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Chapter 69 by Bitbuster Bitbuster

Der Tag danach

Routine?!

Der nervige Weckton wurde mit einem „Computer: Alarm abstellen“ zum Schweigen gebracht.

Die nächsten Minuten verbrachte Patrick damit, sich für den Tag fertig zu machen.

Ein schnelles Frühstück und dann führte ihn sein Weg zum Labor.

„Guten Morgen Sophia“ begrüßte er seine kleine Chefin, wie er sie inzwischen auch nannte.

„Guten Morgen. Ich stelle fest, dass Du Deinen Kalender und die Nachrichten nicht regelmäßig anschaust“ meinte sie mit einem Lächeln und tippte etwas in den Computer ein.

„Ich bin doch nicht in irgendwelche Dienste eingebunden“ meinte er und schaute sie fragend an.

Sophia drehte ihm den Bildschirm zu.

„Ok, da steht, dass ich mich doch mal bei den Taktikern und den Kommunikationsleuten melden soll, na und?“
„Die erste Nachricht ist jetzt fast einen Monat alt und jede Woche bekommst Du eine neue Anfrage, auf die Du nicht reagierst.“
„Irgendwann werden sie mich schon nicht mehr anschreiben, oder?“
„Naja, höflich ist das nicht gerade. Antworten könntest Du schon und wenn es nur eine Absage ist.“
Er überlegte. „Soll ich da hingehen, damit die Ruhe geben?“
„Ich würde es mir zumindest mal ansehen.“ schlug sie vor.
„Gut, jetzt?“
„Wann immer Du Zeit hast. Ich würde an Deiner Stelle mit der CON anfangen. Frederike kennst Du noch vom Flugtraining, ich weiß nicht, ob Du jemanden von den Taktikern kennst.“

Er holte tief Luft. „Dann werde ich das jetzt erledigen“ und verließ Sophias Büro.

Sie schüttelte nur den Kopf und Informierte die Abteilung, dass sie gleich Besuch bekommen würden.

Wenige Minuten später stand er mal wieder auf dem Deck 11 und ging zum Büro des leitenden CON/OPS-Offiziers. Beherzt drückte er auf den Türsummer und nur Sekunden später wurde die Tür geöffnet.

Frederike erklärte ihm, dass es besser gewesen wäre, wenn er sich zumindest vorher angemeldet hätte, so würde nur Carl etwas Zeit haben.

„Carl? Der, mit dem ich das Shuttletraining gemacht hatte?“
„Genau der. Den Weg kennst Du noch?“

Patrick nickte und verließ das CON/OPS-Büro.

Auf dem Hangardeck sah er Carl an einem der Shuttles stehen und ging auf ihn zu.

„Hallo, ich soll mich hier etwas weiterbilden“
„Oh, Hallo, wie geht’s? Ich weiß, ich wurde gerade informiert.“

Carl erklärte ihm diesmal etwas ausführlicher, welche Aufgaben vom Bereich CON/OPS erledigt wurde und zeigte ihm die einzelnen Stellen der Kartographieabteilung und zeigte ihm, wo die Erfassung und Koordination des Flugverkehrs erledigt wurde. Abschließend gingen sie in den Bereich, in dem die Überprüfung der für den Flugverkehr relevanten Kommunikationssysteme auf deren Funktionstüchtigkeit stattfand.

„Noch Fragen?“ meinte Carl freundlich.
„Im Moment nicht, danke.“
„Schön, wenn irgendetwas unklar ist, komm einfach vorbei.“

Patrick nickte und verabschiedete sich.
So richtig anfreunden konnte er sich mit Carl noch immer nicht, aber die ablehnende Haltung wurde weniger.

Die übergroße Uhr auf dem Deck zeigte, dass es schon wieder fast Mittagszeit war.

„Dann ging die Zeit doch schneller um, als ich gedacht hatte“ sagte er zu sich selbst und fuhr mit dem Turbolift zum Deck 7.

Das Kasino war gerade recht leer, was jedoch kurz vor der Mittagspause nichts ungewöhnliches war. Sein Weg führte ihn zum Replikator, an dem er sich sein Tagesgericht bestellte.

Zu seiner Überraschung wurde ein Tablett mit einem Teller Grünkohl, dazu Wurst und Petersilienkartoffeln repliziert. Als Getränk stand ein Glas Bier bereit.

