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Chapter 35 by kleinehexe kleinehexe

What's next?

Ihr seid doch alle gleich!

„Mist!“, zischte der Fahrer noch, bevor der Motor aufheulte und sich der Bus in Bewegung setzte. Obwohl das Licht der Scheinwerfer sie blendete, erkannte sie die typische Silhouette auf dem Dach des Fahrzeugs. Scheinbar ohne Hast näherte es sich und wie selbstverständlich stoppte es neben ihr. Wie im Reflex trat sie noch einen weiteren Schritt zurück, als sich die Türen öffneten. Sie grübelte kurz, ob das jetzt gut oder schlecht war, als sie den Blick des ersten Beamten sah. Der Mann, nicht viel älter als sie selbst, musterte sie schon beim Aussteigen von oben herab, bevor er sich ihr näherte. Sie sah in seinem Blick, was er ohne Zweifel in ihr sah.

„Was soll das hier werden? Schon Feierabend oder machst Du eine Sonderschicht?“, fragte er trocken, mit einem Anflug von Zynismus.

„Hey, das ist nicht so, wie Sie denken. Ich ...“, wollte sie sich noch erklären, aber er fuhr ihr einfach über den Mund. „Ja, ja, ja, die beiden haben sich verfahren und dann zum Glück Dich getroffen, um nach dem Weg zu fragen. Alles schon mal gehört. Ausweis!“

Seine Stimme war nur gelangweilt und der Wink mit seiner Hand unmissverständlich und fordernd. Instinktiv wusste sie, dass es keinen Sinn hätte, mit ihm zu diskutieren. Sein Urteil war längst gefällt. Mit zitternder Hand kramte sie im Dunkel ihrer Tasche, während er sie genervt beobachtete. „Ach, bloß eine kleine Nutte, die sich verlaufen hat“, hörte sie den Fahrer sagen, der inzwischen hinter sie getreten war und in das kratschende Funkgerät sprach. Empört fuhr sie herum und fuhr ihn lautstark an: „ICH BIN KEINE KLEINE NUTTE!“

Im selben Augenblick bereute sie bereits den Versuch ihrer Rechtfertigung. Ohne Vorwarnung hatte der vor ihr sie gepackt und zum Streifenwagen gezerrt. Hilflos war sie dem **** ihres auf den Rücken gedrehten Arms gefolgt und spürte den frischer werdenden Luftzug des aufziehenden Gewitters an ihren nackten Beinen. Es presste ihr die Luft aus den Lungen, während er sie rücksichtslos gegen die Seite des Fahrzeugs drückte und fixierte.

„Sieh in ihrer Tasche nach! Das dauert mir zu lange.“ zischte er seinen Kollegen an und wand sich ihr wieder zu.

„Ihr Scheißnutten kotzt mich an. Ihr seid doch alle gleich. Auf dem Strich, da lutschst Du jedem den Schwanz und hier, da machst Du einen auf Diva." hauchte er ihr ins Ohr, während er ihren Kopf an den Haaren brutal in den Nacken zog.

„Caroline Feldmann“, hörte sie seinen Kollegen, „Sieht zumindest echt aus“ kommentierte er scheinbar weiter ihren Ausweis.

„Eine Deutsche? Hat sie was dabei?“ Vor Schmerzen in ihrem Arm wagte sie es nicht, sich zu rühren, als sie hörte, wie er scheinbar ihre Tasche auf dem Gehweg auskippte und in den Sachen wühlte. „Nein, riecht auch nicht.“ In seinen Worten schwang schon fast etwas Bedauerndes mit, sie jetzt nicht auch noch mit **** belangen zu können.

„Okay, für wen läufst Du?“, fragte ihr Peiniger sie und legte in seinem Griff noch einmal nach. Brutal trieb er ihr die Tränen dabei in die Augen, wissend, dass es für sie kein Entkommen gab.

„Ich lauf für niemanden“, presste sie gequält aus sich heraus. Ihr war aus ihren Recherchen klar, worauf er hinauswollte und sie betete innerlich, dass er damit endlich von ihr ablassen würde. Stattdessen spürte sie im nächsten Moment seine Hand auf ihrem Hintern.

„Für niemanden? Aber bestimmt nicht mehr lange! Ich bin mir sicher, Dir wird sich sicher bald einer annehmen.“ Der Hohn in seinen Worten war unverkennbar. Hemmungslos griff er ihr dabei unter den Saum ihres kurzen Sommerkleids und fuhr ihren Schenkel ein Stück weit hinauf. „Willst Du eine Anzeige?“, raunte er ihr drohend dabei ins Ohr.

„Eh, bitte nicht!“, intervenierte sofort sein Kollege, der das Schauspiel bisher amüsiert verfolgt hatte. „Ich hab keinen Bock auf den Papierkram und will noch was essen“, protestierte er weiter und hörbar gereizt. Als wollte es seinen Worten Nachdruck verleihen, kündigte fast im selben Moment das Grollen des Donners das bevorstehende Gewitter an.

„Pass auf, wenn ich Dich kleine Hobbynutte hier nochmal erwische, gibts Ärger. Und jetzt sieh zu, dass Du Land gewinnst!“ Tatsächlich ließ er mit diesen Worten von ihr ab und stieß sie zurück auf den Gehweg. Sie hielt sich den Arm, der immer noch schmerzte. Ohne sie weiter zu beachten, stiegen die beiden ins Fahrzeug und überließen sie sich selbst. Fassungslos über den achtlos ausgekippten Inhalt ihrer Handtasche auf dem Gehweg starrte sie den Rücklichtern hinterher, die sich von ihr entfernten. Frustriert und mit Tränen in den Augen begann sie auf allen vieren mühselig ihre Sachen auf dem Gehweg einzusammeln. Ein erneutes Grollen ließ sie zusammenzucken. Leise und fassungslos über das Auftreten der beiden Beamten fluchte sie vor sich hin. Als wäre das gerade nur ein böser Traum gewesen, grübelte sie über das gerade Erlebte. Wie konnten die nur? Das waren Polizisten. Wie konnte es sein, von denen so behandelt zu werden?

Besorgt sah sie nach oben in den bereits sich übel zugezogenen Nachthimmel, als sie die ersten schweren Tropfen trafen. Mit einem hastigen Griff nach ihrer Tasche richtete sie sich mühsam auf und sah sich um. Nichts schien hier zu sein, wo sie sich hätte unterstellen können, als im nächsten Moment der Himmel seine Schleusen öffnete.

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