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Chapter 25

What's next?

Neuer Besuch

Das Läuten der Türklingel riss mich aus dem Schlaf. Draußen war es stockdunkel und ich tapste nach dem Wecker auf dem Nachttisch. Die Leuchtziffern erstrahlten in der Dunkelheit fast schmerzhaft grell. Kurz nach zwei Uhr morgens. Wer um alles in der Welt konnte um diese Uhrzeit etwas von mir wollen?

Bevor ich nachgrübeln oder mir irgendwelche Schreckensszenarien über Notfälle in der **** ausmalen konnte, klingelte es nochmal. Meine schläfrige Benommenheit zerstob endgültig. Nun gut. Der Besucher schien es ernst zu meinen. Nachdem ich nun mal schon wach war, konnte ich auch nachsehen, wer an der Tür wartete.

Seit ich mit Sarah zusammen war, schlief ich nackt und hatte diese Gewohnheit beibehalten, auch wenn ich alleine zuhause war. So schlüpfte ich nur rasch in meine bequeme, abgenutzte Jeans und zog mir einen lose sitzenden, dunklen Pullover über den Kopf. Dann knipste ich das Licht im Flur an und trottete barfuß die Treppe hinab.

An der Haustür angekommen spähte ich durch die schmale Fensterscheibe auf die Veranda. Im Licht der Außenlampe erkannte ich eine junge Frau, deren Gesicht mir bekannt aber nicht vertraut vorkam. Wo hatte ich sie schon mal gesehen?

Dann dämmerte mir, woher ich sie kannte. Es war die Tochter einer ****, die vorne an der Stichstraße, die zu meinem Försterhaus führte, wohnte. Gelegentlich hatte ich sie beim Vorbeifahren gesehen, wenn ich Besorgungen machte. Und einmal hatte ich sie von der Stadt mitgenommen und an ihrem Wohnhaus abgesetzt, als ich sie an der Bushaltestelle bemerkt hatte und ohnehin auf dem Heimweg war.

Wie hieß sie noch gleich? Lea? Oder Lena?

Ich hatte ganz ehrlich keine Idee, was sie mitten in der Nacht von mir wollte. War irgendetwas mit ihrer ****, gab es ein Unglück? Unwillkürlich reckte ich den Hals, um nachzusehen, ob von der Straße her Feuerschein zu erkennen war. Aber da war nichts dergleichen.

Ich entriegelte die Tür und zog sie auf. Ein süßlicher Hauch wie von welken Blumen wehte mir entgegen. Ich erkannte den charakteristischen Duft von Cannabis. Die Augen von Lea – oder Lena? – glänzten verräterisch und sie schien mich nicht anschauen zu können, wie es gelegentlich bei Haschisch-Konsumenten vorkam.

Das hatte mir gerade noch zu meinem Glück gefehlt, eine zugedröhnte Göre, die mich aus dem Schlaf reißt und weiß Gott was von mir will.

Dass sie nicht ganz Herrin ihrer Sinne sein konnte, zeigte mir auch ihr Aufzug, in dem sie mir entgegentrat. Anhand der Aufmachung vermutete ich, dass sie bei einem Rave gewesen war, oder wie auch immer die jungen Leute es heutzutage nannten, wenn sie tanzen gingen.

Ein kurzer Minirock in schwarzer Lederoptik und ein dazu passendes, **** knappes Top waren außer den flachen Sneakers an den Füßen ihre gesamte Bekleidung. Und das Oberteil war so provokant geschnitten, dass es einen mehr als offenherzigen Einblick in ihr üppiges Dekolletee gewährte.

Ganz ehrlich, ich hatte bei unseren seltenen Begegnungen nie darauf geachtet. Und außerdem hatte Lea / Lena dabei immer lockere, weite Kleidung getragen, die ihren Oberkörper bedeckte. Doch so, wie sie jetzt ausstaffiert war, präsentierten sich mir zwei der gewaltigsten Möpse, die mir bisher je in Natura untergekommen waren. Nur mit einer bewussten Willensanstrengung konnte ich meine Augen wieder auf das Niveau der ihren heben. Ihre Augenlieder und Lippen waren kräftig geschminkt, wodurch sie vermutlich älter wirkte, als sie von ihren Lebensjahren her war.

"Bitte", flüsterte Lea / Lena so leise, dass ich sie kaum hören konnte, "dürfte ich hereinkommen? Ich …“

Sie brach mitten im Satz ab, aber ihre Worte verrieten eine gewisse Notlage und Dringlichkeit, so dass ich nicht weiter nachfragte. Ich trat zur Seite und ließ sie ein, besorgt darauf vorbereitet, sie jederzeit aufzufangen, falls sie stolperte. Ihre Schritte waren leichtfüßig, fast tänzelnd, und ihre Pupillen schienen erweitert zu sein, das Weiß in ihren Augen rot unterlaufen.

"Du bist Lea, von vorne an der Straße, nicht wahr?", machte ich einen Versuch.

„Ja“, nuschelte sie, während sie mich aus großen, glasigen Augen ansah, als ob sie nach Bestätigung dafür suchte.

Ein Nicken meinerseits war meine Reaktion. Ich führte sie ins Wohnzimmer und ich bot ihr einen Platz auf dem Sofa an. "Komm rein, Lea. Kann ich dir vielleicht einen Kaffee machen?"

"Ich kann mit bitterem Kaffee irgendwie gerade nicht umgehen", murmelte sie. Ihre Worte kamen langsam, fast wie in Zeitlupe, über ihre Lippen.

„Was dagegen, wenn ich mir einen mache?“

Sie schüttelte träge den Kopf und unsere Blicke trafen sich für einen flüchtigen Moment. Und in diesem winzigen Augenblick schien die Welt um uns herum stillzustehen. Da war etwas, das uns plötzlich stärker verband, als ein paar zufällige Begegnungen und ein nächtlicher Besuch. Und so begann diese Nacht, in der noch so viel enthüllt werden und geschehen sollte.

Während ich wartete, bis mein Kaffee bereit war, sah ich sie an, wie sie zusammengesunken auf meinem Sofa saß, und konnte nicht umhin, mich zu fragen, was sie wohl durchgemacht hatte und warum sie ausgerechnet zu mir gekommen war.

Ich füllte ein Glas mit kaltem Wasser, reichte es ihr. Dann zog ich mir einen Stuhl heran und setzte mich mit ein paar Schritten Abstand ihr gegenüber. „Na, wie geht es dir?“

Ein zaghaftes Lächeln huschte über ihr Gesicht. "Es tut mir leid, dass ich Sie geweckt habe und so spät bei Ihnen reinplatze", begann Lea, während sie ihre zitternden Hände faltete und wieder öffnete, als ob sie nach den richtigen Worten suchte. "Es gibt so … kompliziert."

Ich winkte lässig ab. „Ach, lassen wir die Förmlichkeit. Ich bin Sven.“

Sie nickte dankbar. Ein Gefühl der Empathie durchströmte mich. Lea musste ungefähr in Tinas Alter sein. Ich fragte mich, an wen sich meine Tochter wendete, wenn sie jemand zum Aussprechen brauchte. Ich hoffte doch, dass sie zu mir käme, war mir aber nicht hundertprozentig sicher.

So entschied ich mich, diesem jungen Mädchen eine Stütze zu sein, ihr zuzuhören und zu tun, was in meiner Macht lag, um ihr zu helfen. Ich war gespannt darauf, was sie zu mir geführt hatte, und weshalb sie ausgerechnet mich ausgesucht hatte, um darüber zu reden.

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