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Chapter 31

Geht Lea wirklich?

Nein: Schlafen

„Ich bin müde“, erklärte Lea unumwunden.

„Kein Wunder. Wir haben uns die halbe Nacht um die Ohren geschlagen. Ich bin auch ziemlich fertig. Es wird das Beste sein, wenn wir schlafen gehen.“

„Hier bei dir?“ Sie wirkte unsicher und ****.

Die Versuchung für mich war gewaltig. Es kostete mich einiges an Überwindung, doch ich sagte mir, dass es in unserer gegenwärtigen Verfassung die beste Option war, nicht das Bett zu teilen. „Drüben ist ein freies Zimmer. Es gehörte meiner Tochter. Du kannst dort schlafen.“

„Klingt gut.“ Sie gähnte.

Ich ging mit ihr auf den Flur und zeigte ihr Tinas Bude. Das Bett war wie immer gemacht, weil ich nie wusste, wann meine Tochter auftauchte und bei mir übernachten wollte.

„Warte“, meinte ich, ging zum Kleiderschrank und zog eines von Tinas Schlafshirts heraus. Ein unförmiges, verwaschenes, rosarotes Teil mit einem aufgedruckten Einhorn auf der Vorderseite. Ich hatte keine Ahnung, warum sie es noch aufbewahrte, weil es nicht zu einer Erwachsenen passen wollte. Es sah kindisch aus, war ihr eigentlich zu klein und definitiv zu kurz. Hinten reichte es nicht mehr über ihre feisten, runden Pobacken. Von vorne versprach es bei jedem Schritt eine Andeutung eines verheißungsvollen dunklen Dreiecks. Ich musste mich jedes Mal, wenn sie es zuhause trug, zusammenreißen, sie nicht anzustarren, und ich fragte mich, ob sie mich absichtlich damit foppte. Oder ob sie schlichtweg zu unschuldig war, um zu erkennen, was sie damit in mir auslöste.

So unzureichend das Hemd auch zu sein schien, dankbar schlüpfte Lea hinein und gähnte noch einmal herzhaft. Sehnsüchtig sah sie in Richtung Tinas Bett.

„Schlaf gut“, sagte ich leise, gab ihr einen letzten Kuss und ging hinaus. In meinem eigenen Zimmer fiel ich geradezu auf die Matratze und war ratzfatz weggepennt.

Als ich die Augen aufschlug, war es noch immer stockdunkel. Ein Blick auf den Wecker zeigte mir, dass gerade einmal eine knappe Stunde vergangen war, seit ich die Augen zugemacht hatte. Ich drehte mich auf die andere Seite, der Schlaf wollte aber nicht zurückkehren. Unruhig warf ich mich hin und her.

Meine Gedanken hatten sich verselbständigt. Tinas kurze Botschaft beschäftigte mich derart, dass ich mir alle möglichen Szenarien ausmalte, weshalb sie mich aufsuchen wollte. Die wenigsten davon waren dazu geeignet, mich zu beruhigen. Immer wieder schob sich ihr Bild vor mein inneres Auge. Ich fühlte das dringende Bedürfnis, sie in meine Arme zu schließen, sie zu beschützen vor allem Unbill dieser Welt.

Schlussendlich akzeptierte ich, dass ich nicht mehr ohne Weiteres einschlafen konnte und beschloss, etwas zu ****. Ich stand auf und tappte in Richtung Treppe. Aus dem Kinderzimmer nahm ich das gleichmäßige Atmen wahr, das durch die angelehnte Tür drang. Offenbar hatte ich sie in meinem Tran nicht richtig verschlossen, als ich Lea verließ. In der Absicht, mein Versäumnis zu korrigieren, fasste ich nach der Klinke.

Stattdessen öffnete ich unwillkürlich den Türspalt, einem unbewussten Verlangen nachgebend. In dem sanften Mondlicht, das durch die Lücken der Vorhänge schimmerte, konnte ich schemenhaft Leas Gestalt im Bett erahnen. Ihr goldenes Haar hatte sich wie ein Schleier um ihr entspanntes Gesicht ausgebreitet. Ihre Brust hob und senkte sich mit jedem Atemzug, nur durch das dünne rosa Hemdchen bedeckt.

