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In der City

Chapter 17 by Jan1974 Jan1974

So lief ich gut gelaunt durch die Stadt und genoss die Blicke, die ich erneut auf mich zog. Zu meiner guten Laune trug natürlich bei, dass die meisten Blicke hier positiv wirkten – neugierig, anerkennend, manchmal offen lüstern. Ja, auch hier konnte ich hin und wieder Ablehnung spüren, doch wie schon am Bahnhof ignorierte ich diese und konzentrierte mich auf die angenehmen Reaktionen.
Irgendwann musste ich in eine ruhigere Seitenstraße abbiegen, um den Laden zu erreichen, den ich im Internet gefunden hatte. Hier war deutlich weniger los. Schon von Weitem konnte ich das große „Bademode“-Schild an der Hauswand sehen. Gleichzeitig fiel mir auf, dass auf der gegenüberliegenden Straßenseite der ein oder andere Mann unterwegs war. Auffällig war, wie sehr sie versuchten, unauffällig zu wirken – und genau dadurch erst recht auffielen. Im Gegensatz zu den Blicken, die ich in der belebten Innenstadt und am Bahnhof bekommen hatte, starrten diese Männer gezielt in die Gegend und würdigten mich keines Blickes. Das verwirrte mich ein wenig. Ich fragte mich, was der Grund dafür sein könnte.
Als ich endlich vor dem Bademodenladen stand, erkannte ich es sofort. Gegenüber lag ein Sexshop. Auf den abgedunkelten Schaufenstern prangten große Schriftzüge: „Riesige Auswahl an Sextoys“, „6 Kinos“ und „20 Videokabinen“. Die Männer versuchten nur, möglichst unbemerkt in diesem Laden zu verschwinden. Das misslang ihnen allen ziemlich gründlich. Natürlich fragte ich mich in diesem Moment, was da drinnen so los sein musste, dass sie alle so peinlich berührt und verstohlen wirkten.
Ich hatte bis dahin noch nie einen Sexshop von innen gesehen, und das mit den Kinos und Videokabinen erst recht nicht. In meiner Vorstellung hatte das Ganze etwas Schnudeliges, Halbdunkles und ein bisschen Anrüchiges. Kurz flackerte der Gedanke auf, ob die neue Bella vielleicht anders darüber denken sollte als die alte Isa. Doch ich schob die Überlegung beiseite. Ich war hier, um Bademode zu kaufen – und genau das wollte ich jetzt tun.
Ich betrat den Bademodenladen. Verdammt, der Laden war groß. Ich hatte ihn mir deutlich kleiner vorgestellt. Mehrere Gänge zogen sich durch den Raum, gefüllt mit Regalen und Ständern voller Badeanzüge, Bikinis und Zubehör. Einiges an Personal wuselte durch die Gänge und war gerade mit der Beratung von Kundinnen beschäftigt. Manche Frauen waren offensichtlich mit ihren Männern da – und bei einigen konnte man deutlich sehen, dass sie diesen Shopping-Trip nur widerwillig mitmachten. Hier gab es wirklich alles: von Oma-tauglich bis extrem sexy. Es existierte sogar eine kleine Herrenabteilung, die jedoch augenscheinlich kaum besucht wurde.
Zielstrebig ging ich auf den Verkäufer zu, der gerade etwas weiter hinten Kleidung sortierte. Er war das einzige männliche Personal, das ich gerade im Laden sehen konnte. Ende zwanzig, sportlich gebaut, mit einem trainierten, schlanken Körper und einem offenen, freundlichen Gesicht. Er trug ein schlichtes schwarzes Polo-Shirt mit dem Ladenlogo und dunkle Hosen. Seine Bewegungen waren ruhig und konzentriert, während er die aufgehängten Teile ordnete.
Ich steuerte direkt auf ihn zu.

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