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Chapter 44 by kleinehexe kleinehexe

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Eintauchen

Vor ihr lag das ehemalige Warenhaus, dessen neu gestaltete, frivole Fassade langsam in der Dunkelheit verschwand. Schon jetzt war von draußen der dumpfe Bass zu spüren. Mit jedem Schritt, den sie näher kam, kroch er ihr ein wenig mehr in den Körper. Caroline verlangsamte **** ihren Schritt und ließ den Blick kurz schweifen.

Das „Sweet Dreams“ wirkte von außen ziemlich unscheinbar. Ein Club, wie es ihn wahrscheinlich in jeder größeren Stadt gab. Und dennoch wusste sie, dass sich hinter der Tür eine ganz eigene Welt befand. Ein eigener kleiner Mikrokosmos. In dem die einen bis zum Umfallen feierten und andere ackerten. Vor dem Eingang standen Gäste in kleineren Grüppchen, aus denen immer wieder Zigaretten im Dunkel aufglimmten und deren Stimmen und Gelächter sich in die Stille des Abends mischten.

Als sie den Eingang passierte, schlug ihr eine Welle aus Wärme entgegen, begleitet von Licht und Musik. Gedämpfte Spots tauchten den Raum in wechselnde Farben, der Bass vibrierte jetzt spürbar in der Brust. Die Luft stand bereits wieder im Saal, obwohl die Party gerade erst begann. Wie sie es bereits vom Wochenende kannte, war es um diese Zeit noch nicht voll, aber auch längst nicht mehr leer. Die ersten Gäste hatten sich bereits an den Tresen der Bars versammelt, andere standen in kleinen Gruppen zusammen, quatschten oder bewegten sich langsam zur Musik.

Sie ging zur Bar, bestellte sich einen alkoholfreien Cocktail und lehnte sich mit dem Glas an den Tresen. Für den Moment hielt sie inne und ließ dies alles auf sich wirken. Heute Abend war sie zum ersten Mal nicht hier, um zu arbeiten. Sie wollte sich treiben lassen und eintauchen in das bunte Leben dieser Nacht. Schon nach wenigen Minuten wurde ihr bewusst, dass sie nicht unsichtbar war.

Ein Blick hier, ein Lächeln dort von Männern, die interessiert schienen. Ein Typ, der sich wie zufällig neben sie stellte, dabei etwas zu nah für zwei Unbekannte und beiläufig nachfragte, ob sie öfter hier sei. Sie antwortete ihm freundlich ausweichend, aber bestimmt. Ein anderer prostete ihr von der anderen Seite der Bar zu und fixierte sie mit seinem Blick. Caroline nippte an ihrem Glas und spürte, wie die Anspannung der letzten Tage langsam von ihr abfiel. Sie war heute hier nicht als Reporterin oder als Kellnerin, sondern einfach nur als sie selbst.

Als sie sich schließlich von der Bar löste und ein paar Schritte in Richtung Tanzfläche machte, kam ihr alles vertraut und gleichzeitig fremd vor. Die Musik, die Bewegungen, das Spiel aus Nähe und Distanz. Sie erkannte sogar ein paar Gesichter vom Wochenende wieder und blickte verstohlen zu ihrem ehemaligen Arbeitsplatz. Dort sah sie jedoch nur Hakan mit ihr unbekannten, scheinbar neuen Kollegen. Kurz spekuliert sie noch, ob die anderen heute frei hätten oder auch nicht mehr hier arbeiteten. Den Schilderungen von Gina nach war es ja in dem Laden sowieso ein ständiges Kommen und Gehen.

So sehr sie auch auf ein Wiedersehen mit Hakan verzichten konnte, ärgerte es sie, dass Gina nicht da war. Nur zu gern hätte sie mit ihr einen kleinen Plausch gehalten. Auch wäre sie gespannt gewesen, wie Tom wohl reagiert hätte, sie unerwartet wiederzusehen. Bei dem Gedanken an ihn kamen die Erinnerungen zurück. Sie schmunzelte leicht, als sie daran zurückdachte, wie er sie in dem Abstellraum einfach gefickt hatte. Dieser kleine Drecksack. Nur zu gern hätte sie ihn damit konfrontiert, warum er sie danach versetzt und sich aus dem Staub gemacht hatte.

Mittlerweile hatte sich der Laden merklich gefüllt. Obwohl es eigentlich mitten in der Woche war, wurde es trotzdem voller. An den Tresen bildeten sich die ersten Schlangen und auch auf der Tanzfläche wurde es enger. Sie ließ sich von dem Treiben mitziehen und tauchte tiefer in die Menge ein. Sie wunderte sich nicht mehr über die Anmachsprüche und unzählige, scheinbar zufällige Berührungen in dem Gedränge. Für einen Moment verlor sie völlig das Gefühl für Zeit. Die Musik, die Hitze und das Gedränge verschmolzen zu dieser eigentümlichen Energie, die die Party in diesem Club ausmachte.

Sie spürte, dass sie unbedingt eine Pause brauchte und wühlte sich aus dem Gedränge heraus. Froh, wieder etwas mehr Luft zu bekommen, stand sie etwas im Abseits. Sie hielt inne und ließ ihren Blick durch den Raum schweifen. Die Party war mittlerweile im vollen Gange und inmitten des bunten Treibens sah sie urplötzlich die beiden.

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