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Chapter 6 by gurgel gurgel

Kann Bianca jetzt schlafen?

Nicht so gut

Liebes Tagebuch, (20. Mai morgens)

Ich habe schlecht geschlafen. Der beunruhigende Traum hatte mir gleichzeitig Angst eingeflößt und dunkle Begierden geweckt, die mich erschreckten. Dies war nicht das erste Mal, dass mich erotische Fantasien mit dominanten Männern mein Schlaf unruhig werden ließen. Immer hatten sie mich zu ihrem Vergnügen wie ein Spielzeug behandelt, aber es war das erste Mal, dass der Mann ein schwarzer Mann war. Selbst jetzt, Stunden nachdem ich schweißgebadet unter den weichen Decken aufgewacht bin, kann ich spüren, wie sich mein Inneres erwärmt.

Zum Teil, weil ich diese Traumfigur von einem Mann wiedererkannte. Der Name des Sklaven ist, wie ich dann erfuhr, Conrad, er war es, der bei meiner Ankunft in Havenhall den Kutschenschlag öffnete. Aber nicht der Traum in der Nacht allein hatte mich so erregt, sondern auch die anstehende Testamentsverlesung, die in weniger als einer Stunde stattfinden soll. Mr. Naylor hat mich darüber informiert, dass er zwar den Inhalt des letzten Testaments nicht kennt, aber die von meinem Vater hinterlassenen Anweisungen besagten, dass ich, wenn möglich, bei seiner Lesung anwesend sein sollte.

Es war ein neuer Tag und mit der Testamentseröffnung spürte ich, dass ein sehr wichtiges Ereignis bevorstand, dessen Tragweite ich nicht nicht ahnte. Wollte mein Vater seine Abstammung öffentlich anerkennen? Wie und in welchem Umfang? Es könnte einerseits Reichtum und Macht in Verbindung mit Arbeit und Ansehen bedeuten, andererseits, wenn die Umstände meiner Empfängnis bekannt wären, Armut, Ächtung und sogar Unfreiheit und Knechtschaft. Wie ahnungslos ich war, als ich mich entschied, mich auf den Weg nach South Carolina zu machen, sollte ich noch erfahren.

Dieselbe hellhäutige Sklavin, die uns letzte Nacht bedient hatte (ihr Name ist, wie ich erfuhr, Angelica), half mir, mich anzuziehen und für das Frühstück fertig zu machen. Das Mädchen sagte natürlich nichts, aber ich bemerkte ihre geblähten Nasenflügel und ihre Augen verrieten, was sie über die zerwühlte Bettwäsche dachte. Der Moschusduft meiner Erregung musste immer noch im Zimmer hängen, obwohl ich die Flügeltüren zum Balkon geöffnet hatte.

Ich nahm das Frühstück mit den beiden Anwälten Thornton und Naylor in einem sonnenbeschienenen Raum ein. Die Herren waren sehr bemüht, und als ich darum bat, etwas mehr von Havenhall sehen zu dürfen, schickte Mr. Naylor einen der Sklaven zu Mr. Kyleson.

Der Plantagenaufseher erklärte sich zögernd und mit zusammengepressten Lippen bereit, mir und Mr. Thornton einige nahe gelegene Teile der Plantage zeigen. Er erklärte, dass ihm für eine vollständige Besichtigung die Zeit fehle, da andere dringende Aufgaben auf ihn warteten. Trotz seiner anfänglich schroffen Art war der Ire eine Quelle von Informationen, auch und zunächst als er uns die jetzt leeren Scheunen zeigte, in denen die Schweine und Rinder nachts untergebracht waren sowie den Hühnerhof.

Als nächstes sah ich die Sklavenunterkünfte, in denen fast vierzig Neger lebten. Der ummauerte Bereich bestand aus mehreren kleinen Häusern und zwei größeren Holzbauten. Ein kleines Gebäude für die Frauen im gebärfähigen Alter befand sich auf der Westseite der geländes und auf der anderen Seite befand sich ein größeres, stabileres Holzgebäude – das Bockhaus, in dem die Männer jede Nacht eingesperrt wurden. Die Pferche waren zum größten Teil leer, und zwei ältere Frauen wachten über eine Schar Kleinkinder, die herumliefen und spielten, so wie jedes weißhäutige Kind.

In den Ställen sah ich Conrad. Er mistete die leeren Stände mit Heugabel und Schubkarre, nur mit einem zerrissenen Paar Leggings bekleidet, die knapp unter den Knien endete. Ein schwarzer Adonis; die dunkle Haut seines nackten Rückens und seiner Schultern glänzte vor Schweiß, und wenn er sich bewegte, kräuselten sich seine Muskeln wie bei dem Hengst in der Nachbarbox.