Bestimmt alkoholfrei, ist ja noch Dienstzeit“ dachte er sich, war ihm aber auch egal.

Mit dem Tablett steuerte er einen der freien Tische an und setzte sich so, dass er zur Tür sehen konnte.

Er hatte sich gerade den ersten Bissen in den Mund geschoben, als Thea das Kasino betrat und sich wie immer, wenn sie einen Raum betrat, zuerst umsah.

Sie entdeckte Patrick und nickte ihm zu. Als sie ihr Essen vor sich her trug, steuerte sie Patricks Tisch an.

„Hallo, darf ich?“

„Klar“, hatte er doch schon auf sie gewartet. Und auch hier war Thea wieder berechenbar. Anstatt sich ihm gegenüber zu setzen, nahm sie neben ihm Platz, damit auch sie zur Tür sehen und die Fenster im Rücken hatte.

„Ist das Spinat?“ fragte sie ihn.
„Nein, Grünkohl.“
„Kenne ich nicht. Womit ist das vergleichbar?“
„Öhm, ja...probier einfach mal.“

Vorsichtig nahm sie etwas von dem Kohl auf ihre Gabel.

„Schmeckt ein bisschen wie … Gras, Kühe fressen Gras, oder?“
„Hm, naja, also ich habe noch kein Gras gegessen, aber wenn Du meinst.“

Schweigend verspeisten sie ihr Mittagessen.

„Sag mal, so Feiertage gibt es hier nicht, oder?“
„Geburtstag? Hast doch gerade den von Svea mitgefeiert“
„Nein, ich meine Weihnachten, Ostern, Pfingsten, sowas“

Thea überlegte einen Moment. „Ach, ich weiß, was Du meinst. Nein, gibt es nicht. Wenn wir alle Feiertage aller Religionen oder Glaubensgemeinschaften feiern würden, dann wäre jeder Tag bei irgendeinem ein Feiertag.“

„Schade, verstehe ich, aber trotzdem schade.“
„Du kannst doch feiern, was Du möchtest, hast nur eben kein frei. Oder nimmst Dir dafür einen Tag Urlaub, dann hast Du doch frei.“

Er nickte langsam und fragte dann: „Wie viele Tage habt ihr Urlaub?“
„Ist etwas nach dem Alter und der Spezies geregelt, aber im Schnitt 80 Tage“
„Boah, 80 Tage? Das ist aber viel.“
„Ähm, Du denkst daran, wenn Du z.B. immer Sonntags frei haben möchtest, dass es dann schon 52 Tage sind.“
„Oh, achso, ... nee, hatte ich jetzt nicht dran gedacht.“

Thea räumte ihr Geschirr zusammen.

„Was hast Du heute noch auf dem Plan?“
„Ich wollte, oder soll gleich noch zu den Taktikern, mir ansehen, was die so machen.“
„Ah, zu unserer Tanja, na dann viel Spaß“ meine sie mit einer Mine, die er nicht so recht deuten konnte.
„Sollte ich irgendetwas beachten?“
„Naja... keine Witze über ihren Namen oder Akzent und wenn Du Dich mit ihr einlassen solltest, dann übernimmt sie den eher männlichen Part.“
„Was ist an dem Namen Tanja so ungewöhnlich?“

Thea schüttelte den Kopf. „Tanja Onatop, Mensch-Betazoid, asiatischer...nein, russischer Akzent und eine Kampfsau. Hätte sie gerne in meiner Abteilung.“

„O-ha.“ sagte er ehrfurchtsvoll und stellte sich spontan eine russische Gewichtheberin vor.

Sie verliessen gemeinsam das Kasino, im Turbolift trennten sich dann ihre Wege.

"So, Büro TO" dachte er, als er den Gang nach dem richtigen Büro absuchte.

Voller Spannung drückte er auf den Knopf des Türsummers.
Um so erstaunter war er, als er von einem Mann begrüßt wurde.

„Hallo, ich heiße Omura Hideo und bin der stellvertretende TO“
„Patrick, ich wollte ein wenig über die Aufgaben der Taktiker erfahren.“
„Sehr gerne.“

Fast schon wie bei einer Vorlesung erklärte Omura die Aufgaben, die von der taktischen Abteilung übernommen wurden.

