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Chapter 6

Wen bittet Scheibner ins sein Büro?

Leonie

Leonie betrat Scheibners Büro mit festen Schritten und streckte ihm zum Gruß mit einer entschlossenen Geste die Hand entgegen und erwiderte seinen festen Händedruck. Als Psychologiestudentin wusste sie natürlich, dass man in einem Vorstellungsgespräch selbstbewusst auftreten musste, um sein Gegenüber für sich einzunehmen. Man musste die richtige Körpersprache aussenden. Die ganze Theorie dazu hatte sie gelernt. Diese in der Praxis anzuwenden, war natürlich eine andere Sache. Um ihre innere Unruhe zu überspielen, hielt sie sich aufrecht, so dass ihre überdurchschnittliche Größe zur Geltung kam, und trug eine freundliche aber dennoch entschlossene Miene zur Schau. In Gedanken hatte sie das Gespräch schon x-mal durchgespielt und sagte sich immer wieder, dass sie das Zimmer ganz sicher ergattern würde - positives Denken, Baby!

Um den Vermieter zu beeindrucken, hatte sie für die Vorstellung einen figurbetonten roten Overall ausgewählt, der ihre Sanduhrfigur betonte. An der Vorderseite hatte er praktischerweise einen langen Reißverschluss, den sie auf der Herfahrt und während des Wartens hochgeschlossen hielt. Beim Eintreten zippte sie ihn unauffällig nach unten, um Scheibner einen schön tiefen Ausschnitt zu bieten; dabei rutschte ihre Hand ein bisschen zu weit nach unten, so dass sie den Overall fast bis zum Bauchnabel aufzog. Ups. Um das zu korrigieren, dafür war es jetzt zu spät. Einmal freigelegte Haut wieder zu verstecken, würde in dieser Situation die falsche Botschaft senden, denn sie wusste selbstverständlich, worum es hier ging. Das Spiel war eröffnet, nun würde sie es auch durchziehen.

Ihre langen blonden Haare hatte sie im Nacken zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden, um ihr ausdrucksstarkes Gesicht mit den tiefblauen Augen zu betonen. Ihre Lippen waren tiefrot, passend zur Farbe des Overalls geschminkt. Große goldene Kreolen schmückten ihre Ohren.

„Danke, dass Sie sich die Zeit nehmen, mich zu treffen“, begann sie mit warmer Stimme, “Ich will von Beginn an ehrlich zu Ihnen sein – ich bin nicht nur hier, um nach einem Zimmer zu fragen. Ich bin hier, um Ihnen zu zeigen, warum sie mich unbedingt in ihr Haus aufnehmen müssen.“

Leonie verschwendete keine Zeit und kam gleich zur Sache. Während sie sprach, lehnte sie sich nach vorne, um ihrem Gegenüber einen noch tieferen Einblick in ihren offen stehenden Overall zu bieten. So kann er nicht nur den schwarzen Spitzen-BH, den sie als einziges Kleidungsstück darunter trägt, deutlich erkennen, sondern auch das, was seine Körbchen nur mit Mühe **** können.

Scheibners Augen wurden von dem Anblick wie magnetisch angezogen. Leonie konnte nicht verhindern, dass ihre Mundwinkel nach oben wanderten. Männer waren ja so durchschaubar und manipulierbar. Wenn man ihnen ein bisschen Busen zeigte, schaltete sich sofort ihr Gehirn aus. Sie genoss noch einige Sekunden die Aufmerksamkeit, ohne es zu übertreiben. Dann lehnte sie sich in einer lässigen Geste auf ihrem Stuhl zurück, schlug mit einer kalkulierten Bewegung die Beine übereinander und wartete ab. Ihre ganze Haltung signalisierte Selbstsicherheit.

Scheibner räusperte sich und **** seinen Blick nach oben, um seinem Gast in Gesicht zu sehen, während er das Interview führte.

