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Chapter 8 by Papas_Liebling Papas_Liebling

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Nele stürzt

Ich drückte die Tür mit einem leisen Klicken zu. Die Luft im Badezimmer fühlte sich plötzlich kälter an. Als hätte jemand ein Fenster geöffnet.

Er hatte mich gesehen.

Und er hatte kein Wort gesagt. Nicht gezuckt. Er hatte nur geschaut – und war weggegangen. Wie ein Mann, der stumm an einem brennenden Haus vorbeigeht, weil er ohnehin nichts mehr retten kann.

Ich stand einen Moment lang wie erstarrt da, die Hände an den Seiten, die Haut kribbelte am ganzen Körper, mein Herz pochte so laut, dass es in meinen Ohren widerhallte. Alles in mir brodelte – Hitze, Scham, Triumph, Panik. Ich atmete schnell und flach. Mein Körper fühlte sich plötzlich schwerer an, als hätte sich die Schwerkraft um mich herum verdichtet. Ich sagte mir, ich solle langsam machen. Mich beruhigen.

„Okay“, flüsterte ich in den leeren Raum. „Okay. Duschen ist vorbei. Das Spiel ist aus.“

Ich griff nach dem zusammengefallenen Handtuch auf dem Boden. Ich wickelte es wieder um mich – diesmal fester, sicherer – und ging auf die Tür zu. Ich würde in mein Zimmer gehen und etwas anziehen. Etwas Normales. Etwas Vernünftiges.

Ich schaffte es bis zur Schwelle.

Mein Fuß trat auf die Kante – noch feucht vom Dampf – und rutschte weg.

Es ging alles zu schnell. Das schreckliche Gefühl des freien Falls. Die rasante Bewegung. Meine Hände wirbelten auf der Suche nach einem Halt, der nicht da war. Das Handtuch flog davon. Das dumpfe Aufschlagen meines Körpers auf dem Boden. Dann der ****. Plötzlich und überwältigend. Mein Schrei.

Ich landete auf dem Rücken wie ein Käfer. Das Handtuch war weg. Mir stockte der Atem. Ich konnte mich vor Schreck nicht bewegen. Alles tat weh, aber nicht schlimm. Und ich war wieder nackt. Wieder entblößt. Aber diesmal – war es nicht absichtlich.

Schritte. Schnell. Schwer. Seine Stimme aus dem Arbeitszimmer, laut und erschrocken: „Nele! Ist was passiert?“

Er kam um die Ecke und sah mich. Flach auf dem Rücken liegen. Arme und Beine weit gespreizt. Fassungslos.

Seine Augen huschten panisch über mich. Nahmen zunächst gar nicht wahr, dass ich nichts an hatte. „Bist du okay?“

Er hielt inne.

Ich sah, wie sein Gehirn aussetzte. Wegen dem, was er sah. Wie ich aussah. Wie meine Beine weit geöffnet waren.

Ich schlang meine Arme um meine Brust. „Nicht hinsehen!“

Er drehte sich um, die Hände vors Gesicht geschlagen. „Mein Gott, tut mir leid, Nele – bist du verletzt?“

„Ich – ich glaube nicht“, flüsterte ich.

Aber ich war verletzt.

Nicht mein Körper.

Nur … ich.

Dieses Mal hatte ich die Bühne nicht vorbereitet. Das war kein Spiel. Das war echt. Und es hatte uns beide unvorbereitet getroffen.

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