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Chapter 9 by Fotzenglotz Fotzenglotz

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Nicht ganz Leonie

Theo erstarrt. Der Begriff „Sportsfreund“ sollte eigentlich cool und lässig klingen, doch die Stimme, mit der Leonie ihn ausspricht, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren. Sie ist tief, leicht rau und besitzt diesen ganz speziellen, autoritären Unterton, den er nur von einer einzigen Person kennt.

Es ist nicht die Stimme einer jungen Athletin. Es ist die Stimme von Walter, seinem Vater.

„Papa?“, flüstert Theo leise. Er traut sich kaum zu atmen.

Die Gestalt von Leonie tritt einen Schritt näher. Die Bewegung ist geschmeidig wie die einer Profisportlerin, aber das selbstsichere Grinsen ist absolut väterlich.

„Überraschung, oder?“, antwortet sie – oder vielmehr er. Der Kontrast zwischen dem weiblichen Erscheinungsbild und der vertrauten Männerstimme sorgt dafür, dass Theo schwindelig wird.

Charlotte scheint die Situation vollkommen zu genießen. Sie legt eine Hand an ihre Hüfte und sieht zwischen dem völlig verwirrten Theo und der „zweiten“ Leonie hin und her.

Theo steht wie versteinert da, sein Verstand ringt mit der unmöglichen Realität. Er hört die Worte seines Vaters – aus dem Mund einer wunderschönen Mitschülerin – und das Gefühl von Schwindel wird stärker.

Doch bevor er antworten kann, fällt Charlottes Blick auf den Türrahmen. Die Haustür steht noch weit offen, ein kühler Luftzug strömt herein und erinnert ihn daran, wie sehr sie alle gerade von der Außenwelt isoliert sind.

„Theo?“, fragt Charlotte mit einer Stimme, die vor unterdrückter Erregung vibriert. Sie deutet mit dem Kinn zur offenen Tür. „Willst du nicht lieber reinkommen und die Tür zumachen?“

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