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Chapter 4
by
Meister U
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Predigtvorbereitung
Jasmin saß an ihrem schweren Holzschreibtisch im Arbeitszimmer des Pastorats. Vor ihr lagen Bibelstellen, Notizen und ein halbfertiger Entwurf für die Predigt am kommenden Sonntag. Das Thema war "Liebe als göttliches Geschenk", ein universales Thema, das sie zu einem Gespräch mit der Gemeinde über Hingabe und Verbundenheit führen wollte. Doch jedes Mal, wenn sie sich auf ihre Worte konzentrierte, drängten sich ihr ungebetene Gedanken auf – Gedanken an Lukas Schwartz, an seine intensiven Blicke, an seine Hände, die sie in ihrer Fantasie mit einer gefährlichen Zärtlichkeit berührt hatten.
Sie strich mit der Hand über die Seite ihrer Bibel, als könnte sie dadurch ihren Geist reinigen. Ihre Feder schwebte über das Papier, und sie begann zu schreiben:
Predigt: "Die Liebe, die uns trägt"
"Liebe Gemeinde, heute möchte ich mit Ihnen über die Liebe sprechen. Die Liebe, die Gott uns schenkt, ist eine Kraft, die größer ist als wir selbst. Sie ist bedingungslos, rein und stark. Doch Liebe ist auch etwas, das uns herausfordert, das uns manchmal an unsere Grenzen bringt."
Jasmin hielt inne. Ihre Gedanken schweiften ab. Ihre Finger ruhten auf dem Papier, während sie **** an die Berührung einer anderen Hand dachte – Lukas' Hand, rau und stark, die sich auf ihre legte und eine elektrische Spannung auslöste, die ihren ganzen Körper durchfuhr. Sie schloss die Augen für einen Moment und schüttelte dann den Kopf, um die Gedanken zu verscheuchen. Mit einem tiefen Atemzug wandte sie sich wieder ihrem Entwurf zu.
"Die Liebe fordert uns heraus, weil sie uns dazu bringt, uns selbst zu hinterfragen. Sie fordert uns auf, ehrlich zu sein – mit uns selbst und mit den Menschen, die wir lieben. In der Liebe erkennen wir, wer wir wirklich sind."
Ein innerliches Flüstern ließ sie innehalten. Wer war sie wirklich, wenn sie in ihrer Fantasie solch sündigen Gedanken nachhing? Jasmin spürte, wie eine leise Röte in ihre Wangen stieg. Ihre Gedanken glitten zurück zu der Vorstellung, wie Lukas sie an die Wand drängte, sein Atem heiß und verlangend auf ihrer Haut. Die Worte auf dem Papier begannen sich zu verschmelzen, als ihre Konzentration erneut nachließ.
Mit einer entschlossenen Bewegung legte sie die Feder beiseite und stand auf, um sich zu bewegen. Doch selbst als sie am Fenster stand und auf die Kirchglocken schaute, ließ die Hitze, die in ihr aufgestiegen war, nicht nach. Ihr Geist war wie ein Spielplatz, auf dem sich die göttliche Liebe und die körperliche Lust ein gefährliches Spiel lieferten.
Zurück an ihrem Schreibtisch **** sie sich, die Predigt fortzusetzen:
"Doch wie oft missverstehen wir die Liebe? Wir denken, sie sei Besitz oder Verlangen. Dabei ist wahre Liebe etwas viel Tieferes. Sie ist die Bereitschaft, alles zu geben, ohne etwas dafür zu erwarten. Sie ist ein Spiegel der göttlichen Hingabe, die Gott uns vorgelebt hat."
Jasmins Feder zitterte. Alles geben? Ihre Gedanken waren wieder bei Lukas, und sie konnte sich nicht dagegen wehren. In ihrer Vorstellung waren es ihre Hände, die seinen Mantel öffneten, ihre Lippen, die eine Spur von Küssen über seinen Hals zogen. Sie drängte diese Bilder gewaltsam zurück. Ihre Kehle fühlte sich trocken an, ihre Brust eng. Sie wusste, dass sie um geistige Stärke bitten musste, um sich zu konzentrieren.
Zum Abschluss ihrer Predigt schrieb sie:
"Liebe ist ein Geschenk, das uns verwandeln kann, wenn wir uns ihm öffnen. Sie ist nicht immer einfach, aber sie ist immer wertvoll. Lasst uns darum beten, dass wir die Liebe so leben können, wie Gott es für uns vorgesehen hat – in Reinheit, Hingabe und Wahrheit."
Doch als Jasmin die Worte las, konnte sie nicht anders, als sich zu fragen, wie sie das Wort "Reinheit" aussprechen sollte, ohne die Hitze zu spüren, die immer wieder in ihrem Inneren aufflammte.
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