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_Er war in der Tat ein beeindruckender Mann mit dominanter Ausstrahlung. In Philadelphia hätte ich mich vielleicht diskret mit ihm einlassen können; hier in Carolina jedoch würde es meinen sozialen Ruin und seinen **** bedeuten. Trotzdem war sein starker Sexappeal unbestreitbar, er war ständig präsent. _Ich versuchte, mein Interesse an dem Sklaven zu verbergen, während ich ihm unauffällig bei der Arbeit zusah, aber Mr. Kyleson muss gemerkt haben, wie ich ihn anstarrte.

„Zieh dein Hemd an, du verdammter Nigger!“ schnauzte er den Mann an: „Hier ist eine Dame zugegen.“

Ich erinnere mich, dass es einfach unfair war, den Sklaven für meinen Mangel an Diskretion verantwortlich zu machen, aber Kyleson hatte eindeutig das Gefühl, dass der **** ein oder zwei Stufen abgewertet werden musste.

_„Der Kerl stolziert durch die Gegend wie ein Hahn im Hühnerstall.“ murmelte er, als er Mr. Thornton und mich durch die Ställe und zurück zum Kutschenhaus führte.

„Er ist scharf wie ein Messer für einen Schwarzen, als Hufschmied ausgebildet und hält die anderen in Schach, wenn ich nicht hier bin, aber manchmal vergisst er seinen Rang. Umso mehr, seit Master Heyward angefangen hat, ihn als einen unserer Hengste einzusetzen.“_

Zum Glück war es Mr. Thornton, der nach diesem letzten Teil der Bemerkung fragte, denn als Frau konnte ich dem Gesagten kaum folgen. Kyleson erklärte, dass die Sklavinnen wie in den meisten Plantagen alle zwei Jahre geschwängert würden. Mit dem Verbot des transatlantischen Sklavenhandels machte die Nachfrage nach gesunden Negern den Verkauf der Nachkommen zu einer bedeutenden Einnahmequelle für die Plantage.

„Der verstorbene Mr. Heyward benutzte diesen jungen Bock gerne mit den jüngeren Mädchen, also wissen alle, die ihr erstes Mal erwarten, dass es wahrscheinlich dieser Bulle ist, der sie einreiten wird.“ Kyleson schien sich plötzlich daran zu erinnern, dass er in gemischter Gesellschaft war, weil sein sonnengebräuntes Gesicht eine Nuance dunkler wurde, und er murmelte eine Entschuldigung in meine Richtung, bevor er hastig einen Schritt zurücktrat, um Mr. Thornton die Wallache zu zeigen, die als Kutschpferde benutzt wurden.

Ich wurde lange genug allein gelassen, um zu dem muskulösen Sklaven zurückblicken zu können, der in den Ställen stand, und mich über den Mann zu wundern, zu dessen Pflichten es gehörte, „junge Frauen einzureiten“?. Kein Wunder, dass Conrad diese Aura sexueller Kraft ausstralte. Auf dieser Plantage hatte praktisch die Position wie ein alter nubischer König in seinem Harem der Konkubinen sowohl zum deflorieren wie zum Begatten. Ich schäme mich, berichten zu müssen, dass der verstörende Traum der vergangenen Nacht wieder einmal scharf in meinen Gedanken auftauchte und ich spürte, wie es in meinem Unterleib heiß wurde.

Als Mr. Thornton und ich in den Salon zurückkamen, waren meine Cousins bereits eingetroffen und warteten ungeduldig auf den Beginn der Testamentseröffnung. Es brauchte keine weitere Information, um darauf zu schließen, dass Miles und Priscilla Manton glaubten, die Haupterben zu sein, und ihre einzige Frage wohl war, wie ihr Onkel Havenhall unter ihnen aufteilen würde. Als sie mir vorgestellt wurden, warfen sie mir neugierige Blicke zu, die nichts von Zuneigung oder Verwandtschaft erkennen ließen. Für sie war ich bestenfalls eine unbedeutender Zuschauerin und schlimmstenfalls eine Konkurrentin.

_„Wer sind Sie eigentlich, Miss DiFlorentini?

Weder Priscilla noch ich können uns daran erinnern, dass Onkel Tim jemals von Ihnen erzählt hat?«

Nachdem er mich die ersten zehn Minuten demonstrativ ignoriert hatte, warf Mr. Manton mir die Frage zu wie einem Hund hin, der seinen Knochen bewacht. Unausgesprochen blieb die Frage, warum ich zu diesem Zeitpunkt überhaupt hier aufgetaucht bin.

Die Direktheit und Feindseligkeit der Frage verunsicherte mich und gab mir das Gefühl, nicht nur unerwünscht z sein, sondern auch gehasst zu werden. Ich hoffte nur, dass gerade diese Menschen meine wahre Abstammung nicht erfahren würden. Glücklicherweise war es Mr. Naylor, der von der Tür aus an meiner Stelle antwortete und erklärte, dass Mr. Heyward ausdrücklich um meine Anwesenheit bei der Lesung gebeten hatte. Bevor Manton eine weitere Erklärung verlangen konnte, wurden wir in die Bibliothek gerufen, wo die Verlesung stattfinden sollte.

Was erwartet sie am Nachmittag?

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