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Chapter 85 by ThormGravis
Wie geht es weiter?
Lara erreicht die Ausgrabungsstätte
Kaum mehr als eine Viertelstunde verging nach dem Sex mit Greg, als der Flusskahn auf das Ufer zusteuerte und Tikembe vom Steuer her verkündete, dass der Landungssteg in Sicht komme. Lara war hatte sich gerade frisch gemacht und der Gedanke beschlich sie, dass die beiden Männer das Tempo der Fahrt absichtlich so getimt hatten, dass sie beide ihren Spaß mit Lara haben konnten, bevor sie ihr Ziel erreichten. Tikembe und Greg mochten nicht gerade die hellsten Kerzen auf dem Kuchen sein, aber selbst die dümmsten Männer bewiesen von Zeit zu Zeit eine gewisse Schläue, wenn es darum ging Lara möglichst lange ficken zu können.
"Die Ausgrabungen sind dort den Hügel hinauf", erklärte Tikembe und deutete auf einen Pfad der vom Ufer aus steil anstieg und zwischen den dicht stehenden Bäumen verschwand. "Eine Meile von hier, vielleicht etwas weniger. Sollen Greg und ich mitkommen?" Er grinste Lara anzüglich an, als habe er ihr ein verlockendes Angebot unterbreitet.
"Nein danke", lehnte sie freundlich, aber bestimmt ab. Sie war lieber allein unterwegs und konnte auf weitere amouröse Zwischenspiele mit den beiden tumben Kerlen gut verzichten. Zu mehr würden die beiden voraussichtlich ohnehin nicht gut sein. Lara reiste lieber allein, sofern sie keine Träger für Gepäck und Ausrüstung benötigte. "Wartet hier auf mich. Es wird wahrscheinlich nicht lange dauern." Einerseits wäre eine Rückreisemöglichkeit von Vorteil, zum anderen würden die beiden dann nicht über die Leiche von Stevens stolpern, wenn sie zum Handelsposten zurückkehrten. "Ich werde mich auf der Rückfahrt auch erkenntlich zeigen", fügte sie mit lasziver Stimme hinzu, was Tikembe mit einem gierigen und zufriedenen Grinsen quittierte.
Kurz darauf war Lara schon auf dem Weg. Kaum hatte der Kahn das Ufer erreicht, sprang sie von Bord und eilte den steilen Pfad in den Dschungel hinauf, bevor die beiden Kerle nochmals zudringlich werden konnten. Mit einem kurzen Blick zurück erkannte sie, dass Tikembe bereits den Motor abgestellt hatte und Greg das Boot am Ufer vertäute. Offenbar würden die beiden tatsächlich auf sie warten.
Lara erreichte schon bald die steilste Stelle des Anstieges. Von dort aus ging es nur noch sanft bergan und nach einigen hundert Metern wurde die Vegetation lichter und blieb schließlich ganz zurück, als Lara eine große Lichtung erreichte, auf der sich einige Ruinen erhoben. Es waren überwiegend niedrige Mauerreste, die Lara kaum bis zur Taille reichten und mit Pflanzen und Ranken überwuchert waren. Nur hier und dar waren größere Gebäudeteile erhalten. Sie erkannte für das südamerikanische Hochland untypische Säulen, aber auch vertraut wirkende Bauten, die an entfernt an Inka-Tempel erinnerten. Die Lichtung war jedoch uneben und stieg zu ihrem Mittelpunkt weiterhin leicht an, so dass Lara nur einen Teil des Geländes überblicken konnte.
"Nicht schlecht." Sie lächelte. Kaum etwas bereitete ihr mehr Vergnügen als eine alte Ruinenanlage zu untersuchen und mit unbekannten Gefahren konfrontiert zu werden. Sie strich sich eine Haarsträhne zurück hinters Ohr und umrundete die Anlage voller Neugier und Wachsamkeit. Immer wieder wanderte ihr Blick über das Gelände, das sicherlich die Größe von fünf oder sechs Fußballfeldern besaß, aber auch den Rand des Dschungels verlor sie nie ganz aus den Augen. Sie spürte den Nervenkitzel der Gefahr. Es gab keine Anzeichen für anwesende Forscher, doch sicherlich war vor nicht allzu langer Zeit jemand hier, denn Lara fand Fußabdrücke von schweren Stiefeln und ein erkaltetes Lagerfeuer. Sie vermutete, dass vielleicht Stevens mit seinen Handlangern das ein oder andere wertvolle Stück entwendet und dann verkauft hatten, aber natürlich konnte Lara auch andere Möglichkeiten nicht ausschließen.
