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Chapter 18 by ThormGravis

Ist jemand in ihrem Zimmer?

Lara folgt dem Geräusch

Lara öffnete die quietschenden Plastikschiebetüren der Dusche, steckte den Kopf heraus und lauschte angestrengt, doch gegen das unaufhörliche Prasseln des Wassers in der Dusche konnte sie nichts hören. Alles, was ihr für einen Moment erwähnenswert schien, war eine Geruch nach Muskat oder ein vergleichbarer Duft, dem Lara jedoch schon im nächsten Augenblick keine größere Bedeutung mehr beimaß und ihn schließlich ganz vergaß. In ihrem Kopf spielten sich sogleich mögliche Szenarien ab: Wusste jemand von ihren mutmaßlichen Gegenspielern, das sie angekommen war? Hatte man ihr einen Killer geschickt? Auch ein weiterer Annäherungsversuch des dicken Kerls von der Rezeption konnte nicht ausgeschlossen werden. Vielleicht war es aber auch einfach ein Einbrecher, der eine Europäerin ausrauben und dann gleich noch durchficken wollte. Denkbar war natürlich auch, dass einfach nur ein Koffer umgefallen war oder das Geräusch - falls sie es sich nicht nur eingebildet hatte - aus einem Nebenraum stammte.

Die junge Archäologin verwünschte sich ob ihrer eigenen Paranoia, konnte aber nichts dagegen tun. Dies war offenbar das unweigerliche Ergebnis der Erfahrungswerte, die sie bisher bei ihren Missionen gesammelt hatte, bei denen sie mit beinahe schon an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wenigstens ein- oder zweimal überfallen oder in einen Hinterhalt gelockt wurde. Sie konnte sich nicht daran erinnern, wann sie letztmals ohne ein vergleichbares Ereignis verreist war. Manchmal glaubte sie beinahe in einer Serie oder einem Computerspiel zu stecken, in deren Rahmen ihre Abenteuer als einzelne Folgen nach gewissen Gesetzmäßigkeiten abliefen und sich Sex, Überfällen und Duschszenen wie dieser als immer wieder kehrende Versatzstücke bedienten.

Nein, das war albern. Lara schüttelte den Kopf und verwarf diese geradezu lächerliche These. Stattdessen entschied sie, dass es keinen Sinn machte, gegen ihre Paranoia anzukämpfen. Erstens war es angesichts ihrer gemachten Erfahrungen klüger, lieber einmal nach dem Rechten zu sehen. Und zweitens würde ihr die eigene Wachsamkeit ohnehin kein entspanntes und ruhiges Duschen mehr gestatten, solange sie ihrem Drang nicht nachgegeben hatte. Also stieg Lara aus der Dusche ohne das Wasser abzustellen. Wenn irgendwer im Nachbarzimmer auf sie wartete, sollte ruhig denken, dass sie in aller Seelenruhe weiterdusche. Da sie ihre Waffen und Wechselkleidung noch im Hauptraum des Hotelzimmers lagen, griff die Archäologin zu einem Handtuch und schlang es mühsam und begleitet von einigen unterdrückten Flüchen notdürftig um den eigenen Körper. Trotz ausreichender Fläche des Handtuches, war es gar nicht so einfach, ihre unvergleichliche Figur damit zu bedecken. Gerade der erhebliche Unterschied zwischen Oberweite und Taille stellte sie bei derartigen Aktionen immer wieder vor Probleme. Am Ende gelang ihr das Vorhaben meist nicht nur, sondern förderte auch ein sexy Ergebnis zu Tage. Lara konnte nie sagen, wie es ihre letztlich stets gelang, dass sich das Handtuch wie ein maßgeschneidertes Kleidungsstück eng und ihre aufreizende Figur betonend an ihren Körper schmiegte, dabei aber nur gerade so ihren Hintern und die Hälfte ihrer Brüste bedeckte, so dass die Brustwarzen stets Gefahr liefen, bei einer unbedachten Bewegung hervor zu blitzen. Auch das schien wie die Angelegenheit mit den Überfällen einem unsichtbaren, von einem verdorbenen Intellekt ersonnenen Algorithmus zu folgen.

Letztendlich verwarf Lara diesen Gedanken und konzentrierte sich wieder auf die aktuelle Situation. Leise huschte sie zur Tür und lauschte. Alles, was sie hörte, war das Plätschern des Wassers in der Dusche. Und da war wieder für einen kurzen Augenblick dieser Muskatduft. Sie kniete sich vor das Schlüsselloch und blickte hindurch.

Kann Lara etwas erkennen? Wie geht sie vor?

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