Was ist passiert?
Lena ist schwanger von Walter
Es war früher Nachmittag, als es leise an der Tür klopfte. Laura öffnete. Lena stand draußen – die Augen rot, die Brille beschlagen, die Haare ungekämmt. Sie trug einen weiten Pullover, unter dem sich die schweren Brüste kaum abzeichneten. In der Hand hielt sie einen zusammengeknüllten Schwangerschaftstest.
„Kann ich reinkommen?“, fragte sie mit brüchiger Stimme.
Laura ließ sie rein, schloss die Tür und führte sie zum Sofa. Lena setzte sich, die Schultern zitterten. Dann brach es aus ihr heraus.
„Ich bin schwanger“, flüsterte sie. „Der Test… positiv. Zweimal. Ich hab’s heute Morgen gemacht. Und gestern auch schon. Es ist… von ihm. Von Walter. Von dem Abend. Als ihr mich festgehalten habt. Als ich gekommen bin. Als er… reingespritzt hat.“
Sie weinte leise. Laura setzte sich neben sie und legte einen Arm um ihre Schultern. Eine Weile sagten sie nichts. Nur Lenas Schluchzen und das leise Atmen von Mia im Nebenzimmer.
„Mein Freund…“, murmelte Lena schließlich. „Er weiß von nichts. Wir hatten seit Wochen keinen Sex mehr. Er würde… er würde mich verlassen. Oder schlimmer. Und ich… ich wollte das nicht. Nicht wirklich. Ich hab gesagt, nur im Spiel. Und jetzt…“
Laura strich ihr über den Rücken. „Ich weiß. Ich kenn das Gefühl. Bei Mia war’s genauso. Ich hab auch gebettelt. Und dann war ich schwanger. Und ich hab’s behalten.“
Lena hob den Kopf. „Was soll ich machen? Ich kann’s doch nicht behalten. Es ist von ihm. Von diesem… dicken, groben Kerl. Und ich hab’s zugelassen. Ich hab die Beine weiter geöffnet. Ich bin gekommen, während er mich vollgepumpt hat. Das ist doch krank.“
Sie redeten eine Weile. Über Abtreibung. Über es zu behalten und dem Freund als sein Kind unterzuschieben. Über es zu behalten und die Wahrheit zu sagen. Lena schwankte. Laura hörte zu, nickte, tröstete. Dann, nach einer längeren Pause, sprach Laura ruhig und klar.
„Ich denk, du solltest es behalten. Aus drei Gründen.“
Lena sah sie an, die Augen noch feucht.
„Erstens“, sagte Laura, „weil du es schon gespürt hast. Du bist gekommen, als er in dich reingespritzt hat. Du hast die Beine weiter geöffnet, genau in dem Moment, als er gesagt hat, dass dein Muttermund offen ist. Dein Körper hat’s gewollt. Auch wenn dein Kopf jetzt sagt, dass es falsch war. Das Kind ist schon da. Und ein Teil von dir hat’s zugelassen.“
Lena schwieg.
„Zweitens“, fuhr Laura fort, „weil du’s nicht mehr rückgängig machen kannst, ohne dich noch mehr zu hassen. Ich kenn das. Ich hab auch überlegt, Mia wegmachen zu lassen. Und dann hab ich’s nicht getan. Und jetzt… jetzt ist sie da. Und ich bereue es nicht. Auch wenn ich weiß, von wem sie ist. Auch wenn ich’s niemandem sagen kann.“
Lena wischte sich über die Augen.
„Und drittens“, sagte Laura leiser, „weil Walter es wieder tun wird. Bei dir. Bei mir. Bei uns beiden. Und wenn du’s behältst… dann gehört es irgendwie dazu. Dann ist es nicht nur ein Unfall. Dann ist es das, was er wollte. Und was du – irgendwie – auch gewollt hast. Auch wenn du’s nicht zugibst.“
Lena starrte auf den Test in ihrer Hand. Lange. Dann nickte sie langsam, kaum merklich.
„Ich… ich weiß nicht, ob ich das kann. Aber… vielleicht. Vielleicht behalt ich’s. Zumindest… vorerst.“
Laura zog sie etwas näher. „Du musst dich nicht sofort entscheiden. Aber wenn du’s behältst… dann bist du nicht allein. Ich bin auch schwanger von ihm geworden. Und ich hab’s behalten und ehrlich gesagt...“
Lena schaut Sie an. .. "was?"
"...ich will, daß du...." Laura zögerte. "...ich muss schlafen, es ist schon spät und ich kann nicht mehr klar denken"
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