„Lang- und Kurzstreckenscanns nach fremden oder eigenen Raumschiffen, Bekanntgabe der Entfernungsangaben zu gescannten Objekten, Ermittlung des Waffenstatus' des eigenen Schiffes und von fremden Schiffen, Kontrolle der Schildsysteme, Erstellen von taktischen Analysen, Kontrolle der Phaserbänke und Torpedowerfer,Kontrolle des Traktorstrahls, Auswählen des Ausweichmanövers, Angriffsmanövers oder Verfolgungsmanövers in Zusammenarbeit mit dem CONN/OPS-Offizier,Meldung von Schäden am eigenen Schiff während eines Gefechtes, Zielerfassung eines Objektes auf Befehl von der Brücke und Aktivieren der Alarmstufen“.

Interessiert hörte Patrick zu, hatte er sich die Aufgaben doch viel langweiliger und eintöniger vorgestellt. Zum Abschluss konnte er sich eine Frage dann aber doch nicht verkneifen: „Die TO hat heute frei? Ich war davon ausgegangen, sie hier zu sehen“

„Nein, heute ist sie ausnahmsweise auf dem Holodeck und trainiert für das kleine Turnier nächste Woche.“
„Turnier?“
„Ja, Ringen der Frauen“
„Achso, hatte ich mir noch nicht auf dem Plan angesehen“
„Ich würde mich freuen, wenn Du Dir das mit ansehen würdest.“
„Hm, ich überlege mir das gerne“ sagte Patrick höflich und verabschiedete sich.

Im Quartier rief Patrick sich die Crewliste auf und suchte nach Tanja, der TO.

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Die hatte ich mir doch anders vorgestellt“ dachte er sich und wollte gerade den Computer ausschalten, als ihm der Veranstaltungskalender und sein Posteingang einfiel.

Sehr gut, keine neuen Nachrichten. Dann habe ich da nichts verpasst. Dann zum Kalender.

Es gab eine Vorlesung eines rigelianischen Autors, eine Musikveranstaltung 'Klassiker der 2200er' und wie üblich, den Kinofilm der Woche.

'Andromeda, so fern und doch so nah – Eine Trilogie in vier Teilen' „Schaue ich mir mal an, wenn das nix ist, dann gehe ich eben wieder“ dachte er und verließ sein Quartier.

Der Kinoraum war schon gut besucht, als er sich einen Platz möglichst am Rande aussuchte.

Dann kann ich schneller wieder gehen“ waren seine Gedanken, als plötzlich eine junge Frau neben ihm stand.

„Kannst Du einen Platz weiterrücken?“ fragte sie ihn und ohne lange nachzudenken rutschte er einen Stuhl weiter. Jetzt saß ein Bolianer direkt zu seiner Rechten und die junge Frau zur Linken.

Damit musste er an ihr vorbei, wenn er vorzeitig gehen wollte.

„Danke“ sagte sie zu ihm und schaute dann schnell zum Bildschirm, der die komplette Wand vor ihnen bedeckte.

Der Film handelte von einem jungen Pärchen, welches auf getrennten Raumschiffen stationiert war und eine Fernbeziehung über Videochat führte.

Nicht das Genre, welche er sich normalerweise ansehen würde und so schaute er immer wieder, ob er ohne große Störung den Raum verlassen konnte. Dabei fiel sein Blick regelmäßig auf die Frau neben ihm, die dann immer schnell wieder zum Bildschirm schaute.

Beobachtet die mich? Oder meint sie vielleicht, weil ich immer mal wieder schaue, ob ich hier schnell raus komme, dass ich sie anschauen würde?

Nach einiger Zeit wurde der Film für ihn immer 'schnulziger' für andere wohl eher 'romantisch'.

Wieder schaute er, ob er sich vielleicht jetzt schnell an der Frau neben ihm vorbei quetschen könnte und schaute noch einmal genauer hin.

Hat die wirklich eine Hand in ihrer Hose?

Sein Blick blieb nicht unbemerkt und die Frau lächelte ihn an. Wäre es nicht so dunkel in dem Raum gewesen, hätte er gesehen, dass sie dabei rot wurde.

Schnell schaute er wieder zum Bildschirm und wollte so tun, als wäre alles normal und er hätte nichts gesehen. Aber es dauerte nur wenige Sekunden, bis er ihre Hand auf seinem Oberschenkel spürte.

„Entscheide Dich, machst Du das Spiel mit, wie weit es auch gehen mag, oder willst Du flüchten?“ flüsterte sie ihm leise ins Ohr.

Bleiben oder gehen

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