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Chapter 2 by Reyhani Reyhani

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Musterung

Gerd lässt sich nicht lange bitten und beginnt den Bericht über seine Anfänge im Verein:

„Also, Musterung war in dem Sommer, als ich grade achtzehn geworden war.“

„Was für eine Musterung? Beim Bund?“

„Nein, im Verein. Werner, der Vorsitzende, also eine ziemliche Respektsperson in meinen Augen, hat geprüft, wofür ich zu gebrauchen bin. Jetzt nicht bei der Gartenarbeit, sondern bei der inoffiziellen, geheimen Vereinsarbeit, wie Uschi das genannt hat.“

„Aha, kann ich mir jetzt nichts drunter vorstellen. Wie lief das denn ab?“

„Es war am Wochenende, ich habe zusammen mit meinem Vater gearbeitet, irgendwelche Beete umgegraben oder Dings geschnitten, was weiß denn ich. Wo meine Mutter und meine Schwester waren, daran erinnere ich mich nicht. Irgendwann ist Werner zusammen mit Klaus aufgetaucht und sie haben angefangen, sich mit meinem Vater zu unterhalten. Die waren alle ungefähr ein Jahrgang und Kumpels. Haben oft nach der Schicht zusammen in Werners Laube Bier getrunken.

Nach einer Zeit haben sie mich zu sich gerufen. Werner wollte, dass ich seinen Spaten hole, um meinem Vater irgendetwas zu zeigen. Er hat mir dann ziemlich detailliert beschrieben, wo ich diesen Spaten finden würde. Ich war ziemlich genervt. Konnte er nicht unseren benutzen oder das Ding selbst holen. Aber so was konnte man damals nicht so offen rauslassen. Also habe ich mich auf den Weg gemacht.

Ich bin dann zu seiner Laube und hinten rum zum Geräteschuppen. Da hab ich das Scheißding dann auch gefunden. Hinter der Tür, wie er’s beschrieben hat. Und ich will die Tür grade wieder aufmachen, da höre ich von draußen Musik. Transistorradio. Und ich gucke durch eine Ritze in der Tür. Granate! Und dann hat’s gescheppert.“

„Altmunition?“

„Quatsch. Bea, Werners Tochter. Sie stand unter der Brause, mitten auf dem Rasen im Evakostüm, wie es sich für den Garten Eden gehört. Bei dem Anblick ist mir der Spaten aus der Hand gefallen. Den Göttern des Rock ’n Roll sei Dank hatte sie nichts gehört, sondern schaukelte weiter im Takt, während sie unter dem Wasser stand.“

„Ich kann mir vorstellen, was du gemacht hast.“

„Ich weiß nicht woran du denkst. Alles wozu ich fähig war, war die Luft anzuhalten und zu versteinern. Ich habe gebetet, dass mich niemand erwischt, denn dann hätte mich Werner sofort totgeschlagen. Davon war ich in dem Moment jedenfalls fest überzeugt.

Aber die Show auf dem Rasen konnte ich trotz meiner Angst natürlich auch nicht ignorieren. Du musst wissen, Bea war die Anita Ekberg der Anlage. Groß, blond, lange Beine, Atombusen. Und jetzt stand sie keine fünf Meter von mir entfernt, wackelte mit dem Arsch und wusch sich die Titten.“

„Ich verstehe. Und bist du heile wieder aus dieser Mausefalle rausgekommen?“

„Zum Glück wollte Bea sich wohl nur mal kurz erfrischen. War ja Hochsommer und ziemlich heiß. Dann ist sie wieder in die Laube verschwunden und ich konnte unbemerkt entkommen. Ich habe erst aufgeatmet als ich wieder zuhause war.

Aber irgendwas stimmte nicht, das habe ich gleich gemerkt, als Werner und Klaus mich so höhnisch angegrinst haben. Mein Vater war nirgends zu sehen. Und Werner so: ‚Spaten hab ich gesagt nicht Pflanzstock.‘ Und warum ich mir den in die Hose gesteckt hätte. Ich sollte ihn sofort rausrücken.

Oh Mann, ich hatte doch tatsächlich den Spaten im Schuppen liegenlassen, so sehr hatte mich Beas Duscheinlage abgelenkt. Ich wollte mich schnell verkrümeln, um den Spaten zu holen. Doch Klaus stand schon hinter mir und hielt mich fest. Er war einen Kopf kleiner als ich und ging schon auf die fünfzig zu, aber hatte Arme wie ein Schraubstock, sag ich dir. Und während ich noch vergeblich kämpfte, hatte sich Werner in seiner ganzen Breite vor mir aufgebaut. Er zerrte mit seinen riesigen Händen an meinem Hosenbund und forderte immer, ich sollte mal zeigen was ich da versteckt hätte.

Ich bin total in Panik geraten. Ich dachte, Werner weiß alles und jetzt reißt er mir die Eier ab, weil ich seine Tochter bespannt habe. Und gleichzeitig war mir das alles furchtbar peinlich. Durch Werners Gezerre war nämlich mein Schwanz aus meiner Hose gesprungen. Der stand immer noch unter Beas Einfluss und deshalb steil nach oben.

Und Werner so: ‚Da schau her.‘ Und er schlug mit der flachen Hand nach dem Schwengel. Da war es endgültig aus mit meiner Beherrschung. ‚Lass mich sofort in Ruhe, ich bin doch keine Schwuchtel’, habe ich **** gebrüllt. Und plötzlich haben Werner und Klaus angefangen zu lachen, haben gemeint, dass es ja genau darum ging, und haben mich losgelassen.

Ich blitzschnell meine Hose hochgezogen und da kam zum Glück mein Vater um die Ecke. Er hatte gekühltes Bier vom Büdchen geholt. Wir stießen alle an und Werner verkündete, dass ich jetzt auch dabei wäre, was mir ein anerkennendes Schulterklopfen von meinem Vater einbrachte. Ich hatte zwar keine Ahnung, worum es eigentlich ging, aber ich freute ich trotzdem. Dass mein Alter Herr mal zufrieden mit mir war und das auch offen zeigte, das kam nicht so oft vor.“

„Hmmm, das habe ich jetzt auch nicht verstanden. Was sollte das Ganze denn?“

„Das war wohl sowas wie ein Aufnahmeritual. Aber das habe ich auch erst mit der Zeit gerafft, als eine Muschi zur anderen kam. Später am Abend hat mich Werner noch beiseite genommen, hat sich halb entschuldigt und gesagt, die Ingrid, also seine Frau und die Mutter von Bea, würde sich freuen, wenn ich in den nächsten Tagen mal vorbeikommen würde. Sie hätte da ein paar Aufgaben zu erledigen, Botengänge und so, bei denen sie Hilfe gebrauchen könnte. Ob ich das übernehmen könnte?“

„Lass mich raten, du hast ohne zu Zögern ja gesagt.“

„Du bist ja ein echter Schlauberger.“

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