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Chapter 43
by
kleinehexe
What's next?
It's Partytime
Entspannt lehnte sie sich auf der Bank an der Bushaltestelle zurück. Auch jetzt am beginnenden Abend war die Hitze des Tages noch spürbar und versprach eine zu warme Nacht. Wohl oder übel hatte sie sich bereits mit der Situation arrangiert, die nächste Zeit öffentliche Verkehrsmittel nutzen zu müssen. Weder ein Ersatz noch eine Reparatur ihres Autos standen bei ihrer jetzigen Situation zur Debatte.
Aber daran wollte sie nicht denken. Zumindest nicht heute Abend. Der Tag war schon verkatert und scheiße genug gelaufen. Den ganzen Tag hatte sie mit dem Lesen von fragwürdigen Anzeigen auf Jobportalen und deren Formularen, in denen sie sich erklären sollte, verbracht. Als sie ihr Notebook endlich geschlossen hatte, war ihre Stimmung auf einem absoluten Nullpunkt gewesen. Aber heute Abend, jetzt und hier sollte damit Schluss sein.
Das tiefe Brummen des herannahenden Busses riss sie aus ihren Gedanken. Langsam glitt er ächzend in die Haltestelle, als hätte auch er einen langen Tag hinter sich. Caroline rappelte sich von der Bank auf und griff nach ihrer Handtasche, während die Türen bereits zischend aufglitten. Drinnen war es stickig und von der Hitze des Tages immer noch aufgeheizt. In der Luft lag ein Geruch von allem. Eine undefinierbare Mischung aus warmem Kunststoff, Parfüm, Schweiß und noch sonstigen Ausdünstungen.
Sie ging ein paar Schritte nach hinten und ließ sich auf einen freien Platz fallen, die Beine locker übereinandergeschlagen. Kaum hatte der Bus wieder angefahren, spürte sie die ersten verstohlenen Blicke. Nicht offen, nicht direkt, nur innehaltend und abtastend. Eine ältere Frau im Gang gegenüber musterte sie über den Rand ihrer Brille hinweg, ließ ihren Blick an ihr heruntergleiten und schaute dann demonstrativ aus dem Fenster. Zwei junge Typen, zwei Reihen hinter ihr, tuschelten leise, aber dennoch hörbar. Sie verstummten jedoch, als sie sich umdrehte. Auch wenn sie ihr Getuschel nicht verstanden hatte, war ihr klar, woran die beiden dachten oder sich gerade ausmalten.
Sie verzog unmerklich die Mundwinkel. Erneut wurde ihr der Verlust ihres fahrbaren Untersatzes bewusst. Auch wenn sie die Aufmerksamkeit von Männern und das Gefühl, begehrt zu werden, immer genossen hatte, waren es gerade Situationen wie diese, in denen es sie nervte. Dieses penetrante Gestarre und Geiern von Typen, die offensichtlich nur an das eine denken konnten.
Ja, dachte sie. Ist so.
Ihr Outfit war vielleicht auch ein wenig zu viel für einen normalen Bus am frühen Mittwochabend im Stadtverkehr. Sie passte nicht in das Bild zwischen den anderen in ihrem knappen Sommerkleid und ihrer kurzen Jacke. Aber genau das war auch der Punkt. Heute Abend wollte sie nicht unsichtbar sein oder sich gar anpassen. Unaufhaltsam fuhr der Bus auf seiner Linie weiter durch die Stadt. Vorbei an Haltestellen, an denen Menschen einstiegen, ausstiegen, an ihr vorübergingen und ihr Leben weiterführten. Caroline lehnte den Kopf gegen die Scheibe und dachte an ihr Ziel. Was würde sie heute Abend im „Sweet Dreams“ erwarten?
Sie schloss kurz die Augen und dachte über das Erlebte vom letzten Wochenende nach. Über die Menschen, mit denen sie dort gearbeitet hatte. Und die sie erlebt hatte. Das Partyvolk. Die Musik, die Bässe, das Licht. So vieles hatte sich in den letzten Tagen in ihrem Leben verändert. Aber heute Abend wäre sie nicht dort, um zu ackern und Geld zu verdienen. Heute Abend war Party angesagt. Wer weiß, was sich noch alles ergeben würde. Heute Abend wäre alles möglich.
Unwillkürlich musste sie an Felix denken und an den Korb, den er ihr am Sonntag gegeben hatte. Vielleicht könnte sie ja auch heute Abend den Fuß wieder in die Tür bekommen. Zumindest als Notnagel zur Überbrückung über die Zeit, bis sich was Vernünftiges ergäbe, wäre das auch eine Option. Und der Verdienst für mal so nebenbei am Wochenende war schon nicht schlecht gewesen.
Der Bus bremste und kam zum Stehen. Sie öffnete die Augen und sah sich um. An der nächsten Haltestelle musste sie raus. Ein Gefühl aus ungewisser Erwartung und Vorfreude breitete sich in ihr aus. Es war tatsächlich schon eine Weile her, dass sie ausgegangen und unter Leute gekommen war. Sie richtete sich auf, strich sich **** über den Stoff ihrer Jacke und atmete tief durch.
Erneut kam der mittlerweile fast leere Bus zum Stehen und hielt endlich an ihrem Ziel. Die Türen spuckten sie aus auf den Fußweg zum Club. Es war jetzt nicht mehr weit zu Fuß, und sie setzte sich in Bewegung in Richtung des Clubs.
Aber egal, was der Abend bringen würde, es würde ihr Abend werden.
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by kleinehexe
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