Nachdem sie sich von allen Seiten einen Überblick über die Ruinenstätte verschafft hatte, sah sie sich einige der Inschriften an, die ihr unbekannt waren, für sie aber stark nach einer Prä-Maya-Zivilisation aussahen. Für eine solch frühe Kultur war dies ein sehr beachtlicher Bau. Sie fand Gravuren im Stein, die mythologische Wesen darstellten, aber auch Symbole, die zweifellos auf Mond- und Fruchtbarkeitskulte hindeuteten. Seltsamerweise gab es kaum einen Hinweis auf eine Verehrung der Sonne, die in nahezu jeder anderen südamerikanischen Frühkultur selbstverständlich waren.
Laras Neugier war geweckt. War sie hier durch Zufall auf eine Kultur gestoßen, die sich - vielleicht auf Grund ihrer einsamen Lage im Hochlanddschungel - völlig anders und unbeeinflusst von den bekannten Frühzivilisationen des Kontinents entwickelt hatte. Das wäre eine Sensation. Lara schlug einen beliebigen Weg zwischen zwei Gebäuden in Richtung des Zentrum ein und lächelte bei dem Gedanken an die verstaubten Akademiker in London, die sicherlich vor Wut und Neid platzen würden, wenn gerade sie - die verruchte und berüchtigte Lara Croft, die in akademischen Kreisen als schwarzes Schaf galt - wieder einmal einen sensationellen Fund veröffentlichen würde.
Dann blieb sie abrupt stehen und musste abermals Grinsen. Aus einer der Seitenmauern, die die Gasse bildeten, in der sie sich gerade befand, ragte ein steinerner, leicht gebogener Phallus aus der Wand heraus. "Beachtliche Größe", machte Lara der Darstellung ein amüsiertes Kompliment. "Die meisten Kerle, die ich kenne, wären stolz auf so einen Ständer." Einer Laune folgend umfasste sie den steinernen Penis mit einer Hand und rieb kurz darüber auf und ab, als würde sie ihm einen runterholen. Weder der Phallus noch das zugehörige Relief, dass irgend ein Mischwesen aus Frosch und Mensch darstellte (wahrscheinlich eine Tiergötze der alten Kultur, vermutete Lara), zeigte eine Reaktion. "Ich sollte wohl beleidigt sein", scherzte Lara, "normalerweise reißen sich die Kerle darum, dass ich ihnen den Schwanz verwöhne." Sie überlegte für einen kurzen Moment, ob sie den Scherz weitertreiben und die beachtliche Eichel des steinernen Gliedes in den Mund nehmen sollte, schüttelte dann aber belustigt den Kopf und ging weiter.
Auf ihrem Weg zum Zentrum des Geländes, das gleichzeitig den höchsten Punkt bildete, kam Lara an weiteren Phallus-Darstellungen vorbei, die ganz ähnlich wirkten, aber jeweils in Form und Größe individuell gestaltet waren. Die meisten gehörten ebenfalls zu Reliefs von Götzen, die halb tierischer und halb menschlicher Gestalt waren. Dem ein oder anderen gab Lara im Vorübergehen einen Klaps, widmete sich aber mehr den Gravuren und Symbolen, die in unregelmäßigen Abständen in die Wände eingelassen waren. Gelegentlich taten sich Seitengassen auf und Lara warf einen Blick hinein, doch offenbarte sich ihr dort ebenfalls nichts anderes als verfallene, teils von der Natur überwucherte Steinwände, die verschlungene Gassen bildeten. Offenbar hatten die Erbauer nur wenig wert auf lange Geraden gelegt, denn die Wege machten immer wieder Kurven oder bogen scharf ab, dennoch hatte Lara nie das Gefühl die Orientierung zu verlieren.
