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Chapter 72 by Rosenkavalier Rosenkavalier

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Sarah Müller fühlte sich wie gerädert. Als sie aus dem Schlaf erwachte, musste sie sich erst einmal zurechtfinden. Sie lag nackt in ihrem Bett. Die Nachmittagssonne flutete mit letzen Strahlen ihre Wohnung. Gleich würde sich hinter dem Giebel der gegenüberliegenden Häuserreihe versinken. Sie streckte sich und die Erinnerungen fluteten ihr Bewusstsein. Der Weg hierher, die U-Bahn, das Telefonat. Alles schoss ihr blitzartig durchs Gehirn. Dann Jules. JULES! Oh mein GOTT! Die Bilder tauchten wieder auf vor ihrem inneren Auge. Er hatte sie genommen! Ungläubig legte sie eine Hand zwischen ihre Beine. Er hatte sie entjungfert! Sie hatte ihm ihre Unschuld tatsächlich geschenkt. Sie ertastete Nässe. Sperma klebte zwischen ihren Beinen. Es war kein Traum gewesen. Vorsichtig öffnete sie ihre Vulva, ihre Schamlippen. Als sie den Kitzler berührte, zuckte sie kurz. Ihr Geschlecht fühlte sich weich an, offen, erblüht. Keine Spur mehr von der Enge, mühelos drang sie mit zwei Fingern in sich ein und seufzte.

"Na, Du Unersättliche? Masturbierst Du etwa schon wieder?" erschrocken zog sie ihre Hand unter der Decke hervor. Ihr Cousin stand wie aus dem Nichts lachend an ihrem Bett. Er war nackt, in den Händen hielt er zwei große Becher mit dampfendem Kaffee: "Das wollten wir doch eigentlich heute Nachmittag, oder?" Eigentlich. Eigentlich hatte sie Hunger, eigentlich wollte sie duschen. Eigentlich war sie zu durcheinander, um überhaupt irgendetwas zu wollen außer der Nähe dieses Mannes. Sie seufzte tief, als er sich zu ihr auf das Bett setzte. Der Kaffee schmeckte wunderbar. Bald saß sie neben ihm, eingewickelt in ihre Bettdecke. Sie genoss den Kaffee und seine Nähe. Ihre Hand duftete nach Sex. Natürlich war sie sich der Tatsache bewusst, dass es keine Beziehung im klassischen Sinne werden würde. Schließlich war Jules seit Jahren mit seiner Catharina zusammen - und außerdem waren sie Verwandte. Doch mit keinem anderen Mann hätte sie jemals diese Nähe teilen können. Schließlich waren beide seit früher Kindheit eng vertraut. Und ehrlich gesagt, war ihr Cousin schon das Ziel der ersten ihrer erotischen Gedanken überhaupt gewesen, damals, als sie langsam zur Frau wurde und ihren schwellenden Körper erkundet hatte. Und er war es ja auch gewesen, der sie mit seinen Bildern erst geweckt hatte. Was für eine erotische Achterbahnfahrt. Die Fotos, die Stories, die Mails. Wie oft hatte sie sich befriedigt beim Lesen der Geschichten? Einiges hatte sie befremdet, einiges hielt sie für unvorstellbar, einiges hatte sie abgestoßen - doch selbst da ging eine seltsame Faszination von der Vorstellung aus, es zu erleben.

"Du wirst es erleben, Sarah." Jules brach das Schweigen mit seiner sanften und ruhigen Stimme, die ihr auch am Telefon immer so gut gefiel. Als ob er ihre Gedanken gelesen hätte. Fast ungläubig fragte sie leise, was sie erleben würde - und schaute ihn dabei an. Jules lächelte: "Alles. Alles, was ich Dir aufgeschrieben habe. Vielleicht nicht in der Reihenfolge, vielleicht nicht mit den selben Akteuren - aber Du wirst diese Abenteuer erleben. Und spätestens im Club wirst Du sehen, dass das möglich ist." Da fielen ihr seine Worte von vorhin wieder ein, als er sie genommen hatte:

"Doch bis dahin musst Du noch lernen. Wir werden Dich rasieren und einkleiden. Du wirst Deinen geilen Körper mehr zeigen müssen und lernen, dass Deine Sinnlichkeit der Maßstab ist. Du bist die geilste Stute, die ich jemals hatte. Das werde ich nicht vergessen."

Und ungläubig fragte sie, welchen Club er meinen würde. Jules aber lächelte nur, umarmte und küsste sie sanft: "Wollen wir duschen?"

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