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Chapter 5
by
Mercadus
What's next?
Kaufhaus
Entweder ist der Vorhang zu kurz und jeder vorbeilaufende Kunde kann reinschauen, oder die Kabine ist so klein und eng.......
Der Vorhang der Kabine steht etwas offen. Gerade so, dass er preisgibt, das man eigentlich nicht sehen sollte. Ein Spalt, der wirkt, als würde er atmen.
Michelle steht barfuß auf kaltem Linoleum, das sich unter ihren Füßen anfühlt wie Steinplatten im Regen.
Zu viele Menschen waren hier schon. Zu viele Körper, zu viele flüchtige Entscheidungen.
Am Wandhaken: ein BH in zartem Creme, ein Slip mit hauchdünner Spitze, ein schwarzes Top, dessen Stoff matt ist wie Samt. Ihre Finger gleiten darüber. Langsam. Nicht prüfend, sondern genießend. Sie hebt den BH an, lässt ihn wieder sinken.
Die Brille drückt schwer auf den Nasenrücken. Viel zu stark. Die Gläser verzerren die Welt, machen aus Konturen fließende Linien, aus Farben flache Flecken. Jeder Umriss flimmert, als würde er gleich in Rauch aufgehen.
Sie zieht ihren Pullover über den Kopf, darunter nichts. Mag dieses Gefühl von Wolle auf Haut. Mag dieses zarte Reiben und Streichen auf den Brustspitzen. Steigt aus ihrer Jeans, zieht ihren Slip aus. Dieses Gefühl des Nichts und dann das Neue. Komplett entkleiden um dann langsam die ausgewählten Teile anzuziehen.
Sieht sich kaum im Spiegel, die Brille wie eine Folie vor den Augen, richtet ihr Haar. Dreht sich, umarmt sich. Hält ihren Busen, stellt ein Bein auf den Hocker. Streicht über ihre Hüften, testet die Feuchte zwischen ihren Beinen, den feinen Schweiß. Anprobe.
Er steht draußen. Sie weiß nicht, wie nah. Zwei Meter? Einer? Vielleicht noch weniger. Nur ein Schatten gegen das Licht des Gangs.
Die Details verschwimmen: Hände, die sich vielleicht bewegen. Schultern, die sich heben und senken. Ein Kopf, der leicht geneigt ist.
Zuerst der BH creme und Seide - der Träger rutscht, bleibt kurz an der Haut hängen. Ihr Busen, klein fest ****. Rosa schöne Brustwarzen wie kleine Hütchen aufgesteckt, leicht geschwollen, aufgerichtet. Der Stoff fühlt sich fremd an.
Kühle Luft streift ihre Schultern.
Im Spiegel hinter ihr flimmert eine Bewegung. Vielleicht nur ihr eigener Arm. Vielleicht mehr.
Ihr Herzschlag verschiebt sich in die Ohren, schlägt dort gegen die Stille. Die Geräusche draußen sind fern, gedämpft, als lägen sie unter Glas.
Nur sein Atem ist nah. Ob er wirklich atmet, weiß sie nicht. Aber sie hört ihn. Sie kann nichts erkennen.
Sie weiß, dass er den Spalt im Vorhang sieht. Sie weiß nicht, was er genau sieht. Sie könnte den Vorhang schließen und doch lässt sie ihn offen.
Ihre Knie fühlen sich leicht an, fast zu leicht. Ein Schauer kriecht von der Wirbelsäule hoch in den Nacken. Der Spiegel zeigt immer noch Bewegung.
Der Junge bewegt sich. Langsam. Nur in diesen schmalen, stillen Gang zwischen den Kabinen, wo das Licht dumpf wird und die Geräusche der Verkaufsfläche verblassen.
Sein Schatten verschluckt das grelle Weiß hinter ihm. Michelle sieht ihn nicht richtig.
Die Brille macht aus ihm eine vibrierende Form, als hätte jemand das Bild schlecht fokussiert. Ihr Kopf ergänzt Details, die sie nicht sehen kann: eine Hand, die sich am Rahmen abstützt, Finger, die kurz gegen Holz klopfen. während die Realität wie durch dickes Glas dringt.
Vielleicht passiert es, vielleicht nur in ihr. Er steht jetzt direkt gegenüber. Eine Kabinenbreite entfernt.
So nah, dass sie den Geruch von ihm wahrnimmt, diesem metallischen Hauch von Nervosität.
Seine Haltung straff, als müsste er sich gegen einen unsichtbaren Sog stemmen.
Der Spiegel hinter ihr fängt ihn ein — ein verschwommener Doppelgänger, weich wie unter Wasser.
Sie zieht den BH-Träger wieder langsam über ihre Schulter, als würde er schwer wie Blei sein.
Er lehnt sich minimal vor. Oder es sieht nur so aus. Ihre Gläser, der Moment, undurchsichtig fern.
Als er den Spalt ein winziges Stück aufstößt. sie den Atem zwischen ihnen hören kann, wie ein dünnes Seil, das unter Spannung steht.
Sie dreht sich um. Langsam. Rücken zur Öffnung, als würde sie ihm den Blick schenken. Der Vorhang hinter ihr ist nur dünner Stoff.
Sie sieht ihn jetzt nicht mehr, nur den Abdruck seiner Anwesenheit im Spalt. Etwas bewegt sich. Eine Form schiebt sich in den Stoff. Nicht grob, nicht schnell — nur nah. Eine Hand, fünf ausgestreckte Finger. Wärme, Finger, die sich ihren Weg suchen.
Ihr Rücken nimmt Druck wahr, kann ihn fühlen, sein Arm reicht in die Kabine. Sie atmet flach. Ihre Brille verzerrt das Spiegelbild, macht daraus eine flackernde Erinnerung.
Sie zittert, bebt, will es haben dieses Berühren. Ist es wahr, ist er da, ist es seine Hand?
Sie dreht sich um, tritt ganz nah an den Spalt, diese Öffnung in der Zeit. Der winzige Deckenstrahler lässt ihre Brillengläser in allen Regenbogenfarben schimmern, **** blind.
Wo ist er?
Sie schiebt sich dicht nach vorn, sucht mit ihrem Leib die Entdeckung. Blinzelt in die verschwommene Kaufhauswelt. Ihre Brust berührt den Stoff, die andere sichtbar nach draußen zum Anfassen nah. Hält sich an der Wand fest, wartet. Wölbt den glattrasierten Hügel nach vorn, in die Öffnung zum Gang. Zeigt ihr Geheimnis, ihren kleinen Spalt. Feucht vor Erwarten, geschwollen, weich ****. Eine zarte Falte, glänzend im Licht, von einem fast durchscheinenden Rosa wie dem Inneren einer Muschel.
Die Feuchtigkeit dort langsam gesammelt, Tropfen um Tropfen. Kaum merkliches Pulsieren verrät das Leben darunter. Gleichmäßig, beruhigend und pochend.
Es würde eine einzige, eine einzige winzige Berührung genügen. Eine Fingerspitze. Ihre Augen versuchen das dicke Glas zu durchdringen, orientierungslos im Nebel. Sie legt zwei ihrer Finger hinein, presst schiebt, öffnet sich. Traumwelt
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6 Optische Täuschung
Michelle bekommt eine neue Brille
Die neue Brille war wie ein Filter aus Vaseline und Panik. Michelle blinzelte. Wieder. Nichts wurde schärfer. Nur die Ahnung von Rändern, die sich bewegten wie Schatten mit Absicht. „Das braucht ein bisschen Gewöhnung“, sagte Thomas
Updated on Aug 12, 2025
by Mercadus
Created on Apr 30, 2025
by Mercadus
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