Schließlich erreichte sie die Außenmauer des Hauptgebäudes. Es war unzweifelhaft einst das größte gewesen und war auch heute noch am besten erhalten. Reliefs und Inschriften bedeckten durchgängig die Außenwände und alle paar Meter ragte ein steinerner Phallus auf, abermals mit der Darstellung von Tiergötzen verbunden, aber diesmal um gut 5 bis 10 Zentimeter größer als die an den einfachen Gebäuden. "Männer", schmunzelte Lara, "egal ob in der Antike oder heute. Wer der Chef ist wird durch den größten Ständer angezeigt." Sie umrundete den Bau, fand aber keine Treppe oder Tür, die auf einen Einlass hinwies. Für andere Archäologen wäre dies vielleicht ein Problem gewesen, doch Lara zuckte nur mit den Schultern und kletterte geschwind über die Mauer, wobei sie die steinernen Penisse als dankbare Trittsteine nahm. Mit einem eleganten Schwung zog sie ihre langen, gertenschlanken Beine über die Mauerkrone und sprang auf den anderen Seite herunter.
Die heiße Archäologin stand nun im Innenbereich, der wohl einst eine Art Garten dargestellt hatte, sich heute aber in eine Art kleinen und nur schwer zu überschauenden Dschungel verwandelt hatte. Sowohl die Innenmauern als auch ein kleines, an einen Tempel erinnerndes Gebäude in der Mitte waren mit Pflanzen überwuchert. Nur die Tore und Außentreppen des Tempels, die auf dessen Flachdach führten, und eine große Anzahl von steinernen Bänken, die sich zwischen den Pflanzen und geometrisch angelegten Wasserläufen erhoben, und steinernen Statuen waren noch weitgehend unbedeckt. Lara pfiff anerkennend durch die Zähne und blickte sich auf ihrem Weg voran neugierig um. Die Statuen zeigten verschiedene Tiergötzen, die Lara schon von den Reliefs kannte, und Fabelwesen, die der Bildhauer mit beachtlicher Kunstfertigkeit sehr realistisch dargestellt hatte: Säbelzahntiger im Sprung, Mischwesen aus Tier und Mensch in kämpferischen Posen, aber auch - alleine, als Paare oder gar in Gruppen - beim Liebesakt. Alle waren enorm detailreich gearbeitet und einige von ihnen - offensichtlich die männlichen - waren mit enormen Phalli ausgestattet.
Gerade als Lara die Hälfte des Weges ins Zentrum zurückgelegt hatte, vernahm sie hinter sich Geräusche, zunächst leise, doch dann deutlich lauter werdend. Es klang das nach dem Platzen von Stein in der Sonne und dem Reiben von Stein auf Stein. Vorsichtig wandte sie den Kopf, obwohl sie schon eine recht unschöne Vermutung hatte, was dort gerade geschah. Dann huschte ein Ausdruck gequälter Bestätigung über das Antlitz der Grabräuberin, als Vorahnung zu Gewissheit wurde: Einige der steinernen Statuen begannen sich zu bewegen, lösten sich von ihren Sockeln und wandten die Köpfe in Laras Richtung.
"Scheiße", fluchte die schöne Archäologin. Sie hatte die gebotene Vorsicht walten lassen, doch wer konnte bei der im Laufe der Jahrhunderte gewachsenen Begrünung des Bodens schon spüren, ob man eine Bodenplattte berührte oder gar auslöste. Aber vielleicht hatte auch etwas ganz anderes das Erwachen dieser Golemwächter bewirkt. Letztendlich machte es auch keinen Unterschied. Lara erkannte, dass zwischen ihr und dem Tempel noch keine Statuen erwacht waren, rannte los und riss im Laufen ihre Pistolen aus den Schenkelholstern.
Schafft es Lara zum Tempel oder wird sie zuvor erwischt?
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Lara Croft
Die nicht jugendfreien Abenteuer einer Grabräuberin
Wer hat nicht von ihr gehört? Lara Croft, die Actionlegende, die Grabräuberin. Doch aus Gründen der Altersfreigabe und somit der Umsätze verschweigen uns die Computer-Spiele, Comics und Filme uns seit jeher jene Abenteuer der Actionheldin, die keine Jugendfreigabe erhalten würden. Hier können wir hingegen Zeugen ihrer mehr oder weniger freiwilligen und heldenhaften Abenteuer für die erwachsene Leserschaft werden.
Updated on Apr 4, 2024
by ThormGravis
Created on Apr 9, 2016
by ThormGravis
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