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Chapter 49
by
kleinehexe
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Papierkram
Caroline sah auf ihre Uhr und verharrte noch einen Moment. Es waren zwar erst wenige Augenblicke vergangen, und trotzdem lief die Zeit bereits gegen sie. Mit einer Mischung aus Ungewissheit und Neugier hob sie den Karton samt den Papieren auf und ging zurück zum Tisch. Sein Gewicht war unspektakulär und irgendwas rutschte darin leise hin und her. Die Frage, welches Outfit wohl für sie vorgesehen war, beschäftigte sie innerlich ungemein. Würde es nur ein simples, knappes Büßerhemd sein oder ein einfaches kleines Schwarzes, oder vielleicht auch eine Schulmädchenuniform? Nach dem Material, das sie bereits im Netz gesichtet hatte, schien jetzt und hier alles im Bereich des Möglichen zu liegen. Lächelnd setzte sie sich und stellte den Karton beiseite und griff nach den Papieren, die obenauf lagen.
"Mistress-**** Contract Agreement"
Sie schluckte bereits schwer bei der fettgedruckten Überschrift auf der ersten Seite. Langsam zog sie die zusammengehefteten Blätter zu sich heran und begann zu lesen. Zeile für Zeile. Anfangs noch mit einer nüchternen Distanz, die sie sich als Journalistin angewöhnt hatte. Doch mit jeder Zeile rückte ihr die Tatsache tiefer ins Bewusstsein, dass dies hier nicht irgendein Dokument in ihrer Recherche war. Es ging hier um sie, nur um sie, und es war ernst gemeint.
Immer wieder stockte sie beim Lesen und blieb an einzelnen Absätzen hängen, kehrte an deren Anfang zurück und las sie ein zweites Mal. Unwillkürlich verzog sie leicht den Mund, als sie auf Dinge stieß, welche jetzt als ihre Pflichten definiert wurden.
... Auslieferung ... Unterwerfung ... Gehorsam ... Züchtigung ... Hörigkeit ... Dienen ...
Alles Begriffe, deren Bedeutung ihr natürlich nicht unbekannt war, sich aber jetzt direkt auf sie selbst bezogen. Auch wurden diese immer wieder von den gleichen Adjektiven begleitet.
... bedingungslos ... freiwillig ... rechtlos ...
Innerlich fragte sie sich, ob es richtig war, sich auf das, was dem folgen würde, einzulassen. Andererseits hatte Bianca im Interview auch immer von einem Spiel gesprochen. Und sie wusste aus ihrer Recherche im Netz auch von der Vielfältigkeit dieser Spielart. Sie las sehr aufmerksam die anschließende Passage über die Verpflichtungen der Herrin, welche sehr genau auf die Einhaltung der Regeln einging. Es beruhigte sie etwas, dass sie trotz der zeitweiligen Abgabe ihrer Selbstbestimmung gleichzeitig auch unter dem Schutz und der Fürsorge von Bianca stehen würde. Auch hatte sie ja nur von einer Schnuppersitzung und Einführung von Grundlagen gesprochen.
Der Blick auf die Uhr erschreckte sie. Über eine Viertelstunde war jetzt bereits vergangen. Hastig füllte sie den Gesundheitsbogen aus, der aus jeder beliebigen Arztpraxis hätte stammen können, und blätterte auf die nächste Seite der Anlage um. Sie zog überrascht die Augenbrauen hoch, als sie den weiteren Fragebogen las. Wie angekündigt führte die Seite zahlreiche Dinge und Praktiken auf, welche sie durch einfaches Durchstreichen für sich ausschließen konnte.
Innerlich schwankend wog sie ab, was für sie nicht infrage käme, wobei ihr einiges auch nichts sagte. Wenn sie jetzt zu viel streichen würde, könnte dies vielleicht den Umfang der Erfahrung einschränken. Andererseits war sie sich auch nicht sicher, was sie erwarten würde und was sie sich dabei tatsächlich zumuten wollte. Ihr Stift folgte ihrem Blick beim Lesen über die Zeilen, und spontan strich sie hastig nur Dinge heraus, die für sie definitiv außer Frage standen und ihr den Magen verdrehten. Noch einmal blätterte sie um und stutzte auf der letzten Seite.
Erschrocken fragte sie sich, was sie davon halten sollte, als sie las, dass dieser Vertrag mit heutigem Datum auf ihren Namen ausgestellt war. Caroline Feldmann stand schwarz auf weiß unter dem Feld, wo ihre Unterschrift erwartet wurde. Hatte Bianca die ganze Zeit nur ein perfides Spiel mit ihr gespielt, in dem sie ihre eigenen Pläne verfolgte? Die Spitze des Kugelschreibers zitterte leicht über dem Unterschriftsfeld, während sie überlegte. Sollte sie oder sollte sie lieber nicht? Ein kurzer Moment verstrich, bis sich ihre Mundwinkel zu einem schmalen Lächeln verzogen. Der Stift setzte an und traf ihre Entscheidung, während die Mine über das Papier glitt.
Sie legte den Vertrag zurück auf den Tisch und las die Anweisung des letzten Blatts. Schon die ersten Zeilen ließen sie unwillkürlich aufrechter sitzen. Der Ton war klar, direkt und ohne unnötige Ausschmückung. Keine Erklärungen, kein „Vielleicht“ oder gar Platz für ihre eigenen Interpretationen. Sie las langsam, aufmerksam, und spürte dabei, wie sich dieses leise Kribbeln in ihr wieder verstärkte. Es war aber nicht mehr nur ihre Neugier, sondern auch ein wenig Furcht vor dem Ungewissen, was sich in ihrem Bauch mischte.
Erneut sah sie auf die Uhr und legte das Blatt beiseite. Viel Zeit hatte sie nicht mehr. Sie stand auf und blickte neugierig auf den Karton. Bisher hatte sie sich bewusst ****, ihn zu ignorieren. Doch jetzt gab es nichts mehr, was sie davon abhielt, sein Geheimnis zu lüften.
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by kleinehexe
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