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Chapter 9 by Daemony Daemony

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Davids POV: Nach dem Sturz

Ich hörte den Aufprall. Ein dumpfer, schwerer Schlag – gefolgt von einem Schrei.

„Nele?”

Keine Antwort.

Ich war schon in Bewegung, zwei Schritte auf einmal. Ich bog mit angehaltenem Atem um die Ecke. Und da lag sie. Zusammengebrochen auf der Schwelle zum Bad. Das Handtuch um sie herum wie eine gestrichene Flagge. Ihre Arme und Beine waren ungeschickt verheddert, als wüsste sie nicht, was sie zuerst bedecken sollte.

„Nele – bist du verletzt?“

Ihre Augen waren weit aufgerissen vor Schreck. Ihre Stimme war kaum zu hören: „Nicht hinsehen.“

Ich drehte mich um. Instinktiv. Reflexartig. Als ob das jetzt noch eine Rolle spielte. Es war zu spät. Ich hatte es schon gesehen.

Alles.

Das Bild brannte sich in mein Gedächtnis ein. Die Kurven ihres Körpers. Die Beine. Die Verletzlichkeit – diesmal nicht absichtlich, keine Spielchen mehr. Einfach echt.

„Geht es dir gut?“, fragte ich.

„Ich ... ich glaube schon“, sagte sie. Ihre Stimme zitterte.

Ich starrte die Wand an. Mein Blick war auf einen Nagel fixiert, an dem vor Kurzem noch ein Bild gehangen hatte.

„Ich bin nicht absichtlich gefallen“, flüsterte sie, kaum hörbar. „Ich wollte nicht, dass du mich so siehst.“

Ich sagte nichts. Was hätte ich noch sagen können? Die Wahrheit war – ich hatte sie schon oft so gesehen. Dutzende Male. Bei flüchtigen Gelegenheiten. Andeutungen. Zufälle, die sich nicht zufällig anfühlten. Und ich hatte es nicht verhindert. Denn ein Teil von mir wollte es.

Aber dieses Mal war es anders. Das war keine Schulmädchen-Aufführung. Das war ****. Angst. Verlegenheit. Sie zitterte.

Ich sollte ihr helfen – ihr meine Hand reichen. Aber als ich so dastand, wurde mir klar: Ich wusste nicht, wer mehr Trost brauchte – sie oder ich.

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