Draußen deutete sich zaghaft die Morgendämmerung an und in der Ferne erklangen die ersten Vogelstimmen.

Wie an unsichtbaren Schnüren gezogen betrat ich das Zimmer und näherte mich dem Bett. Sachte setzte ich mich neben die Schlafende. Sie schlug verschlafen die Augen auf, als die Matratze unter meinem Gewicht nachgab.

Sie sah mich unsicher an. Eine Ader pochte an ihrem Hals und ich erkannte, dass sie mindestens genauso nervös war wie ich. „Hey“, flüsterte ich, „tut mir leid, dass ich dich geweckt habe.“ Ich strich ihr sanft über die Wange. Die Berührung war aufregend und seltsam elektrisierend.

„Hey“, erwiderte sie leise und ich sah, wie sie leicht errötete. Die Andeutung eines verhaltenen Lächelns blitzte auf. Ich beugte mich zu ihr herab. Ich spürte ihren warmen Atem, ehe sich unsere Lippen trafen. Meine Haut prickelte und ein angenehmes Kribbeln breitete sich in meinem Innern aus, während wir uns küssten. Dann lösten wir uns voneinander und ich erkannte, dass es ihr ebenso erging wie mir.

Dann überfiel mich unerbeten die Erkenntnis, wo wir uns befanden. Es war das Kinderzimmer meiner Tochter. Lea lag in ihrem Bett und trug ihr Nachthemd. Was bedeutete dies?

Nein, nein, nein, schrie ich innerlich. Das konnte nicht sein. Das durfte nicht sein. Ich fühlte mich doch nicht deshalb zu Lea hingezogen, weil ich eigentlich in Wahrheit Tina wollte! Ich zitterte am ganzen Körper. Mein Herz schlug mir bis zum Hals. Ich war dankbar, dass Tina nie ihre Haare blond gefärbt hatte, so dass ich mir zumindest einreden konnte, dass es rein äußerlich keinerlei Übereinstimmung zwischen den beiden gab. Nein, ich wollte NICHT mit meiner Tochter schlafen!

„Hey, alles okay?“, wisperte sie erschrocken. Mein innerer Kampf musste sich in meinem Gesichtsausdruck widergespiegelt haben. Ich nickte stockend, atmete tief, um mich zu beruhigen, und lächelte tapfer. Dennoch wusste ich, dass es kein Zurück mehr gab, dass etwas in mir erwacht war, das ich nicht mehr kontrollieren konnte.

Ich zog die Bettdecke von ihrem Körper, der nur noch von Tinas losem Hemd verhüllt war, das sich über ihre enorme Oberweite spannte. Die jähe kühle Luft verschaffte ihr eine Gänsehaut, ihre Nippel drückten sich überdeutlich sichtbar von innen gegen den dünnen Stoff. Ihre Miene spiegelte eine Mischung aus Nervosität und Verlangen.

Schwerfällig schob ich mich über sie. Sie sah mich offen an. Ein stummes Einverständnis, dass sie sich in meine Hände begab. Unsere Münder fanden wieder zusammen in einem Kuss, der mehr sagte als Worte. Wie von selbst spreizten sich ihre Beine und schoben den Saum des kurzen Hemdchens nach oben, so dass ihr Geheimnis aufgedeckt vor mir lag.

Die Welt ringsum schien sich zu verlangsamen, als ich mich auf sie herabsenkte. Ich tauchte ein ins Glück und machte sie zur Frau. Sie riss die Augen auf, biss sich auf die Lippen, als ein plötzlicher **** sie durchzuckte. Sie keuchte. Mit jedem meiner Stöße lauter und befreiter. Sie war so eng, so warm, so jugendlich. Sie war mein. Ich versank vollkommen in diesem Gefühl. Alle Ängste und Unsicherheiten verblassten. Ich lebte nur noch für den Moment.

„Oh, Tina. Tina!“, schrie ich. Und kam.

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