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Nahkampf

Chapter 8 by kokosmilch kokosmilch

Sie explodierte geradezu aus dem Stand heraus. Kein Vorgeplänkel. Kein Antasten. Kein vorsichtiges Umkreisen des Gegners. Ein einziger, schneller Schritt nach vorn, gefolgt von einem harten rechten Haken, der seinen Kopf treffen und ihn zu Boden schicken sollte.

Falk bewegte sich kaum.

Er drehte lediglich die Schulter eine Winzigkeit zur Seite. Ihre Faust strich an seinem Kinn vorbei, so nah, dass er den Luftzug spüren musste. Aus der gleichen Bewegung heraus legte sich seine linke Hand an ihr Handgelenk, die rechte gegen ihren Ellbogen.

Er zog nicht. Er schob nicht. Er lenkte nur ihre eigene Energie in eine neue Richtung.

Eylem spürte, wie ihr Vorwärtsdrang plötzlich außer Kontrolle geriet. Ihr Schwerpunkt kippte an ihm vorbei, als hätte der Boden unter ihren Füßen nachgegeben. Sie stolperte zwei Schritte. Fing sich gerade noch, ehe sie stürzte.

Er löste die Berührung, glitt einen Schritt zurück und sie wirbelte herum.

Tai Chi? Aikido? Irgend so ein asiatischer Mist.

"Glück gehabt", knurrte sie.

Falk sah sie ruhig und ohne Häme an. "Nein, Sie sind einfach zu aggressiv."

Sie antwortete mit einem überraschenden Tritt gegen sein Schienbein.

Schon wieder war er nicht mehr dort, wohin sie gezielt hatte. Sein Fuß hob sich gerade weit genug, damit sie ins Leere trat. Im selben Augenblick legte sich seine Hand an ihre Schulter.

Mehr war nicht nötig. Sie verlor den Stand und musste mit den Armen rudern, um nicht hinzufallen.

Verdammt.

Jetzt wurde sie wirklich wütend. Blut rauschte in ihren Ohren. Sie stürmte vor, täuschte einen Schlag zum Kopf an, um einen Ellbogenstoß gegen die Rippen zu landen.

Diesmal kam er ihr entgegen. Sie spürte, wie Oberkörper auf Oberkörper, Hüfte auf Hüfte traf. Nicht hart gegen hart, sondern federnd. Er nahm die Bewegung auf, drehte sich mit ihr weiter und ließ sie praktisch um ihn herum laufen. Eng aneinander gepresst, wie im Tanz. Durch die Kleidung hindurch konnte sie seine Muskeln fühlen, durchtrainiert und flexibel. Stark. Männlich. Ihre Nippel waren plötzlich erstaunlich hart und empfindlich, als sie über seine kräftige Brust rieben wie in Zeitlupe.

Der Kontakt endete abrupt. Sie taumelte weiter, rammte mit dem Becken gegen den Besprechungstisch.

Autsch.

Die Aktenordner polterten übereinander, einige fielen zu Boden.

"Sie kämpfen gegen sich selbst", bemerkte er trocken.

"Halt die Klappe!"

Sie riss einen der Ordner hoch und schleuderte ihn in seine Richtung.

Er beugte sich nur ein wenig zur Seite. Das Wurfgeschoss flog an ihm vorbei. Noch bevor es den Boden berührte, war Eylem schon da. Jetzt ohne Technik oder Finesse. Nur noch Wildheit und Kraft. Mit dem Kopf voraus gegen die Wand.

Sie griff nach seinem Hemdkragen, wollte ihm ihre Stirn gegen das Nasenbein schmettern. Für einen Sekundenbruchteil glaubte sie tatsächlich, ihn erwischt zu haben.

Dann dieses irritierende Gefühl. Leere, wo sie Widerstand erwartet hatte.

Seine Hände beschrieben einen Kreis. Ihr Schwung zog sie weiter nach vorn. Sein Fuß stoppte gleichzeitig ihre Beine. Die Welt kippte.

Sie krachte mit dem Oberkörper auf den Schreibtisch. Hart. Vollständig unkontrolliert. Ihr Atem entwich schlagartig.

Falk stand bereits direkt hinter ihr. Seine Hände an ihrem Hosenbund arbeiteten flink und geschickt. Im Nu hatte er die Uniformhose geöffnet und hinab bis zu ihren Knien geschoben.

Ein Ellbogen gegen Eylems Rückgrat fixierte sie auf der Tischplatte. Hebelwirkung. Hochstemmen unmöglich.

"Aufhören!", kreischte sie.

"Schon genug?"

Eylem knirschte mit den Zähnen, starrte ins Leere. Ihre Rippen schmerzten. Der Rücken ebenso. Noch schlimmer war jedoch die Wunde in ihrem Stolz. Aufgeben kam nicht in Frage.

"Unsinn", zischte sie, "wir haben uns doch gerade mal aufgewärmt. Jetzt kann's erst richtig losgehen."

Er stieß ein amüsiertes Glucksen aus. "Das sehe ich genauso."

Ein Daumen hakte sich in ihren Slip und zerrte ihn nach unten.

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