so eine Mitgift hat, eine verzauberte Zunge und wie er meine Brüste bearbeitet hat, obwohl, jetzt wo ich das so nüchtern betrachte, er ist so gut wie du, nur mit Penis.“ Beide lachten.

„Du liebst ihn also wirklich?“, fragte Caro. „Caro, meine Liebe, ja, ich habe mich komplett in ihn verleibt, er hatte mich aus einigen peinlichen Situationen gerettet, hat sich so rührend um mich gekümmert, hast du in mal Saxophon spielen hören? Caro, halte mich für verrückt, aber ich würde ihn sofort heiraten, falls er mich fragen würde, aber … denkst du, dass er auch so denkt?“ „Ich werde dich nicht Oma nennen, aber ich denke, du tust ihm gut, nach dem Unfall hat er sich jahrelang eingegraben, hat diese Insel gebaut, und wurde langsam wieder glücklich, wir hatten nur uns beide. Ich war ja nicht mal ein Teenager als das alles passierte.“ Jana sah sie an. „Ist deine Oma auch bei einem Unfall gestorben? Ich dachte nur deine Mutter?“ „Mein Opa hat mit seiner Tochter geschlafen, ich bin ein Inzest-Kind“,

Jana fiel die Kinnlade runter. „Reingelegt, nein, sie waren beide im selben Flieger unterwegs, als der abgestürzte. Das auf dem Bild ist meine Oma“, Caro zeigte auf den weiblichen Bacchus an der Wand. „Das hatte Opa vor Jahren gemalt, als sie beide noch jung waren, eine Auftragsarbeit, aber er hat das Bild und sie behalten.“ „Wie romantisch, wie die Mona Lisa, die hatte da Vinci auch nie abgegeben.“ Jana war begeistert. „Du hast also nichts dagegen?“ „Du bist meine beste Freundin, wenn du ihn haben willst, dann nimm ihn dir, aber wenn du mal wieder Lust hat auf eine Frau hast, dann melde dich gerne bei mir.“ Jana nickte „Abgemacht“.

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