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Chapter 10

What's next?

Maria Thomas und Maria Emilia gehen durch eine Tür

Maria Thomas wartete darauf, dass ihre Mitschwester zugab, dass so etwas wie ein Geist nicht existierte. Doch anstelle der kleinen pummeligen Maria Emilia antwortete eine körperlose Stimme, die von überall her zu kommen schien.

„Bist du dir da wirklich sicher?“

„Wer ist da? Zeigen Sie sich!“

„Aber du siehst mich doch schon. Ich bin das Haus.“

„Quatsch. Häuser können nicht sprechen.“

„Und trotzdem spreche ich. Wenn ich sprechen kann, obwohl du es nicht glaubst, dann kann es auch Gespenster geben, obwohl du nicht an sie glaubst.“

„Ach, verschonen Sie mich. Ich glaube nichts, das ich nicht mit eigenen Augen gesehen habe.“

„Nun gut, du hast es so gewollt. Schau es dir an.“

Direkt hinter den beiden Nonnen schwang mit ohrenbetäubendem Quietschen rostiger Türangeln ein zuvor versteckter Durchgang auf.

„Dann tretet ein in … die Geisterwelt!“

Ohne zu zögern, trat Maria Thomas durch die neu aufgetauchte Tür. Mit diesen billigen Tricks konnte man ihr keine Angst machen. Ihre Mitschwester folgte ihr deutlich weniger zuversichtlich. Kaum waren beide auf der anderen Seite, fiel das Portal krachend zu.

Vor Schreck machte Maria Emilia einen riesigen Satz. Ängstlich sah sie zurück.

„Wo ist sie hin?“

„Wer?“

„Na, die Tür.“

Die Größere folgte ihrem Blick und musste zugeben, dass keine Spur des Durchgangs mehr zu sehen war, den sie Sekunden zuvor passiert hatten. Auch Klopfen und Abtasten brachte keine weiteren Erkenntnisse. Die Wand schien an dieser Stelle fugenlos und massiv zu sein.

„Was machen wir jetzt bloß“, jammerte die Kleinere weinerlich.

„Das sind doch alles nur Taschenspielertricks, halbdurchlässige Spiegel, Lichteffekte und verborgene Seilzüge. Auch wenn wir noch stundenlang durch dieses Haus wandern würden, gibt es nicht die geringste Chance, auf einen Geist zu stoßen. Gehen wir lieber wieder raus und sehen zu, dass wir die anderen einholen.“

„Ja, gerne. Ich finde es hier langsam doch ein bisschen unheimlich. Nur, wo ist der Ausgang?“

Betroffen musste Maria Thomas zugeben, dass der Raum, in dem sie gestrandet waren, tatsächlich keine Tür hatte. Ein Fenster auch nicht. Das Einzige, was die mit abblätternden Tapeten verkleideten Wände unterbrach, war eine Reihe fast blinder, bis zum Boden gehender Spiegel.

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