"Ja, äh, Leonie, h-hrm, danke, dass du da bist. Ich schlage vor, wir bleiben gleich beim Du, weil das der übliche Umgangston im Haus ist, in das du einziehen möchtest."

Sie nickte verständnisvoll. "Ja, gerne - Frank."

"Also. Gut, Leonie", er musste immer wieder seine Augen nach oben lenken, die wie von selbst nach unten wandern wollten, "warum meinst du denn, dass du die richtige Mieterin für mich bist?"

"Nun, ich studiere Psychologie und stehe kurz vor einen sehr guten Abschluss. Ich habe in meinem Studium viel darüber gelernt, Menschen zu verstehen. Deshalb weiß ich, wie man sich in eine Gemeinschaft einfügt. Ich werde sehr gut mit meinen Mitbewohnerinnen auskommen und“, ihre Stimme nahm einen vibrierenden Unterton an, "selbstverständlich auch mit meinem Vermieter. Du wirst sehen, dass ich sehr zuverlässig bin und immer pünktlich meine - Miete zahle. Außerdem bin ich sehr ehrgeizig und will immer nur das Beste geben."

Sie leckte sich lasziv über die Lippen, ehe sie fortfuhr. Scheibner schluckte trocken und hörte ihr wie hypnotisiert weiter zu. Sie neigte leicht den Kopf und betrachtete ihren Gesprächspartner gründlich von oben bis unten. Geschickt nutzte sie subtile Zeichen und kalkulierte Pausen, um sein Interesse wach zu halten.

„Ich glaube, ich kann erkennen, wenn jemand ein gutes Auge für - Potenzial hat. Wenn jemand - Qualität zu schätzen weiß. Und ich habe das Gefühl, dass du weißt, wie wichtig es ist, in Menschen zu - investieren, die sich von der Masse abheben, die etwas - Besonderes zu bieten haben.“

Bei den letzten Worten kräuseln sich ihre Lippen zu einem verspielten Lächeln und sie beugte sich wieder nach vorne.

"Na, wie wär's mit uns zwei?"

Erst jetzt bemerkte Scheibner, dass er den Stift, mit dem er eigentlich hatte Notizen machen wollen, verkrampft in der Hand hielt. Er ließ ihn los und das helle Geräusch, als er auf die Tischplatte fiel, half ihm, in die Realität zurückzukehren. Trotzdem musste er sich noch mehrmals räuspern, ehe er antworten konnte.

"Ähm, doch, ja. Leonie. Ich denke schon, dass das ganz gut passen könnte. Aber du verstehst sicher, dass ich mit den anderen sprechen muss, ehe ich eine Entscheidung treffe."

"Natürlich." Verspielt legte sie eine Hand an ihren Pferdeschwanz und wickelte eine Strähne um ihren Finger. "Oh, ich bin mir sicher, sie sind alle ganz - reizend. Aber du suchst ja nicht nur jemanden, der hübsch aussieht. Du suchst eine Mieterin, die etwas - mehr - zu bieten hat."

Sie nahm wahr, dass das Interview sich seinem Ende zuneigte, stand auf und strich mit einer anmutigen Bewegung an den Seiten über ihren Overall, damit er an all den richtigen Stellen an ihrem Körper anlag. Dann trat sie um den Schreibtisch herum und reichte ihm nochmals die Hand. Dieses Mal hielt sie sie etwas länger als es nötig wäre und ließ dabei ihre Augen von seinem Gesicht nach unten streifen, bis sie auf seinem Schoß ruhten.

„Ich scheue mich nicht, dir zu zeigen, wie sehr ich dieses Zimmer will“, sagte sie mit einem koketten, aber bestimmten Tonfall, "und ich bin fest entschlossen, meine - Chance zu ergreifen. Ich freue mich schon darauf - dich - wiederzusehen.“

Als sie das Büro verlassen hatte, fiel Scheibner auf, dass er vergessen hatte, seine Fragen zu stellen. Er würde sie ein weiteres Mal hereinbitten